Als das Nürnberger Stadion einmal Victory-Stadium hieß

14.8.2018, 11:40 Uhr
Das
1 / 15

Das "Max-Morlock-Stadion", der oft geäußerte Wunsch vieler Club-Fans, rückt näher. Die Arena des Altmeister könnte bald schon nach der Vereinsikone, der Deutschland 1954 in Bern zum Weltmeister machte und für den FCN über 22 Jahre lang Treffer an Treffer reihte, benannt sein. Einen Sponsor gibt's bereits. Doch wie hieß die Spielstätte der Rot-Schwarzen eigentlich früher? Auf jeden Fall vielversprechend: Ausgerechnet Victory-Stadium tauften sie die Amis nach dem zweiten Weltkrieg.
Das Städtische Stadion (hier ein Bild von 1957) wurde zwischen 1926 und 1928 nach Plänen des Milchhof-Architekten Otto Ernst Schweizer gebaut. Es war Teil eines damals neu konzipierten Freizeitparks südlich des Dutzendteichs. © Archiv

Ab 1933 legte sich ein dunkler Schatten über das Städtische Stadion, das fortan die Nationalsozialisten für sich entdeckten. Die Hitler-Jugend nutzte die Sportstätte als Aufmarschort, während Adolf Hitler in einer Rede anlässlich des Reichsparteitags 1935 hier von der deutschen Jugend forderte
2 / 15

Ab 1933 legte sich ein dunkler Schatten über das Städtische Stadion, das fortan die Nationalsozialisten für sich entdeckten. Die Hitler-Jugend nutzte die Sportstätte als Aufmarschort, während Adolf Hitler in einer Rede anlässlich des Reichsparteitags 1935 hier von der deutschen Jugend forderte "[...] flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl" zu sein. © Archiv

1945 beschlagnahmten die Amerikaner die Arena und tauften sie auf den Namen
3 / 15

1945 beschlagnahmten die Amerikaner die Arena und tauften sie auf den Namen "Victory Stadium". Bis 1961 (hier ein Bild von 1960) wurde das Stadion nur gelegentlich für Fußballspiele freigegeben. © Archiv

Unweit des Städtischen Stadions, in der Jochensteinstraße in Zerzabelshof, wurde am 29. Mai 1950 der 'alte Zabo' nach Aus- und Umbau wieder eröffnet (hier ein Bild von 1954). 35.000 Zuschauer hatten auf den Rängen Platz. In den nächsten Jahren zeigte sich allerdings, dass das Stadion dem Club doch nicht mehr genug war. 1963 zog der damalige Rekordmeister ins Städtische Stadion um.
4 / 15

Unweit des Städtischen Stadions, in der Jochensteinstraße in Zerzabelshof, wurde am 29. Mai 1950 der 'alte Zabo' nach Aus- und Umbau wieder eröffnet (hier ein Bild von 1954). 35.000 Zuschauer hatten auf den Rängen Platz. In den nächsten Jahren zeigte sich allerdings, dass das Stadion dem Club doch nicht mehr genug war. 1963 zog der damalige Rekordmeister ins Städtische Stadion um. © Archiv

In der überdachten Tribüne im Städtischen Stadion (unser Bild stammt aus dem Jahr 1953) waren 15 Sitzreihen mit 2500 Plätzen untergebracht.
5 / 15

In der überdachten Tribüne im Städtischen Stadion (unser Bild stammt aus dem Jahr 1953) waren 15 Sitzreihen mit 2500 Plätzen untergebracht. © Archiv

1963 wurde das Städtische Stadion für sieben Millionen Mark umgebaut. Bei seiner Fertigstellung zwei Jahre später bot es Platz für 64.238 Zuschauer. Durch Stahlrohrtribünen seitlich der Haupttribüne konnte die Kapazität um weitere 7000 erhöht werden.
6 / 15

1963 wurde das Städtische Stadion für sieben Millionen Mark umgebaut. Bei seiner Fertigstellung zwei Jahre später bot es Platz für 64.238 Zuschauer. Durch Stahlrohrtribünen seitlich der Haupttribüne konnte die Kapazität um weitere 7000 erhöht werden. © Archiv

Am 1. September 1966 wurde die Haupttribüne im alten Zabo abgebrochen. Lange Zeit erinnerte nur noch die Heiner-Stuhlfauth-Straße, die dicht an dem ehemaligen Gelände entlangführt, an den alten Zabo.
7 / 15

Am 1. September 1966 wurde die Haupttribüne im alten Zabo abgebrochen. Lange Zeit erinnerte nur noch die Heiner-Stuhlfauth-Straße, die dicht an dem ehemaligen Gelände entlangführt, an den alten Zabo. © Archiv

Seit Anfang Mai 2015 ist das anders: In der Kachletstraße, nahe Zerzabelshof- und Jochenstraße, weist ein Gedenkstein darauf hin, dass hier einst das Stadion stand. Das Stadion, in dem es für die Club-Gegner in Zeiten großer Nürnberger Fußball-Dominanz Backenfett zum Abholerpreis gab - und das gleich reihenweise.
8 / 15

Seit Anfang Mai 2015 ist das anders: In der Kachletstraße, nahe Zerzabelshof- und Jochenstraße, weist ein Gedenkstein darauf hin, dass hier einst das Stadion stand. Das Stadion, in dem es für die Club-Gegner in Zeiten großer Nürnberger Fußball-Dominanz Backenfett zum Abholerpreis gab - und das gleich reihenweise. © Edgar Pfrogner

Doch zurück in Dutzendteichnähe: Markenzeichen des Nürnberger Stadions (hier ein Bild von 1988) war und ist die achteckige Form. Als ein Gutachten der Landesgewerbeanstalt feststellte, dass aufgrund des brüchigen Tribünendaches eine Gefährdung der Zuschauer gegeben sei, war das Ende des Gemäusers beschlossene Sache.
9 / 15

Doch zurück in Dutzendteichnähe: Markenzeichen des Nürnberger Stadions (hier ein Bild von 1988) war und ist die achteckige Form. Als ein Gutachten der Landesgewerbeanstalt feststellte, dass aufgrund des brüchigen Tribünendaches eine Gefährdung der Zuschauer gegeben sei, war das Ende des Gemäusers beschlossene Sache. © Archiv

1988 wurde das Stadion umgebaut. Probleme verursachte vor allem die denkmalgeschützte Haupttribüne. Bei der Sichtung der Fundamente und Stützen hatte sich herausgestellt, dass diese beim Bau des Stadions in den 1920er Jahren nicht fachgerecht errichtet worden war. Der Erhalt des Tribünenrumpfes verursachte eine Kostensteigerung von 52 auf 68 Millionen Mark.
10 / 15

1988 wurde das Stadion umgebaut. Probleme verursachte vor allem die denkmalgeschützte Haupttribüne. Bei der Sichtung der Fundamente und Stützen hatte sich herausgestellt, dass diese beim Bau des Stadions in den 1920er Jahren nicht fachgerecht errichtet worden war. Der Erhalt des Tribünenrumpfes verursachte eine Kostensteigerung von 52 auf 68 Millionen Mark. © Archiv

Oberbürgermeister Peter Schönlein (winkend), Günter Beckstein (vorne rechts) und Ministerpräsident Max Streibl sitzen bei der Eröffnung des Frankenstadions am 29. September 1991 in der ersten Reihe. Die Spielstätte wurde mit einem Spiel gegen Bayern München eingeweiht (1:1). Mit seiner Kapazität von 52.500 Zuschauern, davon zwei Drittel Sitzplätze, bedeutete dies für den FCN bei ausverkauftem Haus gut 900.000 DM Brutto-Einnahmen. Später wurden die Stehplätze für die Fans nochmals reduziert, so dass es beinahe zu einem reinen Sitzplatzstadion wurde - Fassungsvermögen: 44.600 Plätze.
11 / 15

Oberbürgermeister Peter Schönlein (winkend), Günter Beckstein (vorne rechts) und Ministerpräsident Max Streibl sitzen bei der Eröffnung des Frankenstadions am 29. September 1991 in der ersten Reihe. Die Spielstätte wurde mit einem Spiel gegen Bayern München eingeweiht (1:1). Mit seiner Kapazität von 52.500 Zuschauern, davon zwei Drittel Sitzplätze, bedeutete dies für den FCN bei ausverkauftem Haus gut 900.000 DM Brutto-Einnahmen. Später wurden die Stehplätze für die Fans nochmals reduziert, so dass es beinahe zu einem reinen Sitzplatzstadion wurde - Fassungsvermögen: 44.600 Plätze. © Archiv

Im Zuge der Kommerzialisierung des Fußballs erhielt das Stadion den Namen
12 / 15

Im Zuge der Kommerzialisierung des Fußballs erhielt das Stadion den Namen "easyCredit-Stadion". Wegen der fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung verabschiedete sich die Teambank Mitte 2012 als Namensgeber. Der Vorschlag der Fans, die Spielstätte der WM 2006, in "Max-Morlock-Stadion" umzubennen fand bislang keine Berücksichtigung. Vielmehr machte sich die Betreibergesellschaft auf der Suche nach einem Unternehmen, das als neuer Namensgeber Pate steht. © Archiv

Dieses Unternehmen hatte man alsbald auch gefunden. Am 14. Februar 2013 wurde bekanntgegeben, in welchem Stadion der Club künftig seine Heimspiele austrägt: im Grundig-Stadion.
13 / 15

Dieses Unternehmen hatte man alsbald auch gefunden. Am 14. Februar 2013 wurde bekanntgegeben, in welchem Stadion der Club künftig seine Heimspiele austrägt: im Grundig-Stadion. © Oliver Acker - www.digitale-luftbilder.de

Im Mai 2015 kommt erneut Bewegung in die Pläne für ein neues Club-Stadion. Der FCN verrät, man habe einen Investor gefunden - doch die Stadt muss mitspielen. Nach dem Auslaufen des Vertrages mit Grundig heißt Nürnbergs Wettkampfstätte schlicht einfach nur noch Stadion Nürnberg. Im Januar 2017 wird schließlich das Max-Morlock-Stadion konkreter.
14 / 15

Im Mai 2015 kommt erneut Bewegung in die Pläne für ein neues Club-Stadion. Der FCN verrät, man habe einen Investor gefunden - doch die Stadt muss mitspielen. Nach dem Auslaufen des Vertrages mit Grundig heißt Nürnbergs Wettkampfstätte schlicht einfach nur noch Stadion Nürnberg. Im Januar 2017 wird schließlich das Max-Morlock-Stadion konkreter. © Michael Matejka

Mit einer Crowdfunding-Kampagne sollen die FCN-Anhänger ihren Teil dazu beitragen, dass das Stadion nach Nürnbergs großem Idol benannt wird. Die geplante Summe wird zwar nicht erreicht, doch die Consorsbank, die sich die Namensrechte an der Arena für drei Jahre gesichert hat, springt ein und tauft die Spielstätte zur Saison 2017/18 in Max-Morlock-Stadion - und erfüllt damit den Traum vieler Club-Fans.
15 / 15

Mit einer Crowdfunding-Kampagne sollen die FCN-Anhänger ihren Teil dazu beitragen, dass das Stadion nach Nürnbergs großem Idol benannt wird. Die geplante Summe wird zwar nicht erreicht, doch die Consorsbank, die sich die Namensrechte an der Arena für drei Jahre gesichert hat, springt ein und tauft die Spielstätte zur Saison 2017/18 in Max-Morlock-Stadion - und erfüllt damit den Traum vieler Club-Fans. © Hartmut Voigt