Radrennen am Wochenende

Alles geheim bei der Deutschland Tour durch die "Fränkische"

Holger Peter
Holger Peter

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24.8.2021, 16:07 Uhr
Eher verhalten läuft die Werbung für die Deutschland Tour. Immerhin erfährt der Forchheimer durch Parkverbotstafeln von dem Radrennen.

Eher verhalten läuft die Werbung für die Deutschland Tour. Immerhin erfährt der Forchheimer durch Parkverbotstafeln von dem Radrennen. © Athina Tsimplostefanaki, NN

Mit der Tour der France oder dem Giro d‘Italia kann die Deutschland Tour nicht mithalten. Im Gegensatz zu diesen Klassikern hat die Historie der deutschen Rundfahrt viele Brüche. Es gab immer wieder Pausen. Nach dem Hype um Jan Ullrich wurde sie beispielsweise 1999 zum wiederholten Male wiederbelebt, 2008 gaben die Veranstalter erneut auf. 2018 gab es das nächste Comeback. Ob die Auflage von 2021 ein großer Erfolg wird, steht in den Sternen. Publikum entlang der Strecke ist zumindest nicht erwünscht, aber auch nicht ganz zu vermeiden.

„Um das Infektionsrisiko zu verringern, halten Sie bitte einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu den Fahrern und verzichten Sie bitte auf direktes Zujubeln“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Forchheim, durch die der Tross der Radprofis am Sonntagmittag hindurch rollt. Sogar eine Sprintwertung findet in der Kaiserstadt statt – nur wo? Das dürfen die Behörden unter Berufung auf die Vorgaben des Veranstalters und die corona-bedingten Auflagen nicht sagen.

Der gesamte Streckenverlauf unterliegt der Geheimhaltung, was es für Radsportfans nicht einfach macht. Schließlich ist die vierte und letzte Etappe am Sonntag die Königsetappe, nachdem Etappe drei am Samstag schon einmal den westlichen Landkreis streift, ehe sie in Erlangen endet. Darauf folgen 160 Kilometer mit Startort Erlangen und Ziel in Nürnberg. Dazwischen 13 knackige Anstiege in der Fränkischen Schweiz, wo sich normalerweise die Zuschauer drängen würden.

Durch die Innenstadt Forchheims

Die Stadt Forchheim hat immerhin eine Pressemitteilung mit den wichtigsten Eckdaten herausgegeben. So wird dort erwähnt, dass das Fahrerfeld je nach Rennverlauf Forchheim gegen 13.45 Uhr erreichen wird. Die Durchfahrt werde auf folgendem Streckenabschnitt gesperrt: Von Süden kommend über die FO 13 (Brothauskreisel), Burker Straße, Adenauerallee bis Bamberger Straße, auf der Bamberger Straße bis zur Hornschuchallee, weiter über Marktplatz, Paradeplatz, Klosterstraße, Eisenbahnstraße, Theodor-Heuss-Allee, Eisenbahnbrücke, Hainbrunnenstraße, Hainstraße, Hans-Sachs-Straße, Untere Kellerstraße, FO 17 Richtung Weilersbach. Rund um Hornschuchallee und Marktplatz werden Halteverbote eingerichtet. Die Straßensperrungen treten laut dieser Meldung rund 30 Minuten vorher in Kraft.

Aus dem Landratsamt sind die Informationen bewusst spärlicher, wie Reinhold Trautner, zuständig für den Straßenverkehr, berichtet. „So allgemein wie möglich“ wolle man diese halten, um große Menschenansammlungen zu vermeiden. An Betroffene wie Anwohner würden Anordnungen herausgegeben, alle anderen - beispielsweise Ausflügler in die Fränkische Schweiz – müssten eben mit kürzeren Wartezeiten rechnen. Das Feld sei ja relativ schnell durch, und der Abbau der Sperrungen gehe schnell über die Bühne. Fast in der gesamten Fränkischen Schweiz – „das geht fast im Zickzack“, so Trautner – müsse man auf gewisse Einschränkungen gefasst sein. Kurz nach 16 Uhr werden die Radprofis die Fränkische Schweiz verlassen und Richtung Nürnberg weiterfahren.

Schon vorher auf verschiedenen Routen unterwegs sind rund 3500 Teilnehmer der Jedermann-Tour. In zwei Gruppen starten diese um 9.30 und 10.30 Uhr in Nürnberg, auch sie durchfahren die Fränkische Schweiz. „Da könnten die Sperrungen länger dauern, weil die Leistungsunterschiede doch ziemlich groß sind“, warnt Trautner.

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