Starke Leistung gegen Kiel

Mit dem Herz eines Boxers: Club-Talent Suver kämpft sich nach oben

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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6.12.2021, 14:16 Uhr
Mario Suver (links) gefiel beim 2:1 gegen Kiel mit einer starken Abwehrleistung. 

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Mario Suver (links) gefiel beim 2:1 gegen Kiel mit einer starken Abwehrleistung. 

„Mario hat ein super Spiel gemacht. Er ist aus dem Kalten reingekommen und hat gezeigt, dass wir uns auf ihn verlassen können“, lobte Klauß jenen Mann, der mit Nachnamen Suver heißt und nach nur elf Minuten im Abwehrzentrum den plötzlich von Magenkrämpfen und Unwohlsein geplagten Asger Sörensen ersetzen musste. „Schon etwas überrascht“ über seine frühe Einwechslung beim 2:1-Sieg gegen Kiel sei er gewesen, gesteht Suver: „Aber ich bereite mich auf jedes Spiel im Training so gut vor, dass ich für solche Situationen gewappnet bin.“

Was zu sehen war. Der 22-Jährige fügte sich nahtlos in die Viererkette ein, verteidigte konzentriert und konsequent, gefiel durch körperliche Robustheit und strahlte erstaunliche Ruhe aus. Dabei hatte Suver in der Zweiten Liga für den 1. FC Nürnberg bislang lediglich drei Kurzeinsätze – den ersten am 32. Spieltag der vergangenen Saison beim 2:5 in Hamburg – sowie 45 Minuten beim 0:2 in Darmstadt vorzuweisen.

Zweite Liga "eine ganz andere Stufe"

„Die Jungs um mich herum haben es mir leicht gemacht“, betont Suver und schwärmt, „wie sie mich unterstützt und bei jeder Aktion gepusht haben“. Gerade von erfahrenen Kollegen wie Christopher Schindler „kann ich jeden Tag lernen und mir etwas abschauen“, sagt Suver, „ich bin sehr selbstkritisch und weiß, dass ich mich in vielen Dingen noch verbessern kann, etwa in der Athletik oder am Ball“. Und gerade im Vergleich zur Regionalliga, die Suver in 79 Spielen für die Stuttgarter Kickers sowie die Zweitvertretungen des VfB Stuttgart und des 1. FCN kennenlernen durfte, sei die Zweite Liga „in Sachen Intensität, Qualität und Tempo schon noch mal eine ganz andere Stufe“.

Dass Suver diese Stufe erklimmen könnte, ahnten sie am Valznerweiher bereits, als das Abwehrtalent im Sommer 2019 vom VfB II in Nürnbergs U21 wechselte. Suver erzählt von guten Gesprächen mit dem Verein, „ich habe das Familiäre hier gespürt und mich mit dem Club sofort identifiziert“. Und natürlich sah der gebürtige Stuttgarter mit kroatischen Wurzeln auch eine Perspektive, sich für höhere Aufgaben empfehlen zu können. Ende Mai unterschrieb Suver einen Profivertrag und stieg nach dem Ausfall von Florian Hübner (Schulteroperation) zum Innenverteidiger Nummer drei auf.

Das wird er wohl auch noch ein Weilchen bleiben, sollte sich Sörensen bis zum Spiel auf Schalke zurückmelden. „Ich hoffe natürlich, dass es Asger schnell wieder gutgeht“, sagt Suver, er selbst möchte weiter „nur von Tag zu Tag schauen und im Training hart arbeiten“.

Denn dass manchmal Geduld gefragt ist, weiß Suver („Ich bin ein Sportfanatiker“) auch aus seiner Leidenschaft für Boxen und die Kampfsportdisziplin Mixed Martial Arts (MMA). „Das sind Athleten, die mental sehr stark sind und vor denen ich großen Respekt habe. Man muss an sich glauben und hart trainieren, um da nach oben zu kommen“, sagt Suver, der früher selbst gerne die Boxhandschuhe geschnürt hat, „zum Fitwerden“. Dass auf dem Fußballplatz die Fäuste fliegen, ist allerdings nicht zu befürchten. „Da ist Ruhe die erste Devise“, sagt Suver lachend. Eben so wie am vergangenen Samstag.


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