Abteilungsleiter Schlicker mit Sorgen

ASV Zirndorf: Spieler spüren die Langzeitfolgen von Corona

7.1.2022, 13:03 Uhr
Fußballabteilungsleiter Christian Schlicker blickt mit Sorge in die Zukunft. Einige ASV-Spieler haben sich von ihrer Corona-Infektion noch nicht erholt.

Fußballabteilungsleiter Christian Schlicker blickt mit Sorge in die Zukunft. Einige ASV-Spieler haben sich von ihrer Corona-Infektion noch nicht erholt. © Foto: Melanie Zink

Christian Schlicker ist beim Süd-Bezirksligisten ASV Zirndorf nicht nur als Co-Trainer tätig. Auch als Abteilungsleiter prägt er das Geschehen rund um den Fußballplatz an der Bibert.


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Schlicker steht meistens im Schatten von Lichtgestalt und Ex-Kleeblatt-Kicker Martin Hermann, doch in dieser Rolle fühlt er sich sichtlich wohl. Während der Trainer mittlerweile seit 13 Jahren erfolgreich die erste Mannschaft betreut, schnürte Schlicker schon weit vorher seine Fußballschuhe für den ASV: "Als Spieler bin ich unter Heinz Keck aus Vach gekommen. Ich habe einige Jahre noch aktiv gespielt, aber dann verletzungsbedingt meine Spielerkarriere beendet. Danach wollte ich aber nicht ganz mit dem Fußball aufhören und habe als Co-Trainer unter Klaus Scheidig weitergemacht."

Später kamen noch ein zusätzlicher Posten und zahlreiche weitere Aufgaben dazu: "Als sich kein neuer Abteilungsleiter fand, wurde mein Name in die Runde geschmissen. Es gab keinen Gegenkandidaten und dann kam auch schon Martin Hermann als Trainer dazu."

An ehrenamtlichem Engagement mangelte es in den vergangenen Jahren im Verein nicht, doch etwas mehr Entlastung wünscht sich Schlicker dennoch: "Insgesamt bin ich schon Mädchen für alles. Es findet sich fast keiner mehr für das Ehrenamt oder es fehlt dann an Ausdauer. In erster Linie bin ich als Abteilungsleiter das Bindeglied zwischen der Mannschaft und dem Hauptverein. Die Jugendarbeit unterstütze ich auch noch, wo es nötig ist, und dank Oumar Dieng haben wir wieder eine gute Jugendarbeit mit viel Zulauf."

Aufstieg im Relegationsspiel gegen Kornburg

Unvergessen in den vielen Jahren bleibt für Schlicker die Stimmung vor dem Sprung in die Landesliga: "Der Aufstieg über die Relegation gegen Kornburg war überragend. Das Hinspiel haben wir gewonnen und dann reichte uns ein Unentschieden." Beim folgenden Abstieg aber hat Schlicker auch besonders die hängenden Köpfe auf der Heimfahrt im Mannschaftsbus vor Augen.

Im Vergleich zur Vorsaison, als man im Endklassement den dritten Platz belegte, läuft es für den ASV Zirndorf diesmal mit Platz acht und weitem Abstand zum Spitzentrio nicht so gut. Im Spielerkader gab es nur geringe Veränderungen, doch Schlicker sieht hier vielfältige Gründe: "Das Fehlen der Langzeitverletzten Niedermayer und Krapfenbauer machte sich stark bemerkbar. Die Nachwirkungen bei einzelnen Spielern, die sich mit Corona infiziert haben, sind nicht zu unterschätzen. Es gibt Spieler, denen hat der Arzt weniger Lungenleistung bescheinigt."

Im Training haben sich anschließend viele Spieler verletzt, was sogar zu Spielabsagen führte. "Unter normalen Bedingungen hätten wir nicht so viele Verletzungen gehabt", resümiert Schlicker. Aber er sieht noch ein anderes Problem in Zeiten der Pandemie: "In den langen Pausen sind die Spieler natürlich auch auf andere Gedanken gekommen und hatten andere Beschäftigungen. Bei mir steht die Familie an oberster Stelle, dann kommt der Job und dann ist Fußball angesagt."

Die jüngeren Spieler würden oft andere Prioritäten setzen. "Die Trainingsbeteiligung war oft nur bei zehn Spielern bei einem Kader von 23 Kickern", rechnet er vor. Trotzdem bereitet ihm das Ehrenamt in Zirndorf weiterhin viel Freude: "Die Zusammenarbeit mit Martin Herrmann ist wunderbar und wir ergänzen uns optimal. Er kümmert sich um die Trainingsarbeit und ich erledige auch viele organisatorische Sachen neben dem Platz wie die Trainings- und Telefonlisten."

Kommt der Kunstrasen?

Für das nächste Jahr und für das Sportgelände stehen noch viele Punkte auf der Agenda: "Es gibt Vorstandswahlen beim ASV Zirndorf und da muss man schauen, wer alles zur Verfügung steht." Zudem wird das Flutlicht ein Thema werden, "eine Beregnungsanlage oder langfristig noch ein Kunstrasenplatz wären super. Ob sich das alles sich durchsetzen lässt, bleibt aber fraglich".


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Der Höhepunkt in Sachen Kameradschaft in Zirndorf bleibt für Schlicker aber immer ein Feiertag im Kalenderjahr: "Der Vatertag beim ASV mit der Jugend ist immer super. Da hilft der ganze Verein zusammen." Sogar die Handballer vom HC Erlangen waren schon zu Gast da. "Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist dort immer sehr gut." Für dieses Jahr hat er daher einen großen Wunsch: "Wenn es erlaubt wäre, würde ich gerne am Vatertag wieder groß feiern."

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