Vom FC Bayern umworben

Yes he Can: Club-Talent debütiert mit 16 Jahren bei den Profis

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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29.9.2022, 08:47 Uhr
Im Testspiel gegen den FC St. Gallen gab Sturmtalent Can Uzun sein Debüt bei den Profis.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Im Testspiel gegen den FC St. Gallen gab Sturmtalent Can Uzun sein Debüt bei den Profis.

Vor drei Jahren wollte ihn der FC Bayern München verpflichten, auch Besiktas soll bereits seine Fühler ausgestreckt haben nach diesem Can Uzun. Als der 16-Jährige im Februar 2022 beim 1. FC Nürnberg ein neues Arbeitspapier als Jungprofi unterzeichnete, schwärmte der TV-Sender Sport 1 gar von einem "Vertragscoup", der dem Club da gelungen sei.

"Es freut uns, dass Can seinen Weg weiterhin bei uns gehen wird. Er ist ein weiterer Beweis dafür, dass talentierte Spieler hier die Möglichkeit haben, sich erfolgreich weiterzuentwickeln", ließ NLZ-Leiter Michael Wiesinger damals mitteilen. Uzun wiederum freute sich darauf, "hier die nächsten Schritte in Richtung Profifußball zu gehen".

Einen solchen - wenn auch kleinen - Schritt durfte Uzun in der vergangenen Woche machen. Im Test gegen den FC St. Gallen (4:3) löste der Angreifer zur Pause Felix Lohkemper ab und gab damit sein Debüt bei den Profis. Große Akzente setzen konnte er in einer Partie, die der Club nach einer 4:0-Pausenführung auch aufgrund zahlreicher Wechsel zunehmend aus der Hand gegeben hatte, zwar nicht, seine Qualitäten waren in einigen Szenen aber durchaus zu erahnen.

"Er ist ein super Fußballer, der die Räume erkennt, Bälle sichern kann, stark im Eins-gegen-Eins ist und ein gutes Spielverständnis hat", sagt Trainer Robert Klauß, um im gleichen Atemzug voreilige Erwartungen zurechtzurücken: "Er muss schauen, dass er sich weiter stabilisiert. Da wird er in der U19 gut gefordert."

Anpassungsprobleme scheinen dem gebürtigen Regensburger, der 2019 vom FC Ingolstadt an den Valznerweiher gekommen war, eher fremd zu sein. Schon seine Premiere in der U17 geriet zu einem kleinen Spektakel. 0:1 lagen Nürnbergs B-Junioren am ersten Spieltag bei Eintracht Frankfurt zurück, als der 14-jährige Uzun 20 Minuten vor Schluss eingewechselt wurde - und die Partie mit drei Toren innerhalb von zehn Minuten im Alleingang drehte. Zwei weitere folgten, ehe die Saison nach fünf Spieltagen wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wurde. Im zweiten Jahr empfahl sich Uzun dann mit stolzen 22 Treffern in 19 Spielen für den neu gegründeten Perspektivkader sowie die Beförderung in die U19.

"Noch ein langer Weg"

Auch dort führte sich der türkische Junioren-Nationalspieler prima ein und verwandelte gleich beim Auftakt in Reutlingen (3:1) ganz selbstverständlich einen Elfmeter, nach vier Spielen stehen zwei Tore zu Buche. "Ich bin zufrieden mit ihm", sagt Trainer Andreas Wolf über "einen unserer talentiertesten Spieler im Verein". Ucun sei "klar im Kopf, er weiß, was er will und bringt vieles mit, was ein Profi braucht". Wolf sagt aber auch: "Es ist für ihn noch ein langer Weg." Ob nun in München, Istanbul oder Nürnberg.

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