Demonstration im Mittelfeld

Krauß und Nürnberger geben dem Club Klarheit

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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15.3.2022, 06:00 Uhr
Krauß trifft und nicht nur ein Nürnberger gratuliert: Tom und Fabian (rechts) nach dem 2:0 in Hannover.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Krauß trifft und nicht nur ein Nürnberger gratuliert: Tom und Fabian (rechts) nach dem 2:0 in Hannover.

Natürlich meinte Robert Klauß alle Spieler des 1. FC Nürnberg, als er im Presseraum des Niedersachsenstadions in Hannover zu einer Robert-Klauß-Schwärmerei ansetzte. Klauß ist keiner, der sich öffentlich gerne der Schwärmerei hingibt, keiner, das sagte er später auch noch, für "Superlative". Aber es war schon außergewöhnlich, wie viele lobende Worte der Trainer fand für den Auftritt seiner Mannschaft beim 3:0-Erfolg bei Hannover 96.

"Wir haben sofort gezeigt, was wir wollen", sagte also Klauß, "wir waren gut strukturiert mit dem Ball und dadurch auch für das Gegenpressing vorbereitet. Wir hatten die nötige Schärfe im Spiel gegen den Ball und die Klarheit, die wir für unser Spiel brauchen." Wie gesagt, Klauß meinte alle, er hätte diese Worte aber auch ausschließlich auf Fabian Nürnberger und Tom Krauß beziehen können, die dieses Spiel im defensiven Mittelfeld dominierten.

Das war in seiner Klarheit einigermaßen erstaunlich, weil der eine (Krauß) erst 20 Jahre jung ist und der andere (Nürnberger) auch nur zwei Jahre älter. Es war auch deshalb erstaunlich, weil für den hochbegabten Krauß zuletzt kein rechter Platz mehr zu finden war in den Startformationen, die Klauß in die Spiele schickte, und weil Nürnberger erst vor wenigen Wochen beim 0:5 gegen Ingolstadt einen so irrlichternden Eindruck hinterließ, dass ihn der nicht zu Superlativen neigende Klauß superschnell und zwar nach 22 Minuten wieder auswechseln musste.

Anfang Februar war das und die Aufstiegsambitionen des Clubs schienen damals nicht mehr existent. Ein Eindruck, der sich eine Woche später verschärfte, als in Karlsruhe am Ende zwar eine Leistungssteigerung gelang, aber am Ende eben trotzdem eine 1:4-Niederlage. Es waren diese beiden Spiele allerdings auch ein Impuls für Klauß, ein paar Dinge an der Statik zu verändern. Er wechselte die Formation, weg vom lange heiß geliebten Drachenviereck und hin zu einer Aufstellung mit zwei defensiven Mittelfeldspielern.

Außerordentlich gut

Bislang bildeten dieses Mittelfeld-Duo Nürnberger und Lino Tempelmann. Weil Tempelmann diesmal aber gelbgesperrt fehlte und Klauß "wusste, dass das Spiel gut zu ihm passt", durfte sich diesmal wieder Krauß von Beginn an versuchen. Es wurde eine kleine Demonstration, was sicherlich auch damit zu tun hatte, dass 96 den Gästen das Mittelfeld mehr oder weniger überließ.

Was Nürnberger und Krauß damit anfingen, war allerdings für Zweitligaverhältnisse schon außerordentlich gut. Beide eroberten in der Hälfte des Gegners enorm viele Bälle, bewiesen große Passsicherheit und koordinierten auch das eigene Offensivspiel.

Schleimer profitiert

Im ersten Durchgang sorgte noch vor allem Nürnberger für die schönen Momente im Angriffsspiel, als er etwa Lukas Schleimer erst die Vorlage zu dessen erstem Bundesligatreffer lieferte und dann mit einer präzisen Flanke Schleimer beinahe noch einen zweiten Treffer ermöglichte.

Im zweiten Durchgang kamen die offensiven Akzente dann von Krauß. Der schönste: sein Treffer zum entscheidenden 2:0. Nürnberg hatte dieses Spiel im Mittelfeld gewonnen. Vor allem dank Krauß und Nürnberger. Daraus zu schließen, dass beide auch in einer Woche gegen Dresden wieder beginnen dürfen, ist allerdings schwierig. Dann ist Tempelmann schließlich zurück und wenn man Klauß richtig verstanden hat, fand er das jetzt alles auch nicht außergewöhnlich überragend. "Tom hat sich gut eingefügt", sagte Klauß jedenfalls zur Leistung von Krauß.

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