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Bamberger Frustbewältigung gegen beste Offensive?

Oberfranken leiten gegen die "Donnervögel" den Saisonendspurt ein - 07.05.2019 13:11 Uhr

Bambergs Daniel Schmidt will mit seinem Team in Oldenburg den Negativtrend stoppen. © Sportfoto Zink


Mit den "Donnervögeln" steht den Brose-Boys ein extrem schwerer und unangenehm zu spielender Gegner ins Haus. Die Mannschaft von Mladen Drijencic rangiert aktuell auf Rang zwei und musste sich im bisherigen Saisonverlauf erst fünf Mal geschlagen geben. Nach oben zu Platz eins geht für die Niedersachsen zwar nichts mehr, aber dahinter liegt Alba Berlin in Lauerstellung und wartet nur auf Oldenburger Fehler. Die Huntestädter benötigen selbst noch mindestens einen Sieg, um sicher als Tabellenzweiter in die Postseason zu gehen.

So oder so spielt Oldenburg bislang eine sensationelle Hauptrunde. Allerdings kommt es der Mannschaft um Liga-Urgestein Ricky Paulding sicherlich zu Gute, dass man aufgrund eines internen Zeitversäumnisses in diesem Spieljahr an keinem internationalen Wettbewerb teilgenommen hat. Die einzig richtig negative Delle in der Oldenburger Saisonkurve war das frühe Pokal-Aus gegen Science City Jena.

Brandgefährliche Offensivmaschine

Daher lag und liegt Oldenburgs Fokus voll und ganz auf der BBL und den anstehenden Playoffs – und das zahlt sich aus. Die EWE Baskets verzücken ihre Fans in diesem Jahr mit exzellentem Offensivbasketball und stellen mit durchschnittlich 92,2 Punkten den besten Angriff der gesamten Liga. Gleich fünf Spieler sind regelmäßig für zweistellige Punktzahlen gut: Dreh- und Angelpunkt ist dabei MVP-Kandidat Will Cummings. Der Point Guard bringt es im Schnitt auf 20,4 Zähler, vernachlässigt dabei auch das Teamplay nicht. Er initiiert die Systeme und findet, wenn er nicht selbst abschließt, immer den freien Mann. Erster Abnehmer für Cummings' Pässe ist Rasid Mahalbasic, der als zweitbester EWE-Scorer auf 13,5 Zähler kommt. Der österreichische Big Man machte in dieser Saison vor allem durch seine drei Triple Doubles (zweistellige Werte in drei Kategorien) auf sich aufmerksam. Im Saisondurchschnitt runden 8,9 Rebounds und 4,6 Assists (beides interne Bestwerte) die Leistungen des Centers ab. Unterstützung bekommt das Duo noch von Dauerläufer Rickey Paulding (13,3 PpS in 31:26 Minuten), Nathan Boothe (11,7) und Frantz Massenat (11,2).

Wie brandgefährlich die Norddeutschen sein können, hat Brose Bamberg bereits im Hinspiel vor knapp vier Wochen erfahren müssen. Beim 89:100 aus Sicht des Pokalsiegers waren es vor allem die Dreier, die den Unterschied ausmachten. Während Bamberg nur fünf von 20 Versuchen traf, netzte Oldenburg zehn von 27 ein – eigentlich liegen beide Teams im Saisonverlauf nahezu gleichauf, was die Trefferquoten von "downtown" angeht. Zudem holten die Gastgeber damals 39 Rebounds, 14 davon am offensiven Brett.

Final Four-Enttäuschung schnell abhaken

Während die Oldenburger ausgeruht und gut vorbereitet in die Domstadt reisen, bleiben Federico Perego und seinem Team nur wenige Trainingseinheiten, um sich auf die kommende Aufgabe vorzubereiten. Hinzu kommt noch, dass man ein körperlich anstrengendes und zugleich enttäuschend verlaufendes Final Four-Wochenende verarbeiten muss. "Wir müssen das letzte Wochenende vergessen und nur noch nach vorne schauen. Die Playoffs stehen an. Doch zunächst haben wir noch drei ganz schwere Spiele vor uns, die uns aber perfekt auf die Postseason einstimmen werden", wirft Coach Perego einen kurzen Blick voraus auf die Playoffs.

Der Übungsleiter, der seine Spieler noch am Montagnachmittag nach der Rückkunft aus Belgien zum Training bat, weiß, dass eine schwere Aufgabe wartet. "Mit Oldenburg kommt morgen eines der Teams, die momentan mit den besten Basketball in Deutschland spielen", schickt der Italiener vorab ein paar Lobeshymnen gen Norden. Zeitgleich haben nicht nur die Auftritte in Antwerpen deutlich gemacht, dass "wir aktuell in einer schwierigen Phase sind. Ähnlich wie im Januar. Ich bin mir aber sicher, dass, genauso wie vor ein paar Monaten, ganz Freak City zusammenstehen und uns die nötige Energie geben wird, die es für die letzten Wochen der Saison braucht", vertraut Broses Cheftrainer auf die Unterstützung der eigenen Fans.

 

  

Benjamin Strüh

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