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Alexandra Popp: Eine der wichtigsten Stützen im DFB-Frauenteam

"Da sieht man, wie einfach Fußball sein kann" - 19.06.2019 17:37 Uhr

Alexandra Popp ist eine der Schlüssel-Spielerinnen dieser Weltmeisterschaft. © Pascal Guyot , AFP


Die Szene war symbolisch für Spielerin und Mannschaftsgeist: Nach ihrem Kopfballtor zum 3:0 gegen Südafrika rannte Alexandra Popp zur Seitenlinie und feierte den Treffer mit Ersatzspielerinnen und Trainerstab. "Mir war es wichtig zu zeigen, dass die Bank ihren Teil zum Erfolg beiträgt", erklärte die Angreiferin vom VfL Wolfsburg. Nachdem die deutsche Kapitänin in den ersten beiden Spielen der Fußball- Weltmeisterschaft in Frankreich noch leer ausgegangen war, gelang ihr in der letzten Vorrundenpartie der ersehnte erste Treffer beim 4:0 (3:0) am Montag über den WM-Neuling in Montpellier.

Eine Spielerin, die immer alles gibt

"Poppi ist eine Spielerin, die permanent alles gibt“, lobte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Für den Erfolg der Mannschaft ordnet sie dabei auch ihre eigenen Vorlieben unter. Beim hart umkämpften 1:0 gegen Spanien etwa rückte Popp sogar zurück auf die Sechser-Position, um als kopfballstarke Spielerin vor der Abwehr die Führung zu sichern. "Aber sie sieht sich als Stürmerin in der Pflicht, Tore zu erzielen", sagt Voss-Tecklenburg.

Entsprechend unzufrieden war Popp mit dem für sie bis zum dritten Spiel torlosen Turnier. Das Trainerteam leistete Aufbauarbeit: "Wir haben ihr vor dem Spiel diese vielen, vielen Aktionen gezeigt, wo sie auch am Tor beteiligt war." Aber trotzdem habe Popp den Anspruch, „dass sie lieber den Ball ins Tor köpft, als dass sie nur beteiligt ist“,sagte ihre Trainerin weiter. "Deshalb ist es toll, dass sie so ein wunderbares Tor gemacht hat." Popps Treffer war der bisher am schönsten herausgespielte des deutschen Teams: Nach einer feinen Kombination flankte Giulia Gwinn an den Fünfmeterraum, dort schraubte sich Popp in die Höhe und köpfte den Ball wuchtig ins Tor.

"Da sieht man, wie einfach Fußball sein kann", freute sich Voss-Tecklenburg: "Wir brauchen diese Qualität im Kopfball. Das ist eine Waffe." Mit 28 Jahren gehört Popp zu den Älteren im Kader. Sie ist sich ihrer Verantwortung bewusst: "Wir sind relativ jung, auch noch ein bisschen unerfahren. Aber es macht unheimlich viel Spaß, mit dieser verrückten Mannschaft zusammenzuspielen", sagt sie. Mit drei Siegen und ohne Gegentor ist das deutsche Team nun in die nächste Runde eingezogen. "Es war wichtig, dieses Ziel zu erreichen", sagt Popp. "Neun Punkte sind das, was wir holen wollten und in unserem Fall mussten."

Der Gegner? Ist egal

Am gestrigen Dienstag stand für den DFB-Tross der Umzug von Montpellier nach Grenoble an, wo am Samstag das Achtelfinale (17.30 Uhr) ansteht. Als Gruppenerste wird das deutsche Team auf einen der Tabellendritten aus den Gruppen A, C oder D treffen, der noch nicht feststeht.

Der Gegner ist Spielerinnen und Trainerteam aber egal: "Wenn man Weltmeister werden will, muss man alle schlagen", sagt Popp schmunzelnd. Für Popp wäre es das 100. Länderspiel, als 26. deutsche Fußballerin würde sie diese Marke dann übertreffen. "Wir haben tatsächlich schon darüber gesprochen, ich freue mich, dazuzugehören", sagte sie. Zudem hat sie dann die Gelegenheit, ihr Torkonto von 47 Treffen auszubauen. Mit ihrem nächsten Tor würde sie in der ewigen Rangliste auf Platz sieben vorrücken – und mit Ex-Bundestrainerin Silvia Neid gleichziehen.

 

Stephan Köhnlein, dpa

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