Freizeitsport

Auf dem alten Kanal wird kaum gepaddelt

13.5.2021, 08:02 Uhr
Das Paddeln auf dem Ludwigskanal ist nicht verboten, doch das Aufkommen hält sich stark in Grenzen.

Das Paddeln auf dem Ludwigskanal ist nicht verboten, doch das Aufkommen hält sich stark in Grenzen. © Foto: Wolfgang Fellner

Von der Brücke der St. Florianstraße braucht es nur ein paar Paddelschläge bis zum alten Hafen an der Nürnberger Straße, ehe das Krankenhaus und die grüne Parklandschaft des LGL-Geländes vorbeigleiten. Nach der Verengung am Berliner Ring ist der Weg hinaus der Stadt frei, er führt um eine Kurve geradeaus bis nach Richtheim.


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"Ich finde die Tour super. Du siehst Neumarkt aus einer ganz anderen Perspektive und kannst mit dem Tretroller zurückdüsen", schwärmt Michael Fröhler vom Ausflug auf dem alten Ludwigskanal. 2015 erhielt der Erlebnis-Unternehmer aus Laaber die Lizenz zum Befahren der drei Kilometer langen Strecke, die im Zuge einer Vermarktungs-Offensive für die ehrwürdige Wasserstraße in Abstimmung mit Fischereivertretern konzipiert wurde. "Wir wollen den Kanal wieder schiffbar machen. Das lautlose Dahingleiten in einer hektischen Zeit, das hat etwas Beruhigendes", hatte damals der Neumarkter Tourismuschef Rainer Seitz erklärt.

Fünf Jahre später sind die Zeiten weiterhin turbulent, die Bevölkerung sehnt sich nach Ablenkung von einer Pandemie und Bewegungsausgleich als Ersatz für das eingeschränkte Sportangebot. Doch während das Aufkommen zwischen Fränkischem Seenland, Altmühl und Donau an den ersten sommerlichen Tagen spürbar anstieg, herrscht auf dem Kanal bei Neumarkt gähnende Leere. Grundsätzlich, das bestätigt eine Mitarbeiterin des Tourismusverbands auf NN-Anfrage, bestehe die vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg erteilte Erlaubnis für den nichtmotorisierten Bootsverkehr weiter fort, solange auf die Schilfpflanzen Rücksicht genommen werde. Als Gründe für die Zurückhaltung gelten die nicht vorhandene Strömung sowie die Notwendigkeit des Umsetzens auf längeren Strecken. Ohnehin liege der Fokus des Tourismusverbandes auf den dominanten Zugpferden Radfahren und Wandern.

Gerade auch bei den Einheimischen stieß Erlebnisunternehmer Michael Fröhler bislang auf "mäßiges Interesse". Die unangenehmen Gerüche einer im Hitze-Jahr 2019 angeregten Algenbildung und die Unsicherheiten des vergangenen Corona-Sommers brachten die Aktivitäten praktisch zum Stillstand. "Sobald es möglich war, sind die Leute zum Urlaub lieber ins Ausland. Dabei ist es hier zu Hause so schön, das wissen viele nicht zu schätzen. Man muss zähe Überzeugungsarbeit leisten." Doch Fröhler will sich nicht geschlagen geben und hat "den Kanal weiter auf dem Schirm". Nach Pfingsten, hofft er, könne auf Anfrage über die Betreuung von Kleingruppen nachgedacht werden. 2022 soll ein Aktions-Tag für neuen Schwung sorgen.

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