80:66! Bamberg dreht gegen Bonn nach der Pause auf

19.12.2020, 22:54 Uhr
Fieler? Bockstark! Bambergs Führungsspieler war ein Faktor, warum die Oberfranken gegen Bonn noch zu einem klaren Sieg schwebten.

Fieler? Bockstark! Bambergs Führungsspieler war ein Faktor, warum die Oberfranken gegen Bonn noch zu einem klaren Sieg schwebten. © Georg Wendt/dpa

Die Bonner präsentierten sich vom Start weg als der erwartet unangenehm zu spielende Gegner und diktierten das Geschehen auf dem Parkett. Vor allem mit aggressiver Defense schafften es die Rheinländer, die Bamberger Systeme nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Mit einer ebenfalls ordentlichen Defensivleistung konnten die Oberfranken ihre dürftige Offensivausbeute noch einigermaßen kompensieren, etliche Turnover und schwierige Wurfversuche ließen aber schon zu diesem frühen Zeitpunkt erahnen, dass dem Team von Johan Roijakkers ein schwerer Abend bevorstehen würde.

Bonn agiert mit mehr Energie

Ab Mitte des ersten Viertels kamen die Jungs von Gästetrainer Igor Jovovic mit Broses Abwehrarbeit besser zurecht, fanden ihren Rhythmus und bauten ihren Vorsprung sukzessive aus. Dabei konnten die Hausherren insbesondere im zweiten Viertel das hohe Energielevel der ehemaligen Bundeshauptstädter, denen man das gesteigerte Selbstvertrauen nach ihrem ersten Saisonsieg deutlich anmerkte, nicht matchen.

Als dann in der Schlussphase der ersten Halbzeit BBL-Routinier Chris Babb heiß lief und acht Zähler in Serie - einzig von zwei Micovic-Punkten unterbrochen - auflegte, sah sich Bamberg plötzlich mit einem 18-Punkte-Rückstand (23:41, 18. Min.) konfrontiert. Durch zwei Punkte von David Kravish zum 27:41 fand diese fast schon katastrophale erste Halbzeit für Brose Bamberg, das sich satte zwölf Ballverluste (Bonn: vier) erlaubte (dadurch allein zehn Mal weniger auf den Bonner Korb werfen konnte) und offensiv zu keinen Zeitpunkt einen Wurfrhythmus fand, noch ein versöhnliches Ende.

Bamberg schlägt zurück - und wie!

Zur zweiten Halbzeit kamen die Brose-Boys dann komplett verwandelt aus der Kabine. Intensität, Einstellung und Energie waren auf einmal voll da und kauften den Bonnern den Schneid ab. Angeführt von Kapitän Chase Fieler und - wie immer eigentlich - David Kravish starteten die Oberfranken mit einem 14:0-Run und egalisierten ihren Pausenrückstand binnen vier Minuten. Bis zur ersten eigenen Führung mussten die Domstädter allerdings noch bis zur 28. Spielminute warten, da zwischenzeitlich Strahinja Micovic dafür sorgte, dass auch Bonn im zweiten Durchgang angekommen war. Für den Führungswechsel sorgte schließlich Christian Sengfelder, der zwei Freiwürfe zum 47:46 traf.

Die Bonner, die sich während Bambergs Aufholjagd auch zu sehr in Einzelaktionen verzettelte und mit der gegnerischen Defense überhaupt nicht mehr zurecht kamen, versuchten sich zwar zu wehren, doch Brose war jetzt definitiv im Spiel und setzte weiter nach. Chase Fieler war dabei die treibende Kraft. Der Brose-Kapitän machte an diesem Abend einfach alles und spielte sich dabei seinen persönlichen Frust aus den vergangenen Partien von der Seele. Er scorte selbst, verteilte die Bälle, verteidigte, blockte Würfe und zog Offensivfouls.

Bonn auf der Gegenseite hatte sich nahezu komplett in seine Einzelteile aufgelöst und fand - abgesehen von ein paar erfolgreichen Einzelaktionen - quasi nicht mehr statt, wohingegen Brose fast wie aus einem Guss agierte und jetzt seinerseits den Vorsprung Stück für Stück ausbauen konnte. So steht nach zwei extrem krass unterschiedlichen Halbzeiten ein auch in der Höhe verdienter 80:66-Erfolg für Brose Bamberg.

Brose Bamberg: Fieler (18), Hall (17), Kravish (12), Vitali (11), Sengfelder (9), Lockhart (6), Ogbe (5), Grüttner Bacoul (2), Hundt, Odiase, Plescher, Seric Telekom Baskets Bonn: Micovic (15), Lischka (13), Kratzer (12), Babb (11), Hagins (5), Gailius (3), Binapfl (3), DiLeo (2), Pollard (2), Thompson