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5:1-Sieg! Der Club rockt den Test gegen Mlada Boleslav

Kubo traf doppelt - Tillman macht Hoffnung, Ilicevic schwach - 22.03.2019 16:34 Uhr

Timothy Tillman war einer der Lichtblicke beim Test gegen Mlada Boleslav. © Sportfoto Zink / DaMa


Schon im März des Vorjahres wollte der FCN gegen den tschechischen Erstligisten ein Testspiel austragen. Damals im Nachbarland, doch daraus wurde nichts. Nun, ein gutes Jahr später und um einige Bundesliga-Erfahrungen reifer, geht es für die Truppe von Boris Schommers doch noch gegen das Team aus der Mittelböhmischen Region.

Bereits 2005 bekam es der fränkische Altmeister mit den Osteuropäern zu tun, als ein gewisser Hans Meyer seinen Einstand (2:0-Sieg) auf der Trainerbank gab und ebenfalls mit dem Club gegen den Abstieg kämpfte. Die Ausgangslage ist also an diesem Freitagnachmittag gar nicht allzu befremdlich: Ein Test für Selbstvertrauen im Abstiegskampf.

FCN mit Ilicevic und Misidjan

Boris Schommers begann mit den wiedergenesenen Ivo Ilicevic, Ondrej Petrak und Virgil Misidjan, musste jedoch am Valznerweiher auf Georg Margreitter (Rückenbeschwerden), Kevin Goden (wieder im Aufbautraining), Eduard Löwen (Hüftprobleme) sowie Federico Palacios (Mittelhandbruch) verzichten.

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Geht doch! Club trifft beim Ballerspiel gegen Boleslav gleich fünfmal

Der 1. FC Nürnberg ist im Test gegen den tschechischen Erstligisten FK Mlada Boleslav seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Am Valznerweiher setzte es ein deutliches 5:1.


Die Anfangsphase lässt sich so beschreiben: Beim Club gab es noch Unsicherheiten im Spielaufbau und in der Defensive. Das neue Verteidiger-Duo um Lukas Jäger und Ewerton wirkte in der Abstimmung noch zu fremd. In der 7. Minute gab der sonst so zuverlässige Brasilianer einen Rückpass fahrlässig zum Gegner. Mlada-Stürmer Tomas Ladra musste das Spielgerät eigentlich nur noch vor dem Gehäuse unbekümmert einschieben, verzog aber nach rechts. Ein Ding der Kategorie: Musst du eigentlich machen.

Von Minute zu Minute kehrte aber die Stabilität zurück ins Nürnberger Spiel, was dem Gegner zu einer tieferen Verteidigung zwang. Gefährlich wurde es beim Bundesliga-Schlusslicht vor allem über die Flügel - besonders auf der linken Seite war Betrieb. Der flinke Leibold wurde dort nach vierzehn Minuten auf die Reise geschickt und bediente Matheus Pereira im Strafraum mustergültig. Der Flügelflitzer, heute vor allem in zentraler Rolle, schob direkt in die rechte Ecke ein (14.).

Jäger rutscht aus - 1:1

Doch auch Boleslav wollte den Arbeitstag von Fabian Bredlow beschäftigungsreich gestalten - zumindest ein wenig. Bei einer Flanke von der rechten Seite störten die Gastgeber zu spät, in der Mitte nutzte Dominik Masek einen unglücklichen Ausrutscher von Lukas Jäger. Bredlow war nur noch mit den Fingerspitzen dran - Ausgleich (22.).

Defensiv durchwachsen, im Angriff aber umso präsenter. Anscheinend hat Abwehr-Chef Ewerton wohl am Freitag seinen Torinstinkt entdeckt. Wieder ging es über die linke Seite. Eine wildes Billard-Zusammenspiel von Leibold und Jäger fand letztlich im bulligen Brasilianer einen Abnehmer, der in bester Stürmer-Manier goldrichtig stand (29.).

Knöll scheitert vor Tor

Nach einem langen Ball legt Knöll auf Matheus Pereira, der im starken Zusammenspiel den Ball in den Weg des Ex-Hamburgers steckte. Im Privatduell gegen Schlussmann Stejskal versagten dem Angreifer dann aber die Nerven (35.).

In der 36. Minute war dann der Arbeitstag für Misidjan und Petrak beendet. Beide machten ihre Sache ordentlich. Ein ähnlich gutes Zeugnis konnte man Ivo Ilicevic dagegen aber nicht machen. Der Kroate zögerte oft, die Pässe in die Tiefe kamen nicht - Defizite, die auch einem lautstarken Boris Schommers an der Seitenlinie nicht verborgen blieben.

Club in zweiter Halbzeit stark

Im zweiten Durchgang drehte der 1. FC Nürnberg dann aber auf. Spielfreude und ansehnliche Kombinationen tauchten vor allem durch die Tillman und Kubo auf. Eine Ecke von Rhein fand Lukas Jäger, der den Ball sehenswert aus gut elf Metern per Seitfallzieher nahm und an den rechten Pfosten zimmerte. Kubo staubte zum 3:1 (64.) ab. 

Und auch beim vierten Treffer war Timothy Tillman, der immer wieder mit überraschenden Aktionen viel Schwung ins Nürnberger Spiel brachte, entscheidend beteiligt. Dieser startete auf der rechten Seite den Turbo und chipte den Ball halbhoch in den Lauf von Edgar Salli. Der Kameruner sagte Danke und drückte das Spielgerät über die Linie (67.).

Den Schlusspunkt setzte der quirlige Kubo, der eine Kopfball-Weitergabe von Ishak stark verwertete. Der Japaner umdribbelte den herausgeilten Stejskal nur eine Minute darauf (68.) und schob flach ins leere Tor ein.

Tillman macht Hoffnung

Alles in allem konnte man von einem guten Auftritt des FCN sprechen, wobei besonders in der Anfangsphase ein paar Defizite sichtbar wurden. Hoffnung im Abstiegskampf macht eine befreite Offensive, wobei Tim Leibold, Timothy Tillman und Yuya Kubo für die nötige Spielfreude sorgten. Allerdings: Mit Mlada Boleslav stand am Freitagnachmittag auch ein Gegner auf dem Platz, der nur wenig entgegensetzen konnte. 

Aufstellung: Bredlow (62., Klandt) - Bauer (46., Nürnberger), Jäger, Ewerton (46., Mühl), Leibold (62., Erras) - Petrak (36., Rhein) , Misidjan (36., Tillman), Fuchs (75., Kerk), Ilicevic (46., Salli), Pereira (62., Kubo) - Knöll (62., Ishak)


Tore: 1:0 Pereira (14.), 1:1 Masek (22.), 2:1 Ewerton (29.), 3:1/5:1 Kubo (64./68.), 4:1 Salli (67.) 

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