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Auswärtsschwach? Na dann! Das ist 96, der Club-Gegner

Unpräzise Hannoveraner schauen zum Hinrunden-Finale beim FCN vorbei - 23.01.2021 05:53 Uhr

Auch das noch: Hannovers Mittelfeldspieler Jaka Bijol flog beim 2:3 gegen St. Pauli vom Platz und fehlt in Nürnberg.

20.01.2021 © Foto: Swen Pförtner/dpa


Folge 78: Durchhänger in der Mitte des Marathons

Die Grundordnung...

... ist in vielerlei Hinsicht dem letzten Club-Gegner Bochum ähnlich. Zwar trifft Hannover deutlich seltener aus der Distanz – zwei Fernschusstore, Bochum hat seit Samstag acht –, aber in vielen anderen statistischen Kategorien sind 96 und der VfL nahe beieinander. Die Grundordnung ist meist ein 4-2-3-1. Das Spiel ist geprägt von vielen Pässen ins letzte Drittel, vielen Pässen in Tornähe, vielen Pässen für Raumgewinn, vielen Flanken und hohem Pressing.

Genauigkeit? Nicht an der Leine

Der Unterschied: Bei allen Zuspielen ist Hannover deutlich unpräziser als Bochum. Bei den Pässen ins letzte Drittel (57 Prozent), für Raumgewinn (68 Prozent) und Flanken sind die Niedersachsen jeweils Letzter oder Vorletzter der zweiten Liga in Sachen Genauigkeit. Das führt dann auch dazu, dass Hannover die zweitschlechteste allgemeine Passquote (76,7 Prozent) und die drittmeisten Ballverluste der zweiten Liga hat.

Mit diesen Kennzahlen ist aber nur die Hälfte der Geschichte erzählt. Denn die Niedersachsen sind auch das Team mit den zweitmeisten Balleroberungen und den meisten abgefangenen Pässen, sowie der zweithöchsten Pressingintensität. Generell beschreibt "intensiv" das Spiel der Mannschaft von Kenan Kocak sehr gut. Wenn 96 den Ball hat, wird das Tempo hoch gehalten. Nur zwei Teams spielen mehr Pässe pro Minute eigenem Ballbesitz – gegen den Ball gibt es viel Druck.

Die letzten Spiele...

... waren ein Auf und Ab für die Niedersachsen. Auf vier Spiele ohne Niederlage folgte am vergangenen Wochenende eine Heimniederlage in der Nachspielzeit gegen den FC St. Pauli. Das war erst die zweite Niederlage zu Hause, auswärts dagegen hat Hannover erst sieben Punkte geholt. Allerdings gelangen die beiden Auswärtssiege innerhalb der letzten vier Auswärtsspiele. Vor knapp zwei Wochen gewann 96 in Darmstadt, Anfang Dezember beim HSV.

Davor hatte Hannover allerdings beim Schlusslicht in Würzburg sowie in Fürth verloren, danach nicht nur in Heidenheim keine Punkte eingefahren, sondern auch in Regensburg nur 0:0 gespielt. Dabei ist der Unterschied zwischen daheim und auswärts in dieser Saison nicht nur auf dem Punktekonto (16 Punkte, 17:7 Tore zu Hause; 7 Punkte, 6:11 Tore auswärts) frappierend, sondern auch in den statistischen Kategorien.

Ballverluste in der Fremde

Im ehemaligen Niedersachsenstadion schießt Hannover im Schnitt 16 Mal aufs gegnerische Tor, der Gegner nur achtmal, auswärts dagegen schaffen es die Roten nur auf knapp 9,5 Abschlüsse aufs Tor, während die Kontrahenten 13 Mal aufs Tor von Michael Esser oder Michael Ratajczak schossen. Die Passgenauigkeit in den offensiv so wichtigen Kategorien Pässe ins Angriffsdrittel und Pässe für Raumgewinn sinkt um jeweils knapp 13 Prozent, obwohl die Zahl der Pässe dieser Art höher ist. Hannover spielt also auswärts noch direkter als daheim, was auch in einer noch höheren Zahl der Ballverluste mündet.

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Die Schwächen...

... sind mit den Probleme auf fremdem Platz und der Passgenauigkeit bereits erwähnt worden. Dazu kommt: Hannover hat im Schnitt zwei Fouls pro Spiel in der "Zone 14", also dem Bereich zentral vor dem Strafraum, und verliert darüber hinaus noch vier weitere Zweikämpfe in dieser Zone oder im Strafraum. Das heißt nicht, dass 96 in diesem Bereich immer schlecht verteidigt, aber in der Regel bieten sie dem Gegner Möglichkeiten an, zu Abschlüssen zu kommen. Angefangen mit der Niederlage in Würzburg, kam bis auf Bochum Hannovers Gegner in jedem Spiel zu mindestens einer Großchance, was bedeutet, dass selbst in den Spielen, in denen 96 ohne Gegentor blieb, es nicht perfekt verteidigte.

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Eine Stammkraft fehlt

Eine weitere Schwächung hat Hannover in der Niederlage beim FC St. Pauli erfahren. Zwei Minuten vor Schluss erhielt Jaka Bijol die Gelb-Rote Karte und fehlt nun in Nürnberg gesperrt. Der 21-Jährige, der im September von ZSKA Moskau an die Leine gewechselt war, war bisher absolute Stammkraft bei Kenan Kocak, absolvierte alle 15 für ihn möglichen Spiele, 13 davon von Beginn an.

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Bijol spielt im defensiven Mittelfeld, entweder als alleiniger Sechser im 4-1-4-1 oder neben Dominik Kaiser oder Genki Haraguchi auf der Doppel-Sechs im 4-2-3-1, wobei er dann die deutlich defensivere Rolle übernimmt. Bijol war sowohl beim Bälle-Abfangen als auch im Aufbau wichtig für Hannover. Bei den abgefangenen Bällen und Pässen ins letzte Drittel ist der slowenische Nationalspieler sogar jeweils der Zweitligaspieler mit den höchsten Werten. Es wird daher interessant zu sehen sein, wie Kenan Kocak seine Stammkraft ersetzt und wie die Mannschaft ohne einen ihrer Anker auskommt.

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Florian Zenger

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