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Amateurtrainer tippen die Handballspiele der Deutschen: Viertelfinale, wir kommen!

Einhellige Meinung: WM-Vorrunde mit Uruguay, Capverden und Ungarn sollte kein Problem sein - 15.01.2021 12:51 Uhr

Deutschlands Handballtorwart Andreas Wolff (rechts) will auch in Ägypten gehaltene Siebenmeter bejubeln, Steffen Weinhold (hinten) sagte seine Teilnahme ab.

14.01.2021 © Foto: Axel Heimken/dpa


Mit der Partie gegen Uruguay am Freitagabend (15. Januar 2021, 18 Uhr, ARD) geht die Weltmeisterschaft auch für die deutschen Handballer los. Die weiteren Vorrundenbegegnungen gegen die Kapverden und Ungarn steigen am Sonntag (17. Januar 2021, ARD, 18 Uhr) und Dienstag (19. Januar 2021, ZDF, 20.30 Uhr). Die FN-Redaktion bat Trainer und eine Spielerin hiesiger Handballvereine um eine Einschätzung.


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"Auf dem Papier ist das eine eindeutige Sache", sagt Bernd Hitzler vorsichtig. Als Trainer der Männer des TSV Roßtal schaffte er 2020 den Aufstieg in die Bayernliga. "Auf dem Papier" deshalb, weil er weiß, dass Nationaltrainer Alfred Gislason sein Team neu zusammenstellen musste aufgrund der Absagen (wie berichtet). "In den ersten zwei Spielen dürfte trotzdem nichts passieren", glaubt Hitzler, "von der Qualität her sind sie einfach zu gut bestückt." Doch er unkt: "Das hat man bei Bayern gegen Kiel auch gesehen."

Mit einer Tordifferenz von acht bis zehn rechnet er gegen den Underdog Uruguay, "ich bleibe mit der Schätzung mal am Boden". Gegen die Kapverden aber sollten es sogar mehr als zehn Treffer Unterschied werden, "wenn sie nicht verkrampfen und ihr Spiel durchziehen".

Erst der dritte Vorrundengegner Ungarn werde ein Gradmesser, "mannschaftliche Geschlossenheit wird nötig sein. Von der Qualität her aber müssten sie trotzdem mit vier, fünf Toren Vorsprung gewinnen". Realistisches Ziel sei das Viertelfinale, "alles andere entscheiden die Spielpaarungen".

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Favoriten seien die üblichen Verdächtigen: "Die Norweger, Dänen, Spanier und Franzosen sind ganz vorne dabei." Ausreißer erwartet er bei dieser Weltmeisterschaft mit erstmals 32 Teilnehmern keine.

Der Anspruch in der Vorrunde

Siegessicher tippt Florian Kopatsch, Coach der Landesliga-Männer des MTV Stadeln, die ersten zwei Ergebnisse: 15 bis 20 Tore Unterschied werden es seiner Meinung nach. Denn er sagt klipp und klar: "Grundsätzlich sollte das der Anspruch sein."

Es seien gute Spieler zum Kader gestoßen, die einen guten Eindruck in den zwei Testspielen gegen Österreich hinterlassen haben. Trotzdem weiß auch Kopatsch: "Österreich war nicht der Prüfstein, den man sich erhofft hat, sie hatten leider Ausfälle zu verkraften."

Ungarn hingegen sei eine Handballnation mit großer Tradition, die mit KC Veszprem einen europäischen Topklub habe. Deshalb tippt er hier auf einen Sieg mit nur vier, fünf Toren mehr. Die Vorrundengruppe also ist laut Kopatsch keine Hürde, doch "die Hauptrunde ist Glaskugellesen". Das Viertelfinale aber sieht auch er als machbares Ziel.

Unberechenbare Turniermannschaft

Schulterzucken rufen die ersten zwei Vorrundengegner bei Sarah Pröpster hervor. Die Spielerin und das Sprachrohr der HG Zirndorf in der Bayernliga sieht die Absage der drei Kieler Champions-League-Sieger nicht als Drama an: "Ich bin gar nicht sicher, ob uns die drei Spieler abgehen. Der Wiencek aber auf jeden Fall." Die Spiele zu tippen, hält sie für sehr schwer, denn "man weiß ja bei unserer Nationalmannschaft nie. Die haben immer solche und solche Phasen".

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Trotz des Orakelns fällt ihr Ergebnistipp gegen Uruguay erstaunlich präzise aus: "35:17, auch gegen die Kapverden." Die Ungarn dagegen seien "schon ein stärkeres Kaliber, das ist der einzige ebenbürtige Gegner". Das Viertelfinale sieht sie, bevor die Hauptrunde gespielt wird, erst einmal in weiter Ferne. Sie entschuldigt sich fast dafür: "Vielleicht klinge ich ein bisschen arg pessimistisch. Aber das ist der ganzen Situation geschuldet. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir 100 Prozent auf der Höhe sind."

Österreich war kein Gradmesser

Die Vorbereitungsspiele gegen Österreich hat sich auch Claudia von Frankenberg, Trainerin der BOL-Männer der HG Zirndorf, genau angeschaut. "Vom ersten zum zweiten Spiel ist es eine große Steigerung gewesen. Was es wert ist, muss man sehen. Österreich ist kein Gegner für eine WM." Wie die anderen 31 WM-Teilnehmer drauf sind, sei schwer zu beurteilen.


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Optimistisch stimmt sie, dass das deutsche Team in den Turnieren immer übers Kollektiv gekommen ist. "Es sieht auch diesmal danach aus, dass wieder ein Mannschaftsgeist herrscht. Die, die eingesprungen sind, sind ja nicht schlecht." Deshalb tippt sie: "Die werden nicht Weltmeister werden, aber Überraschungssiege sind möglich."

Die Vorrunde dürfte Deutschland als Erster beenden. Sie tippt 15 Tore Differenz gegen Uruguay und Kapverden sowie einen Sieg mit drei, vier Toren Vorsprung gegen Ungarn, "wobei ich ein ganz schlechter Tipper bin", sagt sie lachend.

Pflichtaufgaben und Prüfstein

In "Pflichtaufgaben" gegen Uruguay und Kapverden und "Prüfstein" gegen Ungarn unterteilt Carsten Peine die Vorrunde. Der Trainer der Handballfrauen des MTV Stadelnin der Bayernliga setzt darauf, dass sich das Team in den ersten Spielen findet und durchstartet.

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