Stefan Lettenbauer geehrt

Bayern-Krone des Ehrenamts für "Mister Wolfstein"

Holger Peter
Holger Peter

E-Mail zur Autorenseite

29.9.2021, 18:00 Uhr
Ein Wolfsteiner im Mittelpunkt der BFV-Ehrenamts-Gala (von links): Josef Müller von Lotto Bayern, Fifa-Schiedsrichter und Ehrengast Felix Brych, Drazen Cindric (TuS Alztal), Stefan Lettenbauer, Christian Bleyer (DJK-SV Oberpfraundorf), BFV-Präsident Rainer Koch und BFV-Verbands-Ehrenamtsreferent Stefan Merkel.
 

Ein Wolfsteiner im Mittelpunkt der BFV-Ehrenamts-Gala (von links): Josef Müller von Lotto Bayern, Fifa-Schiedsrichter und Ehrengast Felix Brych, Drazen Cindric (TuS Alztal), Stefan Lettenbauer, Christian Bleyer (DJK-SV Oberpfraundorf), BFV-Präsident Rainer Koch und BFV-Verbands-Ehrenamtsreferent Stefan Merkel.   © privat, NN

Eigentlich ist Stefan Lettenbauer einer, der zupackt. Aber er kann auch feiern – und sich feiern lassen. „Ich habe das schon genossen, es ist schön, wenn die eigene Arbeit so geschätzt wird“, sagt der Bayernsieger des BFV-Ehrenamtspreises, in seinem Verein nur liebevoll „Mister Wolfstein“ genannt.

Bei der 25. Ehrenamtspreisverleihung des Bayerischen Fußball-Verbands (es war die nachgeholte Gala für das Jahr 2020) im Münchner GOP-Varieté-Theater wurden 22 Vereinsmitarbeiterinnen und Vereinsmitarbeiter (pro Spielkreis) ausgezeichnet. Stefan Lettenbauer vom TSV Wolfstein 1950 wurde dann aus diesem erlesenen Kreis zum Besten der Besten gekürt. Christian Bleyer (DJK-SV Oberpfraundorf) und Drazen Cindric (TuS Alztal) belegten die Plätze zwei und drei. Vom Sponsor Lotto Bayern ging mit 2000 Euro auch die größte Geldprämie nach Wolfstein.

Im Osten von Neumarkt freut man sich über diese willkommene Finanzspritze, denn Stefan Lettenbauer will sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Ein Anbau ans Vereinsheim ist das nächste Großprojekt, dass der Klub mit seinen 820 Mitgliedern in Angriff nimmt. „Wir platzen aus allen Nähten, wollen aber weiter wachsen, darum brauchen wir einfach mehr Platz“, sagt der Multifunktionär.

"Kreative Unruhe"

Diese „kreative Unruhe“ zeichnet den 48-Jährigen schon seit jeher aus, wie der Laudatio zu entnehmen ist. „Stefan Lettenbauer ist das Paradebeispiel dafür, wie sich frühere Spieler nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn für eine Karriere im Verein begeistern lassen“, heißt es dort.

Nachdem er seine Schuhe an den Nagel gehängt hatte, trainierte er über einige Jahre hinweg unterschiedliche Jugendmannschaften – und übernahm schließlich noch mehr Verantwortung: als Abteilungsleiter und zunächst zweiter und seit März sogar erster Vorsitzender des Gesamtvereins. Bei ihm laufen nahezu alle Fäden des Vereinslebens zusammen: die Organisation des Spielbetriebs, die Bedienung des Livetickers und regelmäßige Einsatz als Stadionsprecher seien dabei nur die Spitze des Eisbergs, ist zu lesen.

Auch von der Corona-Pandemie wurde Lettenbauers Tatendrang nicht gebremst. Als sich das Virus Anfang 2020 verbreitete, rief er kurzerhand mit der Aktion „Wolfstein hilft“ eine Einkaufshilfe für ältere Menschen und Risikopatienten ins Leben. Als Corona-Beauftragter kümmerte er sich parallel dazu um die Erstellung der Hygienekonzepte und die penible Umsetzung der behördlichen Auflagen im Verein.

Integration als Herzensangelegenheit

Eine Herzensangelegenheit ist für ihn auch die Integration von Geflüchteten, die in Wolfstein nicht nur eine sportliche Heimat finden, sondern auch Unterstützung bei Behördengängen, Arztbesuchen oder der Arbeitssuche erhalten. Über eine Kooperation mit der Organisation „Chancen statt Grenzen“ werden zudem Ausrüstung und Mitgliedsbeiträge für sie organisiert.

Um den Nachwuchs für den Fußball im Verein zu begeistern, organisiert Lettenbauer regelmäßig Schnuppertrainings in Kindergarten und Schule. Mit den BFV-Projekten „Ballbina kickt“ und dem „Tag des Mädchenfußballs“ gibt es zudem regelmäßig Angebote speziell für Nachwuchs-Kickerinnen.

Auch das Thema „Finanzen“ hat Stefan Lettenbauer fest im Blick. So lässt er sich immer neue Ideen einfallen, um Einnahmen für „seinen“ Verein zu generieren. Die jährliche Weihnachtsfeier, das „Christbaumversteigern“ und der Stand am Neumarkter Altstadtfest sind daher große Events, die er organisiert, bewirbt und dafür auch andere freiwillige Helferinnen und Helfer begeistern kann.

"Positives Nerven"

Fritz Meyer, der Ehrenamtsbeauftragte des Vereins bezeichnet diese Hartnäckigkeit als „positives Nerven“. So sei der TSV Wolfstein auch keine One-Man-Show, „sondern der Stefan kann auch delegieren und hat ein großes Team um sich herum aufgebaut. Er ist halt die Lokomotive des Vereins“.

Um auch das Ehrenamt im Verein zu stärken, hat Lettenbauer eine Jahresabschlussfeier ins Leben gerufen, auf der er die Arbeit aller Trainer, Betreuer und Helfer durch wertschätzende Worte und ein gemeinsames Essen würdigt.

Ebenso kümmert er sich um Sponsoren, verhandelt Verträge und vergibt Werbebanner am Sportgelände. Diese werden dann natürlich von ihm selbst angebracht und gepflegt.
Hat so ein Mann überhaupt noch ein Privatleben? „Die Zeit nehmen sich meine Lebensgefährtin und ich uns schon. Die muss man sich einfach freischlagen“, sagt der Bayernsieger. Schließlich muss Stefan Lettenbauer auch mal ausspannen, um danach wieder mit frischer Kraft für „seinen“ TSV da zu sein.

Keine Kommentare