Frustriende Rückkehr mit RB

Vanessa Fudallas Komplimente für den Herzens-Club

Foto: Eduard Weigert Datum: 27.3.19..Wolfgang Laass....Mitarbeiterportrait
Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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22.11.2021, 14:14 Uhr

"Unfassbare Spielintelligenz, starker Antrifft, ausgezeichnete Technik": Ihr Entdecker und Ex-Trainer Osman Cankaya schwärmt von Vanessa Fudallas Fähigkeiten, hier im Laufduell mit der Nürnbergerin Amelie Thöle. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Wie viele bekannte Gesichter es genau waren, lässt sich im Nachhinein nur schwer sagen. Vanessa Fudalla kennt sich beim 1. FC Nürnberg ja immer noch prima aus, sie ist auch bekennender Club-Fan. Von Kindesbeinen an.

Ihr Elternhaus steht in Langwasser, bei der dortigen DJK fing sie mit fünf Jahren an mit dem Fußball, damals noch in gemischten Mannschaften. Deshalb bildete sich am Sonntag sogar ein Fudalla-Fanblock am neuen Kunstrasenplatz im Sportpark. Die Familie und „ein paar Freunde“ schauten sich ihre Rückkehr mit RB Leipzig an, wie sie erzählt. Und mussten die kleine Stürmerin hinterher vor allem trösten.

Die 3:4-Niederlage tat weh. 80 Minuten in Unterzahl, fragwürdige Elfmeter-Entscheidungen, die zweite erst in der Nachspielzeit. Vanessa Fudalla war bedient. „Sehr ärgerlich“ sei das Spiel gewesen, sagt sie am nächsten Vormittag, kurz bevor sie wieder nach Leipzig aufbricht. Die Nacht auf Montag durfte sie zuhause verbringen. Mal wieder.

Zwei Bundesliga-Tore

Schon im Sommer 2019 und mit 18 hatte sich Fudalla zum FF USV Jena verabschiedet, in die Bundesliga. Beim Aufsteiger lief es allerdings eher suboptimal. Für sie, für die Mannschaft. Immerhin 17 Einsätze, zwei Tore, kein Sieg. Mit lediglich vier Punkten stiegen Jena und die gebürtige Nürnbergerin Fudalla wieder ab, krachend. Die zweite Liga kannte sie schon aus ihren zwei Jahren beim FC Bayern, wollte aber eigentlich in der ersten bleiben.

Fudalla hatte die freie Auswahl, hätte auch im Oberhaus bleiben können, entschied sich aber für das ambitionierte Programm in Leipzig. Wo Red Bull mittlerweile auch den Frauenfußball unterstützt, dafür aber so schnell wie möglich ein fester Bestandteil der Bundesliga werden möchte. Vergangene Saison hat es nicht geklappt, in dieser ist der Rückstand auch schon beträchtlich. Wenn es im Mai 2022 nicht klappt, „müssen wir es eben zum dritten Mal versuchen“, sagt Fudalla, sollten es spätestens dann „aber auch schaffen“.

Ein bisschen Druck ist schon da in Leipzig, wo der Erfolg angeblich planbar ist. In Nürnberg angeblich auch, nur ohne die finanziellen Möglichkeiten. Wohl auch deswegen hat ihr der Club am Sonntag durchaus imponiert. „Ich hätte echt nicht gedacht, dass sie schon so weit sind“, sagt Fudalla, „die machen einen richtig guten Job.“ Mit Jessica May und Nastassja Lein hat sie in der Jugend zusammengespielt, ihr Trainer hieß damals: Osman Cankaya.

"Für mich eine Erstliga-Spielerin"

Am Sonntag waren sie erstmals Gegner. „Wenn ich Schluckauf hatte, dann immer, wenn Vanessa am Ball war“, sagt der Nürnberger Trainer, der nach wie vor schwärmt von seiner Entdeckung. Von 2015 bis 2017 reifte Fudalla in der Club-U17 unter seiner Leitung zur Nationalspielerin, nahm sogar an einer WM und einer EM teil. Und war irgendwann einfach zu gut für den 1. FC Nürnberg. „Für mich“, sagt Cankaya, „ist Vanessa eine Erstliga-Spielerin.“

Da möchte die 20-Jährige auch hin. Die Frage ist nur, wann und mit welchem Verein. Die Wahrscheinlichkeit, es früher oder später mit RB Leipzig zu packen, ist natürlich groß. Es kann aber auch sein, dass Vanessa Fudalla, die mittlerweile Lehramt studiert, eines Tages wieder das Club-Trikot überstreift. „Ausschließen kann man nichts“, sagt Fudalla, die sich in Leipzig aber gerade sehr wohlzufühlen scheint.

Die aus ihrer Sicht ziemlich verkorkste Saison 2020/21, in der sie auch krankheitsbedingt nur sechs Spiele bestreiten konnte, ist längst abgehakt, der Blick geht nach vorn. Und in der Tabelle nach oben, wo der 1. FC Nürnberg nach dem 4:3 vom Sonntag jetzt vier Punkte mehr hat als RB Leipzig, bei einem Spiel mehr. Deswegen „war meine Stimmung danach nicht so gut“, sagt Fudalla. Die Aufmunterung ließ zum Glück nicht lange auf sich warten.

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