Jubiläum in der Kreisliga Nürnberg

Der ewige Erman Elibol: 500 Spiele für den FC Stein

8.12.2021, 17:49 Uhr
Dirk Schaefer (Abteilungsleiter), Jürgen Kintzel (2. Vorsitzender) und Uwe Kroll (1. Vorsitzender, von links nach rechts) ehren ihren ewigen Torjäger Erman Elibol für 500 Spiele im Trikot des FC Stein.

Dirk Schaefer (Abteilungsleiter), Jürgen Kintzel (2. Vorsitzender) und Uwe Kroll (1. Vorsitzender, von links nach rechts) ehren ihren ewigen Torjäger Erman Elibol für 500 Spiele im Trikot des FC Stein. © Melanie Zucker, NN

"Eigentlich wollte ich aus beruflichen und familiären Gründen in dieser Saison nicht mehr die Schuhe für die erste Mannschaft schnüren.


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Aber als dann die Personaldecke immer dünner wurde, wollte ich natürlich den Verein nicht im Stich lassen und bin einige Male wieder eingesprungen", erzählt Elibol.

Bereut habe er es trotz der teils sehr hohen Niederlagen nicht. "So wie allen beim FC Stein war auch mir persönlich bewusst, dass der Umbruch nicht leicht wird. Wie unschwer am letzten Tabellenplatz zu erkennen ist, hat sich die Hoffnung, diesen Umbruch mit den Neuzugängen zu stemmen, bisher leider zerschlagen."

Elibols Erwartungshaltung war nach längerer Zeit ohne Training und aufgrund der sportlichen Gesamtsituation ohnehin nicht sehr hoch, so dass es – wenn überhaupt – nur zu positiven Überraschungen hätte kommen können.

Kurzes Intermezzo beim ASV Vach unter Neunsinger

"Wenn man nach einer längeren Pause plötzlich so unvermittelt wieder auf dem Platz steht, wird natürlich auch die Regenerationsphase ungleich länger. Wenn es früher einen Tag danach noch weh getan hat, sind es dann eben mal vier Tage", rechnet er mit einem Schmunzeln vor.

Im Bezug auf den restlichen Saisonverlauf ist der 35-Jährige, der beruflich als Mitglied der Geschäftsleitung eines Medientechnikunternehmens in der Region tätig ist, Realist und glaubt nicht mehr an das Wunder Klassenerhalt. Vielmehr gehe es aus seiner Sicht nun darum, die Saison ordentlich zu Ende zu spielen und keine Partien aus Spielermangel absagen zu müssen.

"Sollte wieder Not am Mann sein, werde ich mich deshalb natürlich – wenn irgendwie möglich – zur Verfügung stellen." Allein an dieser Aussage ist abzulesen, dass bei dem Stürmer, der bereits seit der C-Jugend an der Mühlstraße kickt, viel Herzblut am FC Stein hängt. An sein erstes der inzwischen insgesamt 500 Spiele kann sich Elibol allerdings nicht erinnern.

Eines seiner schönsten Spiele sei die erste Begegnung für Stein nach seinem "kurzen Ausflug" zum ASV Vach gewesen: "In Vach war ich nur eine halbe Saison, die Chemie zwischen dem damaligen Trainer Neunsinger und mir hatte nicht so gepasst. Wie es die Ironie des Spielplans wollte, mussten wir dann im ersten Spiel nach meiner Rückkehr ausgerechnet gegen Vach antreten und ich konnte zum 3:0-Sieg einen Treffer beisteuern."

Derbys gegen den ASV Zirndorf

Aus seinen Worten klingt auch etwas Genugtuung. Ebenfalls eine Erinnerung an bessere Zeiten in Stein sind für Elibol die Derbys gegen den ASV Zirndorf.

Spiele, die ihm besonders unangenehm in Erinnerung geblieben sind, gebe es aber keine. "Grundsätzlich verbinde ich als ehrgeiziger Spieler jede Niederlage mit weniger schönen Erinnerungen, aber es gab in meiner Karriere keine dramatischen Relegations-Matches oder Partien mit schweren Verletzungen, so dass ich grundsätzlich mit keiner Partie etwas besonders Negatives verbinde."

Auf die Frage nach seinem wichtigsten Spiel nennt Elibol eine Bezirksligapartie. "Wir lagen damals drei Spieltage vor Schluss hinter dem direkten Konkurrenten Herzogenaurach auf einem Abstiegsplatz. Gegen Herzogenaurach habe ich ein Tor selbst geschossen und das andere vorbereitet. Am Saisonende standen wir hauchdünn über dem Strich und konnten den Klassenerhalt feiern."

Dabei sollte er an diesem Spieltag wegen eines geplanten Urlaubs in Italien gar nicht auflaufen. Als dann aber der Flughafen in Rom brannte und auch noch ein Wasserrohrbruch zur Stornierung seiner Unterkunft führte, blieb Elibol im Lande und trug somit einen gewichtigen Teil zum Ligaverbleib bei.

Jugendarbeit ist beim FC Stein erst im Aufbau

Beim Schwelgen in der Historie merkt man dem Jubilar an, wie sehr in die aktuelle Situation in Stein wurmt. "Jeder im mittelfränkischen Amateurfußball kennt den FC Stein aus seiner Vergangenheit in höheren Ligen, davon ist leider nicht viel übrig geblieben." Für die Zukunft wünsche er dem Verein, dass man wieder an diese guten alten Zeiten anknüpfen könne anstatt "in der Kreisliga ums Überleben zu kämpfen".

Ein wichtiger Punkt sei auf diesem Weg die Jugendarbeit, wo der FC Stein inzwischen immerhin die Altersklassen G- bis C-Jugend besetzt habe. "Nur mit zugekauften Leuten funktioniert es einfach nicht, das sieht man ja", plädiert der Ex-Goalgetter für eine Regeneration von innen.

Und zumindest in diesem Punkt hat Abteilungsleiter Dirk Schaefer noch eine positive Nachricht: "Wir werden nach der Winterpause wieder eine B-Jugend melden können und so mit der Zeit hoffentlich wieder unseren eigenen Nachwuchs als Unterbau nutzen und in den Herrenbereich nachziehen."


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Man darf also gespannt sein, ob aus dieser neuen Generation beim FC Stein einer das Zeug hat, der nächste Erman Elibol zu werden.

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