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35:29 zum Hinrunden-Abschluss! HCE ringt Nordhorn nieder

Die Gäste pflegten eine harte Gangart - 28.02.2021 18:07 Uhr

Jenseits der Schmerzgrenze: Vor allem Nico Büdel bekam den Nordhorner Widerstandsgeist immer wieder zu spüren.

28.02.2021 © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / OGo


Dass es ein hartes Stück Arbeit werden könnte, dieses letzte Spiel der Hinrunde, hatten sie geahnt. In der turnusmäßigen Pressekonferenz vor der Partie hatte sich Michael Haaß etwa eine halbe Minute genommen, um die Stärken von Nordhorn zu beschreiben, am Ende schloss er seinen Vortrag aber mit dem Appell, sich diese Stärken gar nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen: "Wir sind gut beraten, auf uns zu gucken", sagte Erlangens Trainer, und: "Wir haben in den letzten Spielen gezeigt, dass wir bestimmen, was auf dem Feld passiert."

Am Sonntagnachmittag war seinen Handballern anzumerken, dass sie auch diesmal von Beginn an bemüht waren, das Geschehen auf dem Feld zu bestimmen. Nach 22 Minuten kratzte sich trotzdem ein sehr nachdenklicher Michael Haaß am Kopf und klopfte sich nervös mit der grünen Auszeit-Karte auf den Oberschenkel. 11:10 stand es da für die Gäste von der holländischen Grenze, die das Geschehen zwar nicht bestimmten, aber eben mindestens ebenbürtig waren und verhinderten, dass der HCE Fahrt aufnahm.

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35:29 gegen Nordhorn-Lingen! HCE behält kühlen Kopf

In einem harten Spiel mit vielen Fouls, Rudelbildungen und einer Roten Karte gelingt es dem HC Erlangen schließlich noch rechtzeitig, sich auf seine eigenen Stärken zu besinnen und das Spiel in die Hand zu nehmen. Mit 35: 29 setzen sich die Erlanger Handballer gegen den Abstiegskandidaten Nordhorn-Lingen durch und feiern damit einen guten Abschluss der Hinrunde. Die Partie in Bildern!


38 Minuten später wirkte nicht nur Haaß deutlich entspannter. In einem äußerst hart geführten Bundesligaspiel hatte der HC Erlangen die Nerven behalten und sich beim 35:29 (15:15) im entscheidenden Moment abgesetzt.

Selke sieht "Luft nach oben"

Mit ihrer Hinrunde waren sie vor der Begegnung einigermaßen zufrieden beim HC Erlangen. "Luft nach oben" hatte zwar nicht nur Geschäftsführer René Selke erkannt, aber in Anbetracht des Umbruchs im Sommer und der zwischenzeitlich zahlreichen Verletzten konnten und mussten sie mit der Punkteausbeute und Platz 13 in der stärksten Handball-Liga der Welt leben.

Den Abstiegskämpfern von der HSG Nordhorn-Lingen war das natürlich herzlich egal. Von Beginn an versuchten sie mit Härte und Tempo die prominenter besetzten Gastgeber aus dem Konzept zu bringen - was in den ersten 35 Minuten sehr gut glückte.

Der HCE tut sich in der ersten Hälfte schwer

Michael Haaß hatte diesmal zu Beginn Martin Ziemer im Tor aufgeboten, Nico Büdel kümmerte sich darum, das Angriffsspiel zu orchestrieren, war aber auch in der Verteidigung enorm gefordert. Ein Tor von Antonio Metzner, eines von Sebastian Firnhaber, dazu ein gehaltener Siebenmeter von Ziemer - so konnte es losgehen aus Erlanger Sicht, so ging es zunächst aber nicht weiter.

Der HCE hatte Probleme, seine Werfer in Position zu bringen, Nordhorn machte die Mitte dicht, es waren vor allem die beiden Außen Johannes Sellin und Christopher Bissel, die Zählbares beisteuerten. Auf der anderen Seite taten sich immer wieder zu große Lücken in der Abwehr auf oder durfte Robert Weber an die Siebenmeterlinie. Die Folge: Die Gäste legten immer wieder vor, die Gastgeber mussten nachziehen. Zumindest das funktionierte, zur Halbzeit stand es 15:15.

Closeline gegen Büdel, Rot für Possehl

Auch nach dem Seitenwechsel schien sich daran zunächst nichts zu ändern, bis es die Nordhorner dann doch ein wenig übertrieben mit der harten Gangart. Bereits in der ersten Hälfte waren beide Mannschaften immer wieder aneinander geraten, hatten sich kleine Rudel gebildet. Als nach 35 Minuten Julian Possehl dann aber Büdel mit einer Closeline stoppte, hatten die Schiedsrichter genug gesehen und zeigten glatt Rot.

Es war der Bruch im Spiel. Die Gäste haderten fortan mit den Unparteiischen, die Gastgeber besannen sich ihrer Stärken und setzten Sellin immer wieder gut in Szene. Als Simon Jeppsson nach 43 Minuten in die Luft stieg und der Ball im Netz zappelte, waren sie auf vier Tore weggezogen (21:17). Ein Vorsprung, den sie im Gegensatz zu den letzten Auftritten diesmal auch mehr als souverän ins Ziel brachten. Am Ende bejubelten der HCE und seine Helfer einen hart erarbeiteten 35:29-Erfolg.

Erlangen: Ziemer, Ferlin; Bissel 8, Sellin 8, Jeppsson 4, Büdel 3, Metzner 3, Ivic 3, Firnhaber 3, Overby 2, Von Gruchalla 1/1, Link, Schäffer, Fäth, Kellner.

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