Becker, Graf, Kerber: Alle deutschen Grand-Slam-Sieger der Open-Ära

5.8.2018, 12:35 Uhr
14.07.2018, Großbritannien, London: Tennis: Grand Slam, WTA-Tour - Wimbledon, Einzel, Damen, Finale, Williams (USA) - Kerber (Deutschland): Angelique Kerber jubelt nach ihrem Sieg. Kerber hat als erste deutsche Tennisspielerin seit Graf 1996 Wimbledon gewonnen. Foto: Jonathan Brady/PA-Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Angelique Kerber

Angelique Kerber hatte es nicht einfach. Nach dem erfolgreichen Jahr 2016, in dem Kerber sowohl die Australian Open als auch die US Open gewann, ging es für die Kielerin erstmal bergab, sie rutschte aus den Top Ten der Frauen-Weltrangliste. Nach Trainerwechsel und weiteren Enttäuschungen gelang Kerber dann aber in Wimbledon die große Überraschung: Gegen Serena Williams konnte sich die über Jahre beste deutsche Tennisspielerin glatt in zwei Sätzen durchsetzen und sich so wieder eindrucksvoll in der Weltspitze zurückmelden.

Erfolge: Australian Open (Einzel; 2016), US Open (Einzel; 2016), Wimbledon (Einzel; 2018) © Jonathan Brady/dpa

10.02.2018, Minsk, Weißrussland: Fed Cup, Weltgruppe, Erstrundenpartie, Sasnowitsch (Weißrussland) - Lottner (Deutschland): Antonia Lottner aus Deutschland (r) feiert ihren Sieg mit ihren Teamkolleginnen Tatjana Maria (M) und Anna-Lena Grönefeld. Foto: Sergei Grits/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Anna-Lena Grönefeld

Im Einzel war Anna-Lena Grönefeld nie so richtig erfolgreich. Zwei Finalteilnahmen bei den kleinen Turnieren in Peking und Luxemburg waren da das höchste der Gefühle. Im Doppel aber gehörte Grönefeld zur erweiterten Weltspitze, war vor allen Dingen im Mixed-Doppel lange Zeit Titelanwärterin. Mit dem bahamaischen Profi Mark Knowles gewann sie 2009 in Wimbledon, mit dem Niederländer Jean-Julien Rojer 2014 in Paris.

Erfolge: Wimbledon (Mixed-Doppel; 2009), French Open (Mixed-Doppel; 2014) © Sergei Grits/dpa

German top seed Steffi Graf holds her trophy after she won her seventh title after beating Arantxa Sanchez Vicario of Spain in the women 's singles final at the Wimbledon Tennis Championships 06 July. Graf won 6-3, 7-5.. AFP PHOTO/Gerry PENNY / AFP PHOTO / GERRY PENNY
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Steffi Graf

Die erfolgreichste deutsche Profi-Tennisspielerin aller Zeiten. Als eine von nur drei Spielerinnen überhaupt gewann sie alle vier Grand-Slam-Turniere innerhalb eines Kalenderjahres und dominierte jahrelang die Frauenwettbewerbe. 1999 trat die Rekord-Weltranglistenerste (377 Wochen an der Spitze des Rankings), im Alter von 30 Jahren und nur wenige Wochen nach ihrem Erfolg in Paris, zurück.

Erfolge: French Open (Einzel; 1987, 1988, 1993, 1995, 1996 und 1999), Australian Open (Einzel; 1988, 1989, 1990 und 1994), Wimbledon (Einzel; 1988, 1989, 1991, 1992, 1993, 1995, 1996 sowie Doppel; 1988), US Open (Einzel; 1988, 1989, 1993, 1995, 1996) © AFP

Claudia Kohde-Kilsch
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Claudia Kohde-Kilsch

Auch Claudia Kohde-Kilsch blieb es verwehrt, im Einzel eine größere Rolle im Frauentennis zu spielen. Bis auf einige Siege bei kleineren Turnieren stach die hochgewachsene Rechtshänderin (1,87 Meter groß) nur selten heraus. Im Doppel allerdings gehörte sie zur Weltspitze, in der Weltrangliste war Kohde-Kilsch gemeinsam mit ihrer Partnerin Helena Sukova zwischenzeitlich auf Rang zwei, direkt hinter dem Spitzen-Duo Navratilova/Shriver. 1994 trat die Saarbrückerin zurück. Nach ihrer aktiven Karriere war der ehemalige Tennis-Star in der Politik aktiv und saß für die Linke im Stadtrat ihrer Heimatstadt.

Erfolge: US Open (Doppel; 1985), Wimbledon (Doppel; 1987) © Becker&Bredel/dpa

NEW YORK, NY - AUGUST 30: Philipp Petzschner of Germany serves during his men's singles second round match against Nicolas Almagro of Spain on during Day Four of the 2012 US Open at USTA Billie Jean King National Tennis Center on August 30, 2012 in the Flushing neigborhood of the Queens borough of New York City. Matthew Stockman/Getty Images/AFP
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Philipp Petzschner

Er ist der bislang letzte männliche Grand-Slam-Sieger Deutschlands: Der Oberfranke Philipp Petzschner war mit seinem Partner, dem Österreicher Jürgen Melzer, über Jahre hinweg ein Titelkandidat im Doppel. In den Jahren 2010 und 2011 krönte das Duo seine erfolgreiche Partnerschaft mit Turniersiegen in London und New York.

Erfolge: Wimbledon (Doppel; 2010), US Open (Doppel; 2011) © AFP

ARCHIV - 07.07.1991, Großbritannien, London: Der deutsche Tennisprofi Michael Stich jubelt bei der Siegerehrung nach seinem Wimbledonsieg gegen Boris Becker. Am 21.07.2018 wird Stich in die Hall of Fame des Tennissports aufgenommen. Kurz nach der Rückreise aus den USA trifft er in Hamburg im Legenden-Match auf seinen Kumpel McEnroe. Und am Montag beginnt sein letztes Rothenbaum-Turnier als Chef. (zu dpa «Michael Stich: Erst Hall of Fame, dann Legenden-Duell mit McEnroe») Foto: Kai-Uwe Wärner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Michael Stich

18 Karriere-Titel im Einzel, zehn im Doppel - und dennoch immer im Schatten des großen Konkurrenten Boris Becker. Michael Stich gehörte jahrelang zur absoluten Weltklasse im Tennis, bei Grand-Slam-Turnieren und großen Duellen hatte Stich allerdings immer seine Problemchen, die er in seiner verhältnismäßig kurzen Karriere nie ablegen konnte. Mit 20 Jahren wurde das Nordlicht Profi, nur neun Jahre später trat der Pinneberger dann zurück. Seit 2018 ist Stich Mitglied in der International Tennis Hall of Fame.

Erfolge: Wimbledon (Einzel; 1991 sowie Doppel; 1992) © Kai-Uwe Wärner/dpa

ARCHIV - 06.07.1986, Großbritannien, Wimbledon: Der 18-jährige Leimener Boris Becker gewinnt zum zweiten Mal in Folge das Herren-Einzel-Finale in Wimbledon. (zu dpa
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Boris Becker

So gut wie jeder in Deutschland kennt Bumm-Bumm-Boris, sogar ein Eis ist nach ihm benannt. Zugegeben, viel zweifelhaften Ruhm errang der Rotschopf nach seiner aktiven Karriere, als er harte Aufschläge auf dem Platz gegen schnelle Nummern in Besenkammern eintauschte. Dennoch ist Boris Becker der bislang erfolgreichste deutsche Spieler und löste Ende der 80er-Jahre einen regelrechten Tennis-Boom aus. Unter anderem ihm ist es zu verdanken, dass der Sport jahrelange Medienpräsenz genoss.

Erfolge: Wimbledon (Einzel; 1985, 1986, 1989), US Open (Einzel; 1989), Australian Open (Einzel; 1991, 1996) © Wolfgang Eilmes/dpa