Relegationsheld auf Formsuche

Nürnbergers erste Krise beim Club

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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6.10.2021, 07:01 Uhr
Der nächste nicht zufriedenstellende Auftritt: Gegen Hannover durfte Fabian Nürnberger nur eine Halbzeit auf dem Platz bleiben.

Der nächste nicht zufriedenstellende Auftritt: Gegen Hannover durfte Fabian Nürnberger nur eine Halbzeit auf dem Platz bleiben. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Sportliche Krisen hat Fabian Nürnberger in seiner Zeit beim 1. FC Nürnberg schon ausreichend erlebt. Es waren nur nie seine eigenen. Für Nürnberger lief es eigentlich immer ganz gut – und manchmal noch ein wenig besser. Als der Club sich 2020 erst in den Relegationsspielen gegen den FC Ingolstadt den Klassenverbleib sichern konnte, da traf Nürnberger im Hinspiel doppelt und ist nur deshalb nicht mehr als der größte Relegationsheld aller Zeiten in Erinnerung geblieben, weil Fabian Schleusener im Rückspiel ein Tor mit der Fußspitze genügte, um auf immer in diesem Amt zu bleiben.

Nürnberger wird es einigermaßen egal gewesen sein. Der Club hatte die Klasse gehalten und er vor allem hatte in einer immer wieder havarierenden Mannschaft einen so guten Eindruck gemacht, dass es eine sehr leichte Übung wurde, ihn sich auch bei ambitionierteren Vereinen vorzustellen. Das kolportierte Interesse des SC Freiburg wurde zu einem ständigen Wegbegleiter des 22-Jährigen.

Es blieb es auch dann, als der Club seine Leistungen stabilisierte. Zu tun hatte der Formanstieg der gesamten Mannschaft in der allgemeinen Betrachtungsweise sehr eindeutig mit: Fabian Nürnberger. Spätestens mit der endgültigen Umstellung auf die Mittelfeldraute am Ende der vergangenen Saison schien Nürnberger sogar unverzichtbar für das Spiel der Mannschaft von Trainer Robert Klauß.

Darüber wuchsen Ansprüche – sowohl von Vereins- als auch von Spielerseite. Nürnberger blieb in Nürnberg und wollte maßgeblich daran mitarbeiten, dass die Zukunft wieder etwas schöner wird für diesen sehr durchgeschüttelten Verein. Er wolle auf dem Platz noch viel mehr Verantwortung übernehmen, sagte Nürnberger im Sommer, als der Club gerade Arbeitsurlaub in Südtirol machte.

Dieser Verantwortung kann er nun, da es dem Club in einer sportlich sehr ordentlichen Saison wieder besser geht, aber nicht gerecht werden. Nürnberger durfte zwar in jedem der neun bisherigen Zweitligaspiele mitmachen, über 90 Minuten aber durfte er nur zweimal spielen. Insgesamt stand Nürnberger nur in knapp über der Hälfte der möglichen Minuten auf dem Rasen. Er erlebt jetzt erstmals eine eigene sportliche Krise. Ungewohnt für ihn, das Verhalten in dieser Situation funktioniert aber schon routinemäßig.

Was soll man auch sagen?

Nürnberger, so richtet es die Pressestelle am Valznerweiher aus, möchte derzeit nicht sprechen. Was soll er auch sagen? Dass er selbst nicht genau weiß, warum er der Mannschaft derzeit so wenig helfen kann, dass ihn Robert Klauß in der Partie gegen Hannover 96 schon nach 45 Minuten – und ohne aus irgendeiner Richtung Widerworte erwarten zu müssen – ausgewechselt hat?

In Lino Tempelmann und Tom Krauß hat Nürnberger starke Konkurrenten auf seiner Position im Mittelfeld. Tempelmann schießt sehr zuverlässig Tore derzeit, Krauß nervt den Gegner – bei Nürnberger fiele einem derzeit wenig ein, was ihn heraushebt. Trotzdem will Klauß nicht auf ihn verzichten, beim Gastspiel in Hamburg veränderte er die Grundordnung, so dass Platz für alle drei war.

Dann gibt es auch noch Taylan Duman, der schon angedeutet hat, mehr als die Rolle des Talents ausfüllen zu können am Valznerweiher. Sie können beim Club also einigermaßen entspannt abwarten, dass Nürnberger wieder wichtig wird für die Mannschaft - es muss nur nicht unbedingt wieder in einer Krise des Vereins sein.


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