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Bader: "Erster Blick wird immer zum Club gehen"

Vernünftige Lösung beim FCN-Abgang gefunden - 19.11.2015 15:14 Uhr

"Mein erster Blick, wenn die jeweiligen Aufgaben in Hannover abgearbeitet sind, wird immer nach Nürnberg zum Club gehen": Martin Bader.

© Sportfoto Zink / JüRa


Im Interview mit bundesliga.de erklärt Bader, seine elfeinhalb Jahre beim Club stünden "sicherlich für Kontinuität". Letztlich hätte der Abstieg aus der Bundesliga dann jedoch einen gewissen Bruch dargestellt. Anfänglich war man noch frohen Mutes, es direkt wieder ins Fußball-Oberhaus zu schaffen. "Der Aufsichtsrat und ich hatten nach dem Abstieg entschieden, dass wir in dieser Konstellation zusammen durch die 2. Bundesliga gehen, um schnellstmöglich wieder aufzusteigen", blickt Bader zurück. Doch die von ihm neu zusammengestellte Mannschaft erfüllte die gewünschte Zielvorgabe nicht.

"Dann sind aber Erwartungshaltungen nicht bedient worden, so dass beide Seiten das Gefühl hatten, dass der Entwicklungsprozess eher schwerfällig verläuft. Deshalb habe ich dem Aufsichtsrat schon vor dem ersten Spiel in Freiburg gesagt, dass unser Vertragswerk nicht hinderlich sein sollte, wenn man sich neu aufstellen möchte. Und wir haben eine vernünftige Lösung gefunden, bei der ich noch zwei Monate weitergemacht habe."

Bader: Aufgabe in Nürnberg "komplett verinnerlicht"

Die lange Zeit beim FCN bleibt ihm aber in guter Erinnerung, denn er habe den Job mit Herz und Seele gemacht. "Jeder, der so lange bei einem Verein arbeitet, kann das nur machen, wenn er die Aufgabe komplett verinnerlicht", erklärt Bader. "Das wird einem Christian Heidel in Mainz oder einem Michael Zorc in Dortmund nicht anders gehen, als es bei mir in Nürnberg der Fall war. Man nimmt die Arbeit mit nach Hause, die Familie identifiziert sich mit dem Verein, die Kinder laufen im Vereinstrikot herum. Und man zählt während der Saison nicht die Tage bis zum Urlaub, sondern im Urlaub die Tage, bis es endlich wieder losgeht."

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Lange Club und kurz Hannover: Martin Bader in Bildern

Es war ein Auf und Ab, eine Zeit zwischen Siegen für die Ewigkeit, der Konsolidierung des Vereins und niederschmetternden Erlebnissen. Im Sommer 2015 hat Martin Bader den FCN nach über elf Jahren verlassen. In Hannover endete die Arbeit von Nürnbergs langjährigem Personalplaner danach deutlich früher. Die besten Bader-Bilder!


Er habe sich mit dem Club identifiziert und werde immer ein Auge für den fränkischen Traditionsverein haben, versichert der Sportvorstand. "Deshalb wird mein erster Blick, wenn die jeweiligen Aufgaben in Hannover abgearbeitet sind, immer nach Nürnberg zum Club gehen."

Umgewöhnung an Hannover "schneller als erwartet"

Ursprünglich hatte sich der 47-Jährige nach den aufreibenden letzten Monaten vorgenommen, eine Auszeit zu nehmen. Doch dann kam das Angebot aus Hannover, dass er nicht ablehnen konnte. "Eigentlich war der Plan, erst einmal nichts zu machen und in Ruhe zu überlegen, wie es weitergehen könnte", erklärt Bader, "aber die Bundesliga lässt einem nicht allzu viel Zeit zum Überlegen, wenn eine Chance wie Hannover 96 kommt. Da sollte man sofort zupacken." Ein solches Angebot dürfe man "nicht ausschlagen", sagte der langjährige FCN-Sportvorstand: "Es ist immer noch etwas ganz Besonderes, in der Bundesliga arbeiten zu dürfen. Da muss Privates hinten anstehen."

Nach seiner Tätigkeit in Mittelfranken hatte er sich die Frage gestellt, "ob ich wirklich in der Lage bin, nahtlos von heute auf morgen umzudenken" - doch die Umgewöhnung an die Aufgabe in Niedersachsen ging schneller, als er selbst anfänglich gedacht hatte. Auch wenn Bader  selbst etwas überrascht war. Er habe "innerhalb kürzester Zeit zu einhundert Prozent" gewusst: "'Das ist jetzt mein Verein!' Das ist viel schneller gegangen, als ich erwartet hätte."

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