-1°

Dienstag, 01.12.2020

|

zum Thema

Auf Wiedersehen: Redakteurin Katharina Tontsch sagt tschüss

505 Wörter voller Wehmut zum Abschied einer echten Erlangen-Liebhaberin - 18.09.2020 19:35 Uhr

Stilecht verabschiedet: Redaktionsleiter Stefan Mößler-Rademacher übergibt Katharina Tontsch einen Bergkirchweih-Steinkrug und Blumen.

18.09.2020 © Harald Sippel


Auch wenn ich nie Erlangerin war, so habe ich mich von Herzen in diese Stadt und ihre Sportler verliebt. Vom ersten Tag an. Und erst recht auf der Bergkirchweih. Im Mai 2015 habe hier ich meine erste Stelle als Redakteurin angetreten. Am ersten Sonntagsdienst habe ich gleich mal in "Effektrich" die Korken knallen lassen. Mehr als fünf Jahre ist das her. In all der Zeit habe ich wunderbare Menschen kennengelernt und Atemberaubendes erlebt.

Ich habe unzählige Wochenenden auf Sportplätzen und in Hallen verbracht, immer auf der Suche nach den ganz großen Emotionen. So habe ich die Fußballer der Spielvereinigung Erlangen aufsteigen sehen, und auch die Hockey-Damen vom Turnerbund, ich war beim Erlanger Triathlon im Führungsfahrzeug gegessen und bin eine Profi-Etappe der Deutschland Tour geradelt. Ich war beim Rugby, Tischtennis und BMX. Es ist erstaunlich, wie vielfältig die Erlanger Sportwelt ist. Und wie viele engagierte Ehrenamtliche es gibt, die das am Laufen halten.

Dazu immer wieder diese zwölf Tage absoluter Ausnahmezustand. Nirgends sonst habe ich mich als Reporterin mehr ausleben dürfen, immer live, immer vor Ort. Ich habe dort gearbeitet, aber auch gelacht, geschunkelt und gefeiert. Es gab Abende, da hätte ich mir am liebsten ein Feldbett in die Redaktion gestellt. Zweimal habe ich gar nicht geschlafen. Es war immer die anstrengendste und beste Zeit des Jahres. Das nicht mehr zu haben, schmerzt. Doch geht man den nächsten Schritt, lässt man immer auch etwas zurück.


Hommage an die Bergkirchweih: Wir werden dich vermissen


Mein nächster Schritt führt mich in unsere Zentralredaktion in Nürnberg, dort werde ich von 1. Oktober an stellvertretende Ressortleiterin im Sport. Fast alles ist dann neu, der Lokalsport aber bleibt mir. Ich könnte ja gar nicht mehr ohne. Auch der Erlanger Lokalsport ist weiter Teil meiner Arbeit. Nach ein paar Tagen Urlaub kümmere ich mich wieder um diese Seiten, solange, bis mein Nachfolger bereit ist.

Meine lieben Kollegen in der Redaktion haben mich dennoch bereits verabschiedet, stilecht mit einem Blumenstrauß im Steinkrug. Auch mein Büro habe ich am Freitagabend geräumt.

Es ist lustig und traurig zugleich, was man dabei alles findet. 16 Pressemappen, eine Weihnachtskarte, eine leere Flasche Himbeer-Eistee. Dazu eine Schublade voller Mitschriften, Bücher ("Mittendrin, Fußballfans in Deutschland"), eine Discokugel, Sonnencreme und ein von der Sonne ausgeblichener Zettel, auf dem steht: "Wähle einen Beruf, den du liebst, denn dann brauchst du dein ganzes Leben nicht zu arbeiten". Außerdem eine Girlande mit Motivationssprüchen ("Think happy be happy"), das Trikot der Spielvereinigung Greuther Fürth, ein 11Freunde-Ausschnitt über den ASV Möhrendorf und ein Polaroid, das meine beste Freundin von mir in der Redaktion gemacht hat. Und auch noch drei bunte Hawaiiketten, das Riesenlebkuchenherz vom Berg 2016, ein Adventskalender, auf dem ein Bild von meinem Freund abgedruckt ist, wie er im Urlaub auf einer Palme liegt, ein rotes Notizbuch und das Metallschild aus der Sportredaktion mit dem genialen Werbespruch "Vom Fußball hat er keinen Schimmer, doch feststeht, die NN führ‘n immer!"

Nach Hause gefahren bin ich entsprechend bepackt. Und voller Wehmut. Ich werde diese Stadt, diese Redaktion und mein Büro vermissen. Sehr sogar. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Bis zur nächsten Bergkirchweih. Dann eben privat.

2

2 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport