Immer noch ungeschlagen

Der Club zwischen dritter Liga und Europapokal

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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19.10.2021, 17:34 Uhr
Danke für die Ruhe: Robert Klauß freut sich nach dem Sieg in Dresden und grüßt auch seinen Schwiegervater.
 

Danke für die Ruhe: Robert Klauß freut sich nach dem Sieg in Dresden und grüßt auch seinen Schwiegervater.   © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Ein solider fünfter Platz in der zweiten Liga ist auch schön. Robert Klauß hat tatsächlich auf die Tabelle geschaut. Ab dem zehnten Spieltag erlaubt er sich das angeblich erst. Was er gesehen hat, gefällt ihm. 18 Punkte, erst sieben Gegentore und eben Platz fünf. Was ihm nicht gefällt: Dass andere, die auf die Tabelle schauen, aus dieser Bilanz Dinge ableiten. Zum Beispiel: Dass der 1. FC Nürnberg am Ende der Saison auf einem noch besseren Platz stehen und in die erste Liga aufsteigen könnte.

Es sei in Nürnberg und rund um den 1. FC Nürnberg vor allem, aber nicht nur mit Blick auf Journalisten so, sagt Klauß: Entweder es würden alle vom drohenden Absturz in die 3. Liga raunen oder sie würden den Club in spätestens zwei Jahren in der Champions League spielen sehen. Also sagt Klauß: „Ein solider fünfter Platz in der zweiten Liga ist auch schön, das kann man auch mal schreiben.“
Ist mit diesem Text geschehen, wobei so ein fünfter Platz ja tatsächlich auch nur eine schöne Momentaufnahme sein kann – auf dem Weg in die 3. Liga oder den Europapokal.

Klauß verspricht glaubwürdig, dass er selbst nicht zu solchen Gedankenspielen neigt. Im Hier und Jetzt hat er ausreichend zu tun. Selbst das 1:0 bei Dynamo Dresden geriet ihnen ja nicht so, dass man sorgenfrei in die nähere Zukunft blicken kann.

Es hätte dieses Spiel vom Sonntag dank einer Dresdner Drangphase durchaus so enden können, wie es sich Klauß’ Schwiegervater, ein bekennender Dynamo-Fan, bei aller Zuneigung zum Mann seiner Tochter gewünscht hätte: unentschieden.

Was noch zu tun ist

Woran das lag, dass da noch einmal Hektik entstanden ist in der Schlussphase und bei seinen Fußballspielern, kann Klauß mit Abstand natürlich erklären. „In dem Moment, in dem wir das Spiel entscheiden können, haben wir das nicht so richtig erfasst“, sagt Klauß. Er meint damit die Phase vor dem Pausenpfiff, in der Dynamo beeindruckt wirkte von der Souveränität der Nürnberger.

„Wir müssen lernen, dass wir so ein Spiel auch mal frühzeitig deutlich in unsere Richtung bringen. Bei 1:0 sind wir noch nicht weit genug, dass wir das komplett souverän lösen können“, sagt Klauß. Es ist eine Erkenntnis, der sie jetzt mit Trainingsarbeit ihren Schrecken nehmen wollen. Es hilft ihnen dabei: die Tabelle. „Angenehm“, sagt Klauß, sei der Blick aufs Tableau gewesen.

„Mit zwölf Toren 18 Punkte zu holen, ist auch nicht schlecht, das muss man erst einmal schaffen“, sagt Klauß und weist damit auf einen weiteren Gegenstand der nächsten Einheiten hin - die Arbeit an der offensiven Effizienz. Viel mehr will er aus der Tabelle nicht herauslesen.

Und sonst? Noch mehr Fußball

Nur so viel: „Gut ist, dass wir durch die erspielten Punkte Ruhe haben, um gezielt an den Schwerpunkten zu arbeiten. Das heißt wir müssen nicht immer nur von Spiel zu Spiel schauen, geraten nicht sofort wieder in die Kritik, wenn wir mal wieder ein Spiel verlieren.“

Es bleibt also ausreichend Arbeit, vor allem auch für den Trainer, der sich ständig fortbildet. Nebenbei, sagt Klauß, verfolgt er natürlich ausgiebig auch den Fußball der anderen, das gehört zum Job. Das habe er auch schon getan, als er noch nicht hauptverantwortlich für die Arbeit bei einem Fußball-Zweitligisten war. Was er da so guckt? Eigentlich alles, sagt Klauß, von der 3. Liga bis zur Champions League. Aktuelle Ambitionen solle man daraus aber bitte nicht ableiten. Ein solider fünfter Platz in der zweiten Liga ist auch schön.


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