4:1-Sieg! Starkes Kleeblatt bringt Kiel zum Kentern

15.9.2018, 14:53 Uhr
Der Doppelpacker feiert: Mit zwei Toren legte Daniel Keita-Ruel den Grundstein für den Fürther Sieg.

Der Doppelpacker feiert: Mit zwei Toren legte Daniel Keita-Ruel den Grundstein für den Fürther Sieg. © Sportfoto Zink / WoZi

Kleeblatt-Coach Damir Buric überraschte mit seiner Startelf. Der japanische Neuzugang Yosuke Ideguchi gab sein Pflichtspieldebüt. Und für den am Rücken lädierten Maximilian Wittek musste Tobias Mohr hinten links verteidigen. Die Kieler kamen mit den Ex-Fürthern Johannes van den Bergh und Stefan Thesker in den Ronhof. Letztgenannter war als Innenverteidiger für den Spielaufbau zuständig und machte das mit großer Gelassenheit. Genauso gelassen kombinierten sich die Kieler in der ersten Hälfte durch die Reihen der Fürther. Optisch hatten die Gäste mehr vom Spiel, in Zählbares wandelten sie es jedoch nicht um. Sorgen bereiteten den Fürthern vor allem ihre Außenverteidiger, die immer wieder überspielt wurden, auch im Mittelfeld waren die Abstände zu den Gegenspielern zu groß.


Keita-Ruel bleibt ruhig: Hier sind die Stimmen zum 4:1 gegen Kiel!


In der zehnten Minute kam Steven Lewerenz vor dem Fürther Maximilian Sauer an einen langen Ball und bugsierte das Leder auf die Latte – die erste große Chance des Spiels. Bis zur Halbzeit sollten beide Teams zu je drei Chancen gekommen sein. Ideguchi aber präsentierte sich denkbar schwach. Er war noch ohne Bindung zum Spiel, nach einer halben Stunde hatte er gerade einmal vier Ballkontakte. Dagegen war sein Partner auf der Doppelsechs, Lukas Gugganig, umso auffälliger und holte sich nach mehreren Anläufen eine gelbe Karte für grobes Einsteigen ab. Doch es tut dem Fürther Spiel gut, dass der bislang eher schüchterne Kärntner zumindest auf dem Platz immer aggressiver wird.

Früher Rückschlag

Nach knapp einer halben Stunde musste Sauer schon wieder runter vom Feld. Er konnte trotz eines Turbans nach einem Zusammenprall nicht weiterspielen. Kurz vor der Pause dann noch ein Aufreger, beinahe fiel das 1:0. Doch nur Fabian Reese weiß, was er alleine vor dem Torwart gedacht hat, als er den Ball noch einmal querlegte und er ins Aus trudelte.

Die Fürther kamen unverändert aus der Kabine, aber nun mit mehr Esprit. Das sollte sich in der 52. Minute lohnen – und wie! Sebastian Ernst klaute einen Ball im Spielaufbau der Kieler Störche und bediente den mitgelaufenen Daniel Keita-Ruel, der cool unter Kiels Torhüter Kenneth Kronholm hindurchschob. 1:0. Und nur acht Minuten später die Entscheidung: Ein Konter über David Atanga im Zentrum endete im Strafraum, wo der quirlige Ghanaer per Hacke (!) auf den durchgestarteten Ideguchi ablegte, der schnörkellos den Ball ins Tor schob. 1:0. Mehr Effizienz geht nicht beim Japaner. Als es drauf ankam, war er da. Atanga hatte nur zwei Minuten später das 3:0 auf dem Fuß, als er aus der Distanz knapp am Tor vorbeischoss.

Caligiuri sieht Gelb - vor seiner Einwechslung

Klar, dass die Kieler nun Harakiri spielen mussten. Und wer das Spiel gegen Paderborn gesehen hatte, als aus einem 2:0-Vorsprung noch ein 2:2 wurde, lehnte sich noch nicht zurück. Doch der große Ansturm der Kieler blieb aus, sie wirkten eher geschockt.

Schöne Randnotiz: Weil Roberto Hilbert wegen einer Blessur am Fuß nicht mehr weiterspielen konnte, durfte Marco Caligiuri aufs Feld. Doch weil er zu früh den Rasen betrat, bekam er zur Begrüßung eine gelbe Karte. Egal. Es ging munter weiter. Keita-Ruel schoss nach Vorlage des mittlerweile wie aufgedreht spielenden Atanga das 3:0 (83.).

Green setzt den Schlusspunkt

Die Nordtribüne sang: "Oh, wie ist das schön!" Da war das 1:3 nur noch Makulatur. Einer Unachtsamkeit war es geschuldet, dass wieder einmal in der Schlussphase (87.) Benjamin Girth einen Ball einnickte, im Fünfmeterraum völlig allein gelassen. Doch die Fürther hatten heute Bock. Ideguchi vergab nach einem Konter alleine vor dem Tor (90.), weil er Kronholm anschoss. Doch Green legte in der Nachspielzeit das 4:1 nach. Atanga war wiederum der Vorbereiter. Ein irres Spiel, das lahm begann und schließlich ein Fußballfest wurde.

"Das Kleeblatt Fürth ist wieder da", hallte es durch den Ronhof. Die Saison ist zwar noch jung, aber die Kleeblatt-Fans genießen die aktuelle Situation nach den vergangenen Jahren ganz besonders.

SpVgg Greuther Fürth: Burchert - Sauer (28. Hilbert, 81. Caligiuri), Maloca, Magyar, Mohr - Gugganig (69. Green) - Ernst - Reese, Ideguchi, Atanga - Keita-Ruel

Holstein Kiel: Kronholm - Dehm, Thesker (62. Girth), Wahl, van den Bergh - Kinsombi, Meffert - Schindler, Mühling, Lewerenz (58. Lee) - Serra (51. Honsak)

Tore: 1:0 Keita-Ruel (52.), 2:0 Ideguchi (60.), 3:0 Keita-Ruel (81.), 3:1 Girth (87.), 4:1 Green (90.+1) | Gelbe Karten: Gugganig, Caligiuri - Wahl | Schiedsrichter: Koslowski (Berlin)

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