Kommentar: Es langt einfach nicht mehr

Club und Kleeblatt: Frankens geplatzte Bundesliga-Träume

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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2.5.2022, 06:12 Uhr
Guter Sechster, Fünfter, Siebter? Der 1. FC Nürnberg ist besser als vergangene Saison, aber eben weiter nicht gut genug für die Bundesliga.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Guter Sechster, Fünfter, Siebter? Der 1. FC Nürnberg ist besser als vergangene Saison, aber eben weiter nicht gut genug für die Bundesliga.

Seit der Saison 2011/12 bis heute kommen der 1. FC Nürnberg und die Spielvereinigung Greuther Fürth auf sechs Bundesliga-Spielzeiten. Zusammen. Und damit auf fünf weniger als der FC Augsburg - der, wenn es an den letzten beiden Spieltagen keine bösen Überraschungen mehr geben sollte, im August in seine zwölfte starten wird. Hintereinander.

Beinahe zwangsläufig drängen sich Fragen auf: Was hat der Fußball-Standort Augsburg (knapp 300.000 Einwohner), was die Fußball-Standorte Nürnberg (fast 520.000 Einwohner) und Fürth (knapp 128.000 Einwohner) nicht haben? Was hat der FC Augsburg, was der 1. FC Nürnberg und die Spielvereinigung Greuther Fürth nicht haben? Außer einem US-Investor seit 2021 und vielleicht noch der stets möglichst niedrigen Erwartungshaltung, die Club und Kleeblatt im letzten Jahrzehnt nur in der Zweiten Liga hin und wieder übertreffen konnten.

In der ersten Liga hatten beide nicht viel zu bestellen. 2013 ging die Spielvereinigung mit 21 Punkten gleich wieder runter, der große Nachbar ein Jahr später mit 26 und 2019 mit nur noch 19, aktuell hat der kleine Nachbar 18, zwei Runden vor Schluss. Es werden trotzdem immer weniger. Die fränkischen Top-Vereine können oben nicht mehr mithalten.

Es fehlt ihnen, neben ein paar Millionen, vor allem: die Perspektive. Wie es geht, hat ihnen nicht nur der FC Augsburg vorgemacht, der noch 2002 in der Bayernliga unter anderem gegen den 1. FC Nürnberg II und die Spielvereinigung Greuther Fürth II antreten musste und sich mit frischem Geld erst sanieren und später weiter professionalisieren konnte. Auch der 1. FC Union Berlin entwickelt sich seit dem erstmaligen Bundesliga-Aufstieg 2019 dank weitsichtiger Planung auf allen Ebenen kontinuierlich weiter. Obwohl sie mit ihrem Etat zunächst angeblich keine Chance hatten.

Die letzte Chance

In zwei Wochen könnten sich die „Eisernen“ zum zweiten Mal in zwei Jahren für den Europapokal qualifizieren, während sich der 1. FC Nürnberg auf seine vierte Zweitliga-Ehrenrunde in Folge einrichten muss. Vorwerfen lassen müssen sie sich, dass 2021/22 mehr drin gewesen wäre im illustren Feld als Platz sechs oder sieben, der es jetzt wohl werden wird. Auch am Freitagabend merkte man Robert Klauß‘ Elf höchstens phasenweise an, um was es beim ersatzgeschwächten FC Sankt Pauli eigentlich ging: die letzte Chance.

Sie hätten in Hamburg gewinnen müssen und spielten unentschieden, sie hätten gegen Sandhausen gewinnen müssen und verloren 2:4. Nur gegen den Viertletzten, Drittletzten, Vorletzten und Letzten ließ der Club zwölf Punkte liegen, viel zu viel für einen möglichen Aufstiegskandidaten. Der sie jetzt 2022/23 sein möchten. Vielleicht.

Es ist den Nürnbergern und Fürthern zu wünschen, dass sie mal wieder eine Mannschaft hinstellen und entwickeln, die auch eine Klasse höher den nächsten Schritt nach vorn macht und nicht gleich wieder zwei Schritte zurück. Mit langfristigen Verträgen, so etwas wie Planungssicherheit, Talent.

Zumindest in der U19-Bundesliga kann der Club noch mehr als nur mithalten. Andreas Wolfs Mannschaft ist am Samstag Zweiter geworden, punktgleich mit: dem FC Augsburg.

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