Montag, 21.10.2019

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Badminton: TSV Zirndorf kooperiert mit ATV Frankonia

Umtriebige Zirndorfer: Sogar Gründungsmitglieder spielen noch - 18.09.2019 14:14 Uhr

Sabine Simon spielte zusammen mit Sonja Domjanic im Doppel. © Foto: Sebastian Zelada


Badminton ist ein ernstzunehmender Sport und hat wenig mit dem lockeren Federball zu tun, das Pärchen im Sommer auf Wiesen spielen. Diese eigentlich banale Erkenntnis ist wichtig, denn wenn es um Pokale geht, herrscht in der Szene Wimbledon-Stimmung. Auch dann, wenn es "nur" um die Zirndorfer Stadtmeisterschaften und damit den Bibertpokal geht.

"Als Wettkampfsportart ist Badminton besonders interessant, denn egal wie das eigene Niveau ist, man findet immer einen Gegner, der einen zum Laufen bringt und fordert", erklärt Markus Burkhardt, Abteilungsleiter und Sportwart der Badminton-Asse beim TSV Zirndorf.

Das Bibert-Turnier kam da gerade recht, um sich auf die anstehende Saison vorzubereiten. Ein lockeres Einschwingen war es aber beileibe nicht. Die Teilnehmer, die bis aus der Regionalliga kamen, kämpften verbissen um die Trophäen. In zwei Klassen (einmal bis hinauf zur Regionalliga und einmal die drei untersten Punktspielklassen) jagten die Sportler den kometenhaft anmutenden Ball übers Netz.

Das Besondere: Im Badminton gibt es, anders als beim Tennis, nicht nur ein Herrendoppel und ein Damendoppel, sondern immer auch ein Mixed-Doppel, bei dem sich zwei geschlechtergemischte Duos gegenüberstehen. Was beim weißen Sport überwiegend bei Spaßveranstaltungen anzutreffen ist, gehört beim Badminton zum Alltag.

Im Ligabetrieb spielen pro Spieltag alle drei Doppelvariationen und sammeln ihre Punkte. So auch in Zirndorf. Die Abteilung des TSV hat eine lange Tradition, wie Burkhardt betont. Es gibt sie seit über 30 Jahren. Dementsprechend spielen sogar noch Gründungsmitglieder mit.

Ohnehin ist Badminton ein Sport, den die Aktiven bis ins hohe Alter betreiben können. Die Spieler der Seniorenmannschaft des TSV Zirndorf sind bereits über 70 Jahre alt und werden nicht müde, über den Platz zu fegen. "Das sind alles Rentner, sie haben aber eine Wettkampfmannschaft gebildet", merkt Burkhardt an. Diesen Elan legten in der Vergangenheit nicht alle Altersklassen an den Tag.

Dem Mitgliederschwund, der viele Vereine bedroht, begegnet der TSV im Bereich Badminton deshalb mit einer speziellen Lösung. Seit kurzem haben die Schlägerschwinger aus der Playmobil-Stadt eine Spielgemeinschaft mit dem ATV 1873 Frankonia Nürnberg gegründet und dadurch mehr Durchsatz in der Badminton-Halle.

"In der Trainingshalle und bei Punktspielen sind wir immer recht voll, die Durchmischung passt und das zieht dann auch andere Spieler an", erklärt der Sportwart. Insgesamt vier Mal in der Woche wird in den verschiedenen Teams inzwischen trainiert, teils auf dem Gelände des ATV, teils beim TSV.

Diesen neuen Schwung konnten die Zirndorfer bei den heimischen Stadtmeisterschaften glücklicherweise mitnehmen. Erstmals holten sie den "Bibertpokal" für den erfolgreichsten Verein nach Hause. Zum Abschluss der Zirndorfer Stadtmeisterschaft sorgten Christine Domjanic und Sabine Simon mit ihrem zweiten Platz im Damendoppel der Hauptrunde B für das erfreuliche Novum in einem umkämpften Feld.

Domjanic hatte schon vor dem Halbfinale deutlich gemacht, wie hoch die Leistungsdichte unter den Damen war: "Wir könnten hier als Sieger, aber auch als Vierte vom Platz gehen. Unter den letzten vier Doppeln befinden sich alle auf Augenhöhe."

Eine Riesenüberraschung gab es im Mixed A. Dort gewann die Laufer Paarung Manuel Menzel und Simone Galla gegen ein nominell deutlich stärkeres Regionalliga-Mixed. Die hart umkämpfte Partie stellte, wie auch schon die höherklassigen Spiele im Vorjahr, einen der Höhepunkte dar und wartete mit hochklassigen Ballwechseln auf. Im Herrendoppel A wurden wie erwartet die Favoriten der DJK Schwabach Sieger. Bei den Damen sicherten sich in der Klasse A Birgit Walter und Dorsa Yavarivafa (SV Lohhof/1. BV Bamberg) den ersten Platz.

SEBASTIAN ZELADA

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