Später Gegentreffer

Dittenheim unterliegt in Zirndorf: "Wir sind zu wenig pissig"

Dominik Mayer
Dominik Mayer

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14.11.2021, 20:52 Uhr
An Härte mangelt es der Partie in Zirndorf nicht. Robuste Fouls prägen vor allem in der zweiten Halbzeit die Begegnung.

An Härte mangelt es der Partie in Zirndorf nicht. Robuste Fouls prägen vor allem in der zweiten Halbzeit die Begegnung. © Foto: Dominik Mayer

"Ich bin hier drinnen mehr als glücklich", sagt Martin Hermann mit einem entspannten Lächeln im Gesicht und fasst sich dabei an die linke Brust. "Wir haben heute wieder mit dem letzten Aufgebot gespielt, aber alles rein geworfen. Die Moral ist klasse", lobt der Trainer des ASV Zirndorf seine Mannschaft, die sich wenige Minuten zuvor mit 2:1 gegen die Gäste aus Dittenheim durchgesetzt hat. In Zirndorf hatten sie in den vergangenen Wochen viele Verletzte, noch mehr Erkältete – und auch ein Corona-Fall blieb dem Team nicht erspart.

Weit weniger zufrieden als sein Gegenüber ist nach dem Abpfiff FV-Coach Martin Huber. "Wir treffen momentan in den wichtigen Situationen die falschen Entscheidungen. Wir hängen in einer negativen Spirale", analysiert er. "Ein hochverdienter Sieg" für Zirndorf sei das gewesen. "Das zweite Gegentor, dazu fällt mir gar nichts mehr ein. Das bekommst du vielleicht in der A-Klasse, aber eigentlich nicht in der Bezirksliga", schimpft er. Allerdings lohnt ein Blick auf die Entstehungsgeschichte eben jenes entscheidenden Zirndorfer Treffers in der 89. Minute.

Zunächst hatte Dittenheims Travis Zebisch – selbst erst kurz zuvor eingewechselt – im Mittelfeld einen Gegenspieler hart gefoult. Gelbe Karte, keine Frage. Doch Referee Valentin Striebich zeigt Zebisch gleich doppelt Gelb – weil es im Anschluss an das Foulspiel zu einer vergleichsweise harmlosen Schubserei gekommen war. Eine Entscheidung, die nicht so recht passen will zur Linie des Schiedsrichtergespanns, das in einer hart geführten Partie sonst nur selten zu einer Karte gegriffen hatte.

Ausgleich fällt kurios

Den fälligen Freistoß schlägt Zirndorfs Oumar Dieng lang Richtung Dittenheimer Tor, Visar Sokoli spitzelt den Ball an FV-Schlussmann André Ballenberger vorbei. Es ist der Schlusspunkt einer Partie, die sich schon früh zu Ungunsten der Gäste entwickelte.

Drei Minuten sind gespielt, als sich Zirndorf auf der rechten Außenbahn durchsetzt und nach einer schönen Kombination Alexander Diez findet – das frühe 1:0. Viel spielt sich daraufhin zwischen den Strafräumen ab. Wenn es gefährlich wird, dann eher für den ASV. Allerdings wird Dittenheims Top-Stürmer Philipp Unöder in der 25. Minute im Strafraum behindert. Eine Szene, bei der man zumindest über einen Strafstoß diskutieren kann. "Dittenheim war spielerisch besser und hatte mehr Ballbesitz – aber sie hatten wenig zwingende Möglichkeiten", fasst ASV-Trainer Hermann zusammen.

So braucht es nach der Halbzeit auch eine eher kuriose Situation, um den Gästen zum Ausgleich zu verhelfen. Zirndorfs Torhüter Michael Wagner, der nach vier Monaten Verletzungspause erstmals wieder zwischen den Pfosten steht, schlägt den Ball einige Meter rechts des Tors nicht rechtzeitig weg, Dittenheims Marco Schwab erzwingt einen Pressschlag. Parabelförmig segelt der Ball durch die Luft und senkt sich ins Gehäuse (50.).

Hitzig nicht nur auf dem Platz

Der Treffer treibt Dittenheim an. Über weite Strecken der zweiten Hälfte ist der FV die aktivere Mannschaft. Vor allem der eingewechselte Michael Halbmeyer sorgt auf der rechten Seite für jede Menge Arbeit für die Zirndorfer Defensive. In der 57. Minute leitet er per Flanke auf Unöder eine Dittenheimer Chance ein. Der Stürmer aber verzieht. Wenig später wird sein Schuss aus zentraler Position im letzten Moment geblockt (64.). Doch auch der ASV bleibt nicht ungefährlich – nach einem Konter haut Diez den Ball aus 20 Metern knapp über die Querlatte (75.).

Längst ist das Spiel härter geworden, wird gerade von Zirndorfer Seite aus robust geführt – zum Leidwesen des Dittenheimer Trainers. Huber weiß, dass sich seine Mannschaft in solchen Situationen unwohl fühlt, sich manchmal nicht richtig zu wehren weiß. "Wir sind zu wenig pissig", kritisiert er unverblümt. Eine gesunde Grundaggressivität kann man den Anhängern beider Seiten indes nicht absprechen. Gerade in der Schlussviertelstunde gibt es immer wieder hitzige Wortgefechte am Spielfeldrand. Bis die Begegnung kurz nach Diez‘ Tor zum 2:1 abgepfiffen wird.

Vor der Winterpause muss der ASV Zirndorf noch zum Derby nach Raitersaich, eine Woche später wird die TSG Roth zu Gast sein. Der FV Dittenheim reist zur TuS Feuchtwangen. Danach kommt der zweitplatzierte SC Aufkirchen. Ein paar Punkte wollen sie da noch holen. Damit auch Martin Huber wieder Glücksgefühle spürt.

ASV Zirndorf - FV Dittenheim 2:1 (1:0) – Zirndorf: Wagner, Zwingel, Bach, Lange, Dieng, Riemel (90. Westendarp), Floßmann, Robl, Faff, Diez (86. Porsch), Sokoli / Dittenheim: Ballenberger, Gulden, Johannes Meyer, Remberger, Wilhelm, Pilney (71. König), Gutmann (46. Prosiegel), Stefan Meyer, Unöder, Schwab (77. Zebisch), Deuter (46. Halbmeyer) / Tore: 1:0 Diez (3.), 1:1 Schwab (50.), 2:1 Sokoli (89.) / Gelb-Rote Karte: Zebisch (Dittenheim, 88.).

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