Bogenschütz macht Mut

Der Club möchte gegen Wolfsburg Geschichte schreiben

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Wolfgang Laaß

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19.11.2022, 06:00 Uhr
Viel Wolfsburg-Erfahrung: Kerstin Bogenschütz bei einem Abschluss gegen den VfL II.

© Sportfoto Zink / ThHa, NN Viel Wolfsburg-Erfahrung: Kerstin Bogenschütz bei einem Abschluss gegen den VfL II.

Die Extra-Motivation wäre nicht mehr nötig gewesen, trotzdem sind sie ausgesprochen dankbar dafür. „Träume leben – Geschichte schreiben – Unsterblich werden“ stand am Donnerstagabend auf einem Transparent am Trainingsplatz, aufgehängt von den Ultras.

Zumindest Teil eins der Botschaft ist für die Fußballerinnen des 1. FC Nürnberg vor ihrem großen Stadion-Debüt am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg (Anstoß 14 Uhr) längst Realität. Kerstin Bogenschütz fehlte auch für Teil zwei und drei einst nicht viel, die Erinnerung an den 5. November 2016 ist schon etwas verblasst. An jenem Samstag hat sie im Trikot von Borussia Mönchengladbach gespielt, genauer 68 Minuten. Gegen: den VfL Wolfsburg.

285 Zuschauer im Grenzlandstadion staunten seinerzeit nicht schlecht über ihren mutigen Bundesliga-Aufsteiger, der nicht nur ein bisschen über sich hinaus zu wachsen schien. Als Madeline Gier nach knapp einer Stunde zum 1:1 traf, durfte der Außenseiter sogar von einer Überraschung träumen.

31 Einsätze in der Bundesliga

Kerstin Bogenschütz, damals 21 Jahre jung, kann somit von sich behaupten, zumindest in einem Heimspiel ungeschlagen geblieben zu sein gegen Deutschlands Übermannschaft. „Es zeigt, dass für uns ein ganz kleines bisschen Hoffnung besteht“, sagt Bogenschütz, erst nach ihrer Auswechslung kassierte Gladbach noch das 1:2. In der Saison 2018/19 kannten die „Wölfinnen“ beim 0:7 hingegen kein Erbarmen.

Die Mittelfeld-Strategin, im Juni 2021 aus Saarbrücken zum 1. FC Nürnberg gewechselt, ist die Einzige in ihrem Team, die schon Erfahrungen sammeln durfte gegen den VfL Wolfsburg. Rund 16.000 Besucher werden zum Pokal-Achtelfinale erwartet, die Tageskassen sind geöffnet, auch Kerstin Bogenschütz ist überwältigt. „So eine Atmosphäre“, sagt Bogenschütz, „werden viele von uns wohl nur einmal erleben“.

Beim Club schätzen sie neben der Erfahrung aus 31 Bundesliga-Einsätzen vor allem ihre Qualitäten im Aufbau; Bogenschütz soll den Laden zusammenhalten, was am Sonntag nicht ganz so einfach werden dürfte, auch wenn die Wolfsburgerinnen ohne die an der Schulter verletzte Nationalspielerin Lena Oberdorf anreisen werden.

Zumindest mit der zweiten Mannschaft des VfL hat der 1. FC Nürnberg bislang gute Erfahrungen gemacht: Drei Spiele in der Zweiten Liga, zwei Siege, ein Unentschieden - und zwei Elfmeter-Tore von Kerstin Bogenschütz. Als Wolfsburg-Spezialistin würde sich die Studentin aber trotzdem eher nicht bezeichnen. Hätte aber wenig dagegen, wenn es in der nächsten Saison zwei Punktspiele gegen den zweimaligen Champions-League-Sieger gäbe.

Aktuell liegt der Club vier Punkte hinter dem zweiten Aufstiegsplatz, Tendenz steigend. „Jede von uns“, sagt Kerstin Bogenschütz, „hat den großen Traum, mal in der Ersten Liga zu spielen“. Und Geschichte zu schreiben.

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