Dienstag, 27.10.2020

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Ärger bei LAC-Speerwerfer: "Der Schmerz sitzt tief"

Bei der Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaft ging einiges schief - 09.09.2020 17:54 Uhr

So sieht es aus, wenn Viktor Ertelt seinem ambitionierten Hobby Speerwerfen nachgeht und er sich vorher vorschriftsmäßig angemeldet hat. In Heilbronn aber lief alles schief.

© Foto: Theo Kiefner


Geknickt und schwer frustriert ist Viktor Ertelt von den Deutschen Leichtathletik-Jugend-Meisterschaften in Heilbronn zurückgekehrt. Als Medaillenkandidat angereist, verhinderte ein Formfehler den Start des LAC-Athleten.

"Ich wollte unbedingt um eine Medaille mitwerfen, das ist ja auch ganz realistisch gewesen. Und eine neue Bestleistung habe ich bisher auch immer bei meinen Deutschen Meisterschaften aufgestellt", berichtet der 19-Jährige. "Das war der Plan, das hat nicht funktioniert, und der Schmerz darüber sitzt tief."

Was war passiert? "Ich habe meinen Speer zum Wiegen gebracht, habe mich dann ein bisschen verquatscht, und dann ist das mit den Startunterlagen etwas in den Hintergrund geraten", erklärt Ertelt sein Malheur. Bisher, so der Sportler, hätten sich um die Meldung immer Betreuer gekümmert, in Corona-Zeiten aber werden die Startunterlagen nur direkt an die Athleten ausgegeben und müssen auch von diesen wieder eingereicht werden.

Die Freundin ist verwundert

Daran hatte Ertelt nicht mehr gedacht, auch seine Betreuer hatten ihn nicht noch einmal daran erinnert. Der 19-Jährige begann sich ganz normal auf seinen Wettkampf vorzubereiten und aufzuwärmen, bis ihn seine Freundin ansprach: "Sie sagte, was ist los, du bist nicht gemeldet", berichtet Ertelt von dem Moment, in dem er realisierte, dass etwas gründlich schief gelaufen war.

Sofort wurde er bei den Verantwortlichen vorstellig und versuchte die Situation zu retten. "Die wollten aber nicht mit sich verhandeln lassen", klagte Ertelt, dem dann auch noch mitgeteilt wurde, es sei technisch eigentlich kein Problem, die Meldung noch einzutragen.

Damit sich kein Konkurrent beschweren könne, würde man das aber auf keinen Fall tun. Ein weiterer Stich ins Sportlerherz, denn der LAC-Athlet hatte mit seinen Kollegen bereits gesprochen. Man kennt sich unter den Speerwerfern, und keiner seiner Konkurrenten hätte etwas dagegen gehabt, hätten die Kampfrichter Ertelt doch noch starten lassen. Die aber blieben hart.

Die Arbeit eines Jahres dahin

"Das ist ja auch kein Einzelfall, einem guten Freund ist das Gleiche in Rostock schon mal passiert, der wurde damals noch mit reingenommen. Ich jetzt nicht, aber ich muss damit leben, das sind die Regeln", sagt Ertelt, der seine Enttäuschung nicht verbergen kann.

"Man fiebert ein Jahr lang auf einen Wettkampf hin und darf dann nicht starten, da ist man schon frustriert." Als Trost bleiben ihm jetzt die Bayerischen Meisterschaften Ende September. Dort will er sich noch einmal beweisen. "Das ist aber schwer, weil die Spannung jetzt natürlich raus ist."

Mitfiebern auf der Heimfahrt

Nach seinem tragischen Aus konnte er auch nicht wie sonst mit seinen Vereinskollegen mitfiebern. "Man hat mir gesagt, es wäre wohl besser, wenn ich gleich gehe, damit ich mich nicht noch mehr ärgere, wenn ich den anderen zusehe."

Über die übrigen Ergebnisse informierte er sich auf der Heimfahrt trotzdem. Und die brachten Licht und Schatten für den LAC Quelle Fürth: U 18-Hürdenläufer Christian Lino Tomekpe wurde bereits im Vorlauf wegen einer nicht regelkonform umgeworfenen Hürde disqualifiziert. Für Ronja Wohlfahrt war es das Ziel, den Endlauf über 800 Meter zu erreichen. Das gelang ihr als Vierte ihres Vorlaufs auch. Im Finale aber musste sie sich, nachdem sie von einer Konkurrentin zu Fall gebracht worden war, mit dem achten Platz begnügen.

Grund zu feiern hatte dagegen Julia Rath, ebenfalls U 18. Die 1500-Meter-Läuferin gewann nicht nur ihr Halbfinale, sondern überquerte auch im Endlauf als Erste den Zielstrich. Mit ihrer Zeit von 4:30,21 Minuten hatte sie Lisa Merkel um mehr als 1,5 Sekunden hinter sich gelassen und durfte sich über die Goldmedaille freuen.

ANDREAS GOLDMANN

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