Freitag, 22.11.2019

|

zum Thema

Auf Kurs: Bamberg will in Bonn eigene Siegesserie ausbauen

Die Rheinländer sollen nicht vorzeitig in die Karnevalssaison starten können - 09.11.2019 11:02 Uhr

Bamberg muss sich gegen Bonn auf deren schnelle Spielweise und den variablen Kader einstellen. © Sportfoto Zink / HMI


Duelle gegen die Korbjäger aus der ehemaligen Bundeshauptstadt sind nicht nur stimmungstechnisch immer etwas besonders, sondern verlaufen aus Sicht von Brose Bamberg auch sportlich zumeist erfolgreich. 49 Siegen stehen bislang nämlich nur 27 Niederlagen gegenüber. In Bonn direkt ist die Bilanz zwar deutlich knapper, dennoch spricht auch diese für die Oberfranken, die von 38 Gastspielen 21 für sich entscheiden konnten.

Bamberg führt in den Hauptstatistiken

Auch in dieser Spielzeit spricht bisher einiges dafür, dass den Bambergern im 39. Auftritt im Rheinland Sieg Nummer 22 gelingt: Die Domstädter erzielen im bisherigen Saisonverlauf 88,7 Punkte, bei einer Trefferquote aus dem Feld von 54,4 Prozent, was ligaweit den Spitzenwert darstellt (Bonn kommt in seinen vier BBL-Partien auf 80,5 Zähler und trifft 46,8% seiner Feldwürfe). Ebenfalls Vorteile haben die Gäste aus Oberfranken bei der Dreierquote (42,2%/37,6%), den Rebounds (35,5/32,8) und den Assists (21,5/18). Einzig von der Freiwurflinie sind die Bonner bisher treffsicherer (71,8%/74%).


Das nächste knappe Ding! Bamberg bezwingt Mornar Bar


Trotz all dieser positiven Zahlen sollte allen Beteiligten klar sein, dass es kein Selbstläufer wird und sich die Bonner nicht kampflos ergeben werden. Bambergs letzter Sieg im Bonner Telekom Dome datiert vom 8. Januar 2017. Seitdem gab es zwei Spiele und zwei Niederlagen, eine davon richtig unschön mit 69:106. "Bonn spielt mit einer großen Rotation, mindestens zehn Spieler bekommen 16 Minuten und mehr. Wir können uns daher nicht auf einen oder zwei fokussieren, sondern müssen die gesamte Mannschaft im Blick haben. Zudem spielen sie sehr schnellen Basketball", weiß Roel Moors um die Bonner Ausgeglichenheit und Spielstärke, hat seine Mannen nach eigener Aussage jedoch gut darauf vorbereitet.

Bonner Achterbahn-Saison

Schaut man auf den Verlauf der Bonner Leistungskurve, ist ein konstantes Auf und Ab klar zu erkennen: Nach dem Sieg zum Saisonstart kassierten die "Magenta-Riesen" zwei Niederlagen am Stück – darunter die herbe 82:114-Klatsche in eigener Halle gegen Crailsheim. Unmittelbar nach diesem Debakel zeigte die Truppe von Neu-Coach Thomas Päch aber eindrucksvoll, zu was sie fähig ist. Im Achtelfinale des BBL-Pokals schafften die Bonner die faustdicke Überraschung und kegelten einen der haushohen Favoriten, den FC Bayern München Basketball, in dessen Halle aus dem Wettbewerb. Auch international zeigen die Telekom-Korbjäger ihre zwei Gesichter und stehen nach zwei Heimsiegen und ebenso vielen Auswärtsniederlagen mit einer ausgeglichenen Bilanz da.

Ein Warnhinweis sei für Brose Bamberg an dieser Stelle noch erlaubt: Bonn, das in der BBL offensiv von Branden Frazier mit durchschnittlich 13 Punkten angeführt wird, geht mit einer deftigen 69:91-Packung im ungarischen Szombathely in dieses Heimspiel und ist auf Wiedergutmachung aus – wie Bonn auf solche Klatschen reagiert, zeigt das Pokal-Achtelfinale.

Obasohan: "Bonn ist eine harte Nuss"

"Bonn war schon vor zwei Jahren, als ich in Deutschland gespielt habe, eine harte Nuss. Sie spielen ihren eigenen Stil, sind sehr variabel. Dafür müssen wir bereit sein", weiß Retin Obasohan genau, was auf ihn und seine Kollegen zukommt. Der letzte Bamberger Neuzugang, der immer noch jeden Tag lernt und jeden Tag besser ins Spiel, ins System kommt, darf sich dabei aber über Unterstützung aus Belgien freuen. Zwischen Bonn und Antwerpen liegen knapp 230 Kilometer, weshalb es nicht nur drei belgische Medien nutzen, um über Brose zu berichten. Auch das eine oder andere Familienmitglied bzw. der eine oder andere Freund der "Belgium Connection" – bestehend aus Roel Moors, Leo De Rycke, Paris Lee und eben Retin Obasohan – wird sich auf den Weg nach Bonn machen.

Dort kann Brose selbst natürlich mit breiter Brust auftreten. Wettbewerbsübergreifend holten sich die Mannen um Kapitän Elias Harris vier Siege in Serie – zuletzt am Dienstag in eigener Halle gegen Mornar Bar (81:76) – und überzeugen bislang ebenfalls als homogene und ausgeglichene Einheit, bei der immer ein anderer zum Matchwinner avancieren kann. Dennoch "gilt wie immer, dass der Blick zuerst auf uns geht. Wir müssen versuchen ihnen unser Spiel aufzuzwingen", so Coach Moors abschließend.

Zurück in der Heimat, steht am Montagnachmittag eine regenerative Trainingseinheit auf dem Tagesplan. Am Dienstag heißt es dann bereits in den frühen Morgenstunden (6 Uhr) Abfahrt Richtung Flughafen. Von Frankfurt aus geht es nach Riga, wo am Mittwoch um 18 Uhr deutscher Zeit das nächste BCL-Auswärtsspiel ansteht.

Benjamin Strüh

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport