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Bald weg? Braga baggert an FCN-Flop Medeiros

Einstiger U21-Vizeeuropameister könnte den Club schon wieder verlassen - 27.05.2020 14:17 Uhr

Hier steht er links, er kommt gerne über rechts, doch beim Club spielt er fast nie: Iuri Medeiros steht beim FCN jedoch schon wieder vor dem Absprung

© Daniel Marr/ Sportfoto Zink, Daniel Marr / Sportfoto Zink / Pool


Vor Saisonbeginn - der Trainer in der Noris hieß damals noch Damir Canadi - stellte man Iuri José Picanço Medeiros, wie als vollständiger Name im Pass von Nürnbergs neuntem Sommerzugang vermerkt ist, mit hohen Erwartungen am Valznerweiher vor. Die Erwartung, dass der technisch versierte Offensivmann, den der FCN für gut zwei Millionen Euro engagierte und mit einem Vierjahresvertrag ausstattete, noch immer ein Hoffnungsträger ist und kein hoffnungsloser Fall, scheint am Neuen Zabo jedoch geringer zu werden.

31 Millionen für Braga - und fast zwei für Nürnberg?

Elf Einsätze, kein Tor, keine Torvorlage - dazu zaghaftes Zweikampfverhalten, kaum Präsenz und wenig Bindung zur jeweiligen Partie und zum Vortrag der Kollegen. Der einstige U21-Vizeuropameister, der in Lissabon bei Sporting einst als Top-Talent galt, wirkt, obwohl er beim 2:2 in Regensburg nach langen Monaten wieder einmal zum Spietagsaufgebot gehörte, beim FCN weiterhin wie ein Fremdkörper. Dass die Beschäftigungsnachweise mau blieben, Medeiros noch immer kein Faktor in Nürnberg ist, hängt freilich auch mit diversen Verletzungen, Blessuren und Krankheiten zusammen. Zuletzt - nach der pandemiebedingten Pause - fiel der seit November nicht mehr in Pflichtspielen eingesetzte Portugiese wegen muskulären Problemen und einer Magen-Darm-Grippe aus.

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Von Vorteil scheint da, dass es für Palikucas teuren Transfer-Flop trotz schwacher respektive fehlender Beschäftigungsnachweise im Club-Trikot offenbar einen Abnehmer zu geben scheint. Zumindest, wenn man der portugiesischen Fachzeitung A Bola glauben mag. Diese berichtete jüngst, dass sich der Altmeister mit Sporting Braga, dem nicht nur aufgrund seines markanten Felsenstadions bekannten Tabellenfünften der portugiesischen Eliteliga, in aussichtsreichen Verhandlungen befindet. Braga, seit vielen Jahren auch im europäischen Vereinsfußball ein Begriff, hat durch den Verkauf von Trincao zum FC Barcelona satte 31 Millionen eingenommen, dürfte zudem bald weitere Transfergewinne erzielen. Ins Blickfeld der Portugiesen soll nun der Portugiese Medeiros geraten sein, der aus verständlichen Gründen einer Luftveränderung gegenüber schon im Sommer - nach einem wenig erquicklichen Jahr in Nürnberg - wohl nicht abgeneigt wäre.

"Jeder Spieler würde gerne..."

"Ich habe diese Neuigkeit gelesen, kann im Moment aber nicht viel dazu sagen", wird der 25-Jährige in O Jogo, einem weiteren Fachzeitschrift der Fußballnation zitiert. "Braga ist ein großer Verein, jeder Spieler würde gerne für einen Klub wie Braga spielen", schiebt Medeiros hinterher, was man gerne hört bei einem (potenziell) aufnehmenden Klub. Und, was der Noch-Nürnberger in ähnlicher Form auch im Sommer 2019 bei seinem Wechsel zum FCN verlauten ließ.

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Sportvorstand Robert Palikuca wollte am Spieltag, sein abstiegsbedrohter Club zeigte in der Oberpfalz auch ohne einen Einsatz des mitgereisten Medeiros auf den offensiven Außenbahnen erneut eklatante Mängel, die Spekulationen über einen Abgang des Außenbahnspezialisten gegenüber dem kicker nicht kommentieren. Dass Braga die 1,5 bis 2 Millionen Euro relativ mühelos aufbringen könnte, durch die das Medeiros-Missverständnis zum Fast-Nullsummenspiel werden würde, könnte dem Club, der zehn Prozent der Einnahme nach Lissabon weiterleiten müsste, indes recht gut in den Kram passen.

Medeiros: Der verhinderte Derbyheld

Apropos Missverständnis: Vielleicht wäre alles ja ganz anders gekommen zwischen dem Immer-Noch-nicht Angekommenen und dem Weit-unten-in-der-Tabelle-angekommenen FCN, hätte Medeiros die rot-schwarze Siegchance im Fürther Ronhof genutzt. Damals, beim 265. Frankenderby im November des Vorjahres. In der Noch-vor-Corona-Zeit, als sich Nürnbergs zuvor schon recht flügellahmer Portugiese zum Derbyhelden hätte aufschwingen können.

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"Mit ein bisschen Glück und der Großchance müssen wir das Spiel eigentlich gewinnen", konstatierte Jens Keller, für den den der Derby-Clinch mit dem Kleeblatt zugleich der Einstand auf der Club-Bank war, nach dem Kräftemessen mit dem Stadtnachbarn. Dass dieses torlos blieb, hatte - wie vom neuen Nürnberg-Coach angesprochen - vor allem damit zu tun, dass der eingewechselte Medeiros die Kugel nach Schleuseners überlegtem Diagonalball in der 90. Minute frei vor Fürth-Keeper Burchert nicht mit rechts ins Kleeblatt-Gehäuse, sondern mit links erstaunlich weit am Tor vorbeibeförderte. Es war die Premium-Chance für den FCN, drei prestigeträchtige Punkte beim Lokalrivalen einzufahren. Und für den Portugiesen die Gelegenheit, seinen bis dahin schon schwachen Beschäftigungsnachweis beim Club komplett zu überarbeiten.


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"Vielleicht" und "wäre" funktioniert im Profi-Fußball jedoch nicht. Ob Medeiros angesichts der Probleme des Abstiegskandidaten auf den Außenpositionen in der Restsaison trotzdem noch wertvoll wird für den 1. FC Nürnberg, bleibt abzuwarten. Ebenso, ob er am Saisonende - nach nur einem Jahr in der Noris und einem möglichen Nullsummenspiel - wieder weg ist.


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