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84:72! Die Falcons starten mit einem Heimsieg

Ohne ihre Zuschauer im Rücken besiegen Nürnbergs Basketballer Ehingen - 17.10.2020 21:27 Uhr

Neuzugang Martin Bogdanov (links) gab gegen Ehingen den souveränen Aufbauspieler.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink


Zur Not auch ohne Zuschauer. So ungefähr hatte es Jonathan Maier während der Vorbereitung formuliert. Der vorzeitige Abbruch der vergangenen Saison und die geschlossenen Hallen im Frühling hatten dem Center der Nürnberg Falcons noch einmal verdeutlicht, wie sehr er seinen Sport liebt. Natürlich liebt er ihn noch mehr, wenn in der Halle auch Menschen sind, die seine Dunks bejubeln, aber: Hauptsache spielen!

Die Fans sehen das natürlich anders, vor allem wenn sie wie im Falle der Anhänger der Falcons so kurzfristig ausgesperrt werden. Am Mittwoch hatte die Stadt Nürnberg noch die Zusage für wenigstens 300 Zuschauer erteilt, am Freitag diese Zusage aber wieder zurückgenommen - zu viele Corona-Infektionen in Nürnberg. Dass am Samstagabend zeitgleich Amateursport und kulturelle Veranstaltungen mit Zuschauern stattfanden, dürfte nicht nur Ralph Junge, nunja, verwundert haben.

Immerhin: Am Ende des Abends durfte sich Nürnbergs Cheftrainer über einen 84:72 (23:15, 16:14, 19:22, 26:21)-Erfolg seiner Mannschaft freuen.

Ein zu früher Saisonstart?

Mitte Oktober in die neue Saison zu starten, war ein Risiko. Die Mehrheit der Klubs in der 2. Basketball-Bundesliga sprach sich trotzdem dafür aus. Also schraubten im Angesicht einer sich wieder ausbreitenden Pandemie unter der Woche die treuesten Fans Stühle in ihren Stehblock, um zumindest teilweise am gewohnten Ort mit entsprechendem Abstand dabei zu sein.

Am Samstag blieben diese grauen Stühle dann aber genau wie die große Mehrheit der grünen Sitzschalen im Eventpalast leer - und durfte sich Ralph Junge in seiner Skepsis, die Spielzeit ohne das Wissen um die genauen Rahmenbedingungen zu starten, bestätigt fühlen.

Maier hat Bock

Das Eröffnungsspiel der Liga am Freitag zwischen Trier und Heidelberg war da bereits wegen erster Corona-Fälle abgesagt werden, auch die Partie Kirchheim gegen Jena musste verschoben werden. Wie lange sich der Spielbetrieb aufrecht erhalten lässt, wird aktuell niemand seriös abschätzen können, den ersten Saisonsieg kann Nürnberg allerdings niemand mehr nehmen.

Vor allem Jonathan Maier schien trotz der unterkühlten Atmosphäre Bock zu haben. Nach der ersten Halbzeit war er mit zwölf Punkten Nürnbergs Topscorer, nach 40 Minuten standen auf dem Statistikbogen 17 Zähler hinter seinem Namen. Zu Beginn wussten die Gastgeber ihre Größenvorteile auszunutzen, auch Moritz Sanders startete stark und sammelte auch nach seinem vierten Foul noch fleißig Punkte.

Noch fehlt teilweise die Intensität

Nach dreieinhalb Minuten stand es 16:7 und beantragte Ehingen die erste Auszeit. Dass Junge trotzdem bald immer wieder kopfschüttelnd an der Seitenlinie stand, hatte vor allem zwei Gründe: Erstens verstanden es seine Spieler nur phasenweise, ihr deutliches Plus an Qualität auszuspielen. Zweitens stand einer ordentlichen Offensive eine Defensive gegenüber, der es - vielleicht auch wegen des fehlenden Publikums - an Intensität mangelte.

Kaum hatten sich die Falcons ein wenig abgesetzt, durften sich die Gäste wieder heranpirschen. Umgekehrt leisteten sich die jungen Ehinger immer genau dann zu viele Fehler, wenn der Ausgleich in Reichweite war. Neuzugang Martin Bogdanov gab wie von Junge angekündigt den ruhigen Point Guard, Kapitän Sebastian Schröder zeigte sich recht gut erholt von seiner Oberschenkelverletzung und Marcell Pongó machte Marcell-Pongó-Sachen (14 Punkte, 6 Rebounds, 5 Assists, 5 Steals, 4 Turnover).

Das genügte, um Ehingen zu besiegen. Um auch in Heidelberg zu siegen, dürfte es allerdings eine Leistungssteigerung benötigen. Sofern am kommenden Sonntag überhaupt gespielt wird.

Nürnberg: Sanders 20 Punkte, Maier 17, Pongó 14, Bogdanov 10, Schröder 10, Daubner 7, Fischer 3 (9 Rebounds), Kent 3, Feneberg, Trummeter, Faatz.

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