Leihgeschäft geplant

Dänen lügen nicht: Esbjerg will Club-Talent Rosenlöcher

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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4.1.2022, 20:42 Uhr
Vor dem Absprung nach Dänemark: Club-Talent Linus Rosenlöcher soll in Esbjerg Spielpraxis sammeln.

Vor dem Absprung nach Dänemark: Club-Talent Linus Rosenlöcher soll in Esbjerg Spielpraxis sammeln. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, NNZ

Als Linus Rosenlöcher und Tim Latteier im Februar 2021 beim 1. FC Nürnberg ihr erstes Arbeitspapier als frischgebackene Lizenzspieler unterschrieben, klang das alles recht hoffnungsvoll. "Tim und Linus haben es sich verdient, in unserer zukünftigen Kaderstruktur als junge Spieler Platz zu finden", verkündete Sportvorstand Dieter Hecking nicht ohne Stolz und interpretierte die Vertragsverlängerungen zugleich "als ein Zeichen an unseren Nachwuchs, dass Leistung hier auch belohnt wird".

Schließlich hatten sich die beiden NLZ-Eigengewächse ja in der U21 für höhere Aufgaben empfohlen, waren im Laufe der Saison in den Zweitliga-Kader befördert und schließlich mit ein paar Kurzeinsätzen belohnt worden. Doch von dieser Anfangseuphorie ist knapp ein Jahr später nicht mehr viel zu spüren. Aktuell spielt das Duo in den Planungen von Cheftrainer Robert Klauß keine große Rolle mehr, die Zwischenbilanz nach 17 Saisonspielen liest sich ernüchternd: Zwar hatte es Latteier noch sechsmal ins Spieltagsaufgebot geschafft, dabei sprang für den 21-jährigen Mittelfeld-Allrounder allerdings keine einzige Einsatzminute heraus.

Kein Platz in Zwickau

Dem gleichaltrigen Rosenlöcher blieb bislang nicht einmal mehr ein Platz auf der Bank. Ein Trend, der nicht ganz unerwartet kam, hatte der Verein dem Linksverteidiger doch bereits im Sommer recht deutlich signalisiert, dass man aktuell wohl keine große Verwendung mehr für ihn habe – und ihm dann sogar den erfahrenen Konstantin Rausch als Backup für Dauerbrenner Tim Handwerker vor die Nase gesetzt. Eine Leihe zum FSV Zwickau scheiterte auf der Zielgeraden, weil der sächsische Drittligist dann doch keinen Platz im Kader freischaufeln konnte, seitdem kam Rosenlöcher nur mehr in der Regionalliga zum Einsatz.

Für Klauß ist diese Entwicklung schlicht eine Folge der veränderten Konkurrenzsituation. Zum Ende der vergangenen Saison habe der durch Verletzungen dezimierte Kader gerade Nachwuchskräften wie Latteier und Rosenlöcher Bewährungschancen geboten, "weil sie sich das auch verdient hatten", wie Klauß betont. Nun sei man personell breiter aufgestellt und habe "gerade auf diesen Positionen gute Neuzugänge, die funktionieren", erklärt der Trainer, "das macht es schwieriger".

Lukas Schleimer als Vorbild

Allerdings seien die jungen Reservisten, zu denen auch Noel Knothe und Paul Besong gezählt werden dürfen, "keinesfalls abgeschrieben", wie Klauß versichert. Jeder könne durch gute Leistungen in der U21 "auf sich aufmerksam machen". So wie das etwa dem eigentlich schon aussortierten Lukas Schleimer gelungen ist. Die Entscheidung, ob ein Spieler letztlich bleibt und versucht, sich durchzubeißen, lieber andernorts auf Leihbasis Spielpraxis sammelt oder den Verein eben ganz verlässt, sei jeweils individuell zu betrachten. "Man muss immer schauen, was für jeden Einzelnen der beste Weg ist", sagt Klauß.

Im Falle von Rosenlöcher scheint dieser Weg nun doch zunächst einmal aus Nürnberg wegzuführen. Wie Sportdirektor Olaf Rebbe am Dienstag verriet, steht der gebürtige Münchner, der 2016 von der SpVgg Mögeldorf zum Club gekommen war, vor einem Wechsel auf Leihbasis zum dänischen Zweitligisten Esbjerg fB. Rosenlöcher hatte bereits vor Weihnachten ein Probetraining beim vom Deutschen Roland Vrabec betreuten Team absolviert, "die wollen ihn unbedingt haben", sagte Rebbe. Nach frustrierenden Monaten bestimmt ein schönes Gefühl.

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