Entscheidung des BFV

Vorzeitige Winterpause im Amateurfußball: Richtig, aber zu spät

Dominik Mayer
Dominik Mayer

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25.11.2021, 13:02 Uhr
Pause. Im ganzen Freistaat ruht der Spielbetrieb bis zum März 2022.

Pause. Im ganzen Freistaat ruht der Spielbetrieb bis zum März 2022. © Dominik Mayer

Überraschend kommt die Mitteilung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), die Winterpause vorzeitig einzuläuten, wirklich nicht. Die Entscheidung ist richtig, und immerhin hat der BFV - im Gegensatz zu vielen Hallensportverbänden - nun reagiert. Nach einer langen Hinrunde dürften ohnehin die wenigsten Fußballer traurig darüber sein, etwas früher aus dem Spielbetrieb entlassen zu werden.

Bemerkenswert ist jedoch, wie der Verband seinen Beschluss begründet. Nämlich mit der Entscheidung des Landtags, der die epidemische Lage festgestellt hat. "Mit dieser Entscheidung und den daraus resultierenden [...] Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sieht der BFV einen flächendeckenden und geregelten Spielbetrieb für nicht mehr durchführbar an", heißt es in einer Pressemitteilung. Das ist nicht falsch, schließlich wäre es den Vereinen kaum möglich gewesen, bis zum Wochenende die 2G-Plus-Regelung umzusetzen.

Entlastung für die Krankenhäuser

Und doch hätte es gewichtigere Gründe dafür gegeben, den Spielbetrieb vorzeitig einzustellen. Die extrem hohen Corona-Inzidenzen, zum Beispiel. Die Sorge um die Gesundheit von Spielern, Funktionären und der zu einem nicht unerheblichen Teil aus älteren Menschen bestehenden Zuschauern. Oder das Bestreben, Sportverletzungen zu vermeiden und damit den Beschäftigten im Rettungsdienst und in den Krankenhäusern nicht noch zusätzliche Arbeit zu bescheren. Davon spricht beim BFV jedoch niemand.

Nicht wenige Spieler und Vereine waren da weiter, haben schon in den vergangenen Wochen angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage die Sinnfrage gestellt. Sportlich wäre ein früherer Abbruch kein Problem gewesen - im Terminkalender für das Frühjahr ist noch ausreichend Luft, dafür hat der BFV durch ein straff terminiertes Sommerhalbjahr ja gesorgt. Umso leichter wäre es gewesen, schon vor zwei, drei Wochen die Winterpause einzuläuten. Aus Verantwortung für die Gesellschaft.

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