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Asamoahs freundliche Rückkehr in den Ronhof

Die Kleeblatt-Fans feierten beim DFB-All-Star-Spiel den Aufstiegshelden - 10.10.2019 14:23 Uhr

Zum ersten Mal seit sechs Jahren war Gerald Asamoah, hier mit dem italienischen Weltmeister von 2006 Simone Perrotta, wieder auf dem Rasen des Sportpark Ronhof zu sehen. © Foto: Wolfgang Zink


Vor allem wenn auf Seiten der Italiener Francesco Totti, Andrea Pirlo oder Luca Toni am Ball waren, ging ein kollektiver Schrei der Entzückung durch den Ronhof.

Und warum auch nicht? Es macht immer noch Spaß zu sehen, wie etwa Pirlo (der seine Karriere freilich auch erst vor zwei Jahren beendet hat) wie eine Katze über den Platz schleicht, fast unsichtbar, aber immer in Bewegung, immer anspielbar und mit einem feinen Fuß aus dem Stand.

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Sie hatte etwas gutzumachen, die SpVgg Greuther Fürth: Nach der klaren Heimniederlage gegen Kiel wollte Fürth beim HSV wieder in die Erfolgsspur zurück. Rund 90 Minuten später ist jedoch klar: Auch beim Aufstiegsaspiranten geht das Kleeblatt leer aus.


Für viele Kleeblatt-Fans im Ronhof waren aber nicht Salvatore Schillaci (der Torschützenkönig der WM 1990), Jürgen Klinsmann oder Guido Buchwald das Highlight. Sondern die Rückkehr von Gerald Asamoah. Er war zum ersten Mal seit 2013 im Ronhof - und beeindruckt. "Man sieht, hier ist etwas entstanden", sagte er.

Als der gerade 41 gewordene, einstige Aufstiegsheld der Spielvereinigung während der Partie an der Seitenlinie ein Interview gab, tönten Sprechchöre für ihn von der Nordtribüne. Eineinhalb Spielzeiten lang war der 43-fache deutsche Nationalspieler und Vize-Weltmeister 2002 beim Kleeblatt. Er war maßgeblich an einem der größten Erfolge der Vereinsgeschichte beteiligt: dem Aufstieg in die Bundesliga 2012.

In der zweiten Saison, als das Kleeblatt chancenlos im Keller der so lange ersehnten Liga herumdümpelte, kam der Bruch. Nach der Entlassung von Trainer Mike Büskens verbrachte Asamoah mehr Zeit auf der Tribüne als auf dem Rasen. Der Stürmer sah sich zu Unrecht ausgemustert, man ging mit Misstönen auseinander.

Sechs Jahre ist das her, Asamoah ist mittlerweile Manager der U23 des FC Schalke 04 und hegt keinen Groll mehr. "Wir haben uns ausgesprochen. Klar habe ich mir den Abschied damals anders vorgestellt, aber das ist Vergangenheit. Ich sehe, wie ich hier empfangen werde. So herzlich, wie die Leute sind, waren sie zufrieden, dass wir diesen Erfolg hatten."

Peruzzi streckt sich

Asamoah selbst stand am Montagabend mehr als eine Stunde auf dem Platz. Die Spritzigkeit ist freilich weit entfernt von der alten, aber Italiens Torwart Angelo Peruzzi muss sich ganz schön strecken, um Asamoahs Schuss nach drei Minuten noch zur Ecke zu lenken. Zwischendurch war Zeit, freundlich den Fans zuzuwinken, die ihn immer wieder riefen.

Wie man sich auf so ein Spiel vorbereitet? "Gar nicht. Ich bin gestern und vorgestern ein bisschen Joggen gegangen", sagte Asamoah und musste lachen. Der Kontakt zu einigen Fürthern aus der Aufstiegs- und Bundesligazeit sei noch da, sagte er – und zählte Rahman Baba, Thomas Kleine, Sercan Sararer, Ilir Azemi und "Geisi" (Johannes Geis, Anm. d. Red.) auf. Namen, die inzwischen auch zu einem "Legenden-Team" zählen könnten – einem aus Fürth. Einen weiteren Bericht zur All-Star-Partie Deutschland gegen Italien lesen Sie im überregionalen Sportteil der FN.

ALEXANDER PFAEHLER

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