Gedränge im Mittelfeld

Luxusproblem und Lerneffekt: Club plant Trendwende in Sandhausen

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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18.11.2021, 11:47 Uhr
Taylan Duman (Mitte) unterstrich im Testspiel gegen Altach (2:0) mit zwei Toren seine Ambitionen auf einen Platz in der ersten Elf.

Taylan Duman (Mitte) unterstrich im Testspiel gegen Altach (2:0) mit zwei Toren seine Ambitionen auf einen Platz in der ersten Elf. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Mit irgendwelchen Serien mag sich Robert Klauß prinzipiell gar nicht groß befassen. Als der 1. FC Nürnberg elf Spieltage lang ungeschlagen durch die Zweite Liga marschierte, war das für den Trainer ebenso allenfalls eine Randnotiz wie nun der kleine Negativlauf. Zwar ließen sich aus solchen Statistiken durchaus gewisse Tendenzen herauslesen, räumte Klauß ein, es gehe dabei aber "doch vor allem immer um die Leistung".

Beim 0:2 in Darmstadt habe sein Team angesichts der Belastungen durch die Englische Woche "eine vernünftige Leistung gebracht", aber in den entscheidenden Situationen eben Gegentore kassiert oder selbst Chancen vergeben. Beim 1:2 gegen Bremen habe man dann nach einer ordentlichen ersten Halbzeit zu passiv agiert, befand Klauß. In der Videoanalyse wurde den Spielern dieses Versäumnis aufgezeigt, "da haben die Jungs gesehen, was mit etwas mehr Mut und Zutrauen auch im eigenen Ballbesitz möglich gewesen wäre".

Corona-Ausbruch am Hardtwald

Klauß setzt auf einen Lerneffekt, der am besten schon am Freitag in Sandhausen Früchte tragen soll. "Wenn wir da unsere Top-Leistung bringen und das nötige Matchglück dazukommt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir gewinnen", glaubt Klauß. Dass die Kurpfälzer zuletzt wegen eines massiven Corona-Ausbruchs pausieren mussten und laut Trainer Alois Schwartz längst noch nicht alle der insgesamt zwölf infizierten Spieler wieder hundertprozentig fit sind, hat die Nürnberger Vorbereitung auf die Partie am Hardtwald kaum beeinflusst.

"Nach meinen Infos sind alle Spieler wieder im Training", sagte Klauß. Und unabhängig vom Personal werde sich "die Art und Weise, wie Sandhausen Fußball spielt, nicht verändern", ist der Club-Coach überzeugt. Er erwartet eine Mannschaft, "die sehr zielstrebig und direkt nach vorne spielt, über die Außenpositionen mit viel Dynamik kommt, viele Flanken schlägt und auch über gute Stürmer verfügt". Der torgefährliche Ex-Fürther Daniel Keita-Ruel fällt allerdings wegen Knieproblemen aus. Zudem verteidige der Tabellensechzehnte sehr leidenschaftlich, "da wird es wenig Räume geben", ahnt Klauß.

Krauß nach Quarantäne wieder an Bord

Seine Schützlinge werden also gleich zeigen können, was sie in der Länderspielpause gelernt haben. Immerhin lautete ein Trainingsschwerpunkt, "im letzten Drittel in engen Räumen Lösungen zu finden", wie es Klauß formulierte. Im Testspiel gehen den SCR Altach (2:0) hatte das zumindest 45 Minuten lang gut geklappt, wobei vor allem Doppeltorschütze Taylan Duman seine Ansprüche auf einen Platz in der Anfangself unterstrich. Ob der 24-Jährige wie zuletzt schon gegen Bremen von Beginn an auflaufen darf, ließ Klauß noch offen.

Immerhin steht auch Tom Krauß nach überstandener Quarantäne und einer symptomlos verlaufenen Corona-Infektion wieder parat. "Er macht einen guten Eindruck", berichtete Klauß, dem bei der Besetzung der Außenpositionen im Mittelfeld nun sogar ein kleines Luxusproblem drohen könnte, da auch Lino Tempelmann als gesetzt gilt. "Lieber so, als wenn wir nicht wissen, wen wir aufstellen sollen", sagte Klauß schmunzelnd und orakelte: "Es gibt auch die Möglichkeit, dass alle drei spielen."

Definitiv fehlen werden neben den Rekonvaleszenten Pascal Köpke und Florian Hübner, der zu Wochenbeginn erstmals nach seiner Schulteroperation zumindest phasenweise wieder mit den Kollegen auf dem Platz stand, sowie Langzeitpatient Felix Lohkemper auch Konstantin Rausch (muskuläre Probleme) und Linus Rosenlöcher (Mandelentzündung).


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