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Behrens nach Club-Remis: "Jetzt geht's um alles!"

Kapitän gibt sich kämpferisch und stimmt den FCN auf "sechs Endspiele" ein - 01.04.2018 16:39 Uhr

"Die Fans können sich sicher sein, dass wir in den letzten sechs Wochen alles dafür tun werden, um so viele Punkte wie möglich zu holen", erklärt FCN-Trainer Michael Köllner am Sonntag nach dem Remis in Dresden. © Sportfoto Zink / DaMa


Am Vormittag danach stand unter anderem die Schusstechnik auf dem Trainingsplan, das kann nicht schaden. Kleine Tore sollten die Fußballer treffen, mit links und mit rechts, mit dem Innen- und mit dem Vollspann. Die so genannte Bauernspitz, wie von Fans gefordert, übten sie nicht.

Vor der Einheit auf dem Platz hatten sie das 1:1 in Dresden gemeinsam vor dem Bildschirm analysiert. Fazit: Passt schon. Kevin Möhwald fiel vor allem auf, "dass wir vier, fünf Kontermöglichkeiten nicht gut zu Ende gespielt haben". Nicht nur der letzte Pass geriet häufig zu ungenau, so dass es die Gastgeber meist problemlos verteidigen konnten. Wobei der Respekt groß war bei Dynamo: "Wir dürfen nicht vergessen, gegen wen wir gespielt haben", rief Torhüter Marvin Schwäbe bereits ein paar Minuten nach dem Abpfiff in Erinnerung. "Gegen Nürnberg, die sind Zweiter." Nach wie vor. 

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In einer umkämpften Partie bewahrt Kapitän Hanno Behrens den 1. FC Nürnberg mit seinem Treffer zum 1:1-Ausgleich in Dresden zwar vor einer Niederlage. Wirklich zufrieden kann der Club mit dem Ergebnis allerdings nicht sein, denn es ist bereits das fünfte Spiel in Serie ohne Dreier.


Sechs Spieltage vor Schluss spitzt sich die Lage auch ganz oben weiter zu. Der Vorsprung auf Holstein Kiel (1:1 in Bielefeld) beträgt immer noch zwei Punkte, auf Platz vier sind es nach Regensburgs Heimniederlage gegen Aue sogar wieder sieben, das Schneckenrennen geht also weiter. Der Kapitän, der wegen verhärteter Adduktoren am Sonntag ebenso im Vereinszentrum blieb wie Georg Margreitter (leichte Rückenprobleme), gibt sich auch deswegen kämpferisch. "Das werden sechs Endspiele, für uns Fußballer gibt‘s nichts Schöneres, jetzt geht‘s um alles", schwört Behrens seinen Club ein. Ihm persönlich macht das sehr viel Spaß - "wenn es am Ende reicht und nochmal spannend war, ist die Freude doch umso größer."

Wenn es am Ende reichen sollte, würde ihm wahrscheinlich auch sein Trainer tagelang um den Hals fallen. Nur hat Michael Köllner eine andere Herangehensweise; natürlich würde der Oberpfälzer ebenfalls liebend gerne aufsteigen, keine Frage - weigert sich aber beharrlich, die Devise auszugeben, mindestens Zweiter werden zu müssen. So auch am Sonntagmittag.

Köllner: "Wir wollen eine erfolgreiche, stabile Saison spielen"

Selbstverständlich kann Köllner die Fans verstehen, die sich nach fünf Spielen ohne Sieg Sorgen machen um ihren Club. "Ich glaube trotzdem, dass man die Dinge realistisch sehen muss", entgegnet Köllner: Die Mannschaft habe alles dafür getan, damit es eine gute Saison wird, "jetzt gilt es, in den letzten sechs Wochen die Dinge vielleicht zu einem krönenden Ende zu führen". Ihr vorrangiges Ziel hätten sie ohnehin bereits erreicht. "Wir wollten eine erfolgreiche, stabile Saison spielen, im Schlussspurt gilt es, die Kräfte nochmal zu bündeln."

Am Dienstag soll Mikael Ishak, der auch in Dresden schmerzlich vermisste Torjäger, nach dann siebenwöchiger Pause endgültig wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, schon seine Präsenz wird die Kollegen zusätzlich motivieren – die sich ohne ihn ausgesprochen schwer tun im letzten Platzdrittel. Die nach wie vor glänzende Ausgangsposition könnte auch deshalb trügerisch sein, glaubt Köllner – und hält den Ball lieber flach. Und warnt sogar. "Eines darf nicht passieren: Dass die Erwartungen auf einmal in eine andere Richtung gehen", sagt der Trainer, "es ist immer die Crux: Man hat eine gute Position, in der guten Position verändert sich die Erwartungshaltung und wegen der veränderten Erwartungshaltung verlangt man der Mannschaft vielleicht Dinge ab, die keine Mannschaft leisten kann."

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In Dresden optimal zu punkten ist wirklich schwer, gegen Darmstadt oder Fürth haben aber schon ganz andere Vereine zuhause gewonnen. Auch der Club hätte das durchaus schaffen können, brachte sich aber mit zum Teil unerklärlichen Aussetzern selbst um den Erfolg. Was in nächster Zeit tunlichst nicht mehr passieren sollte. "Die Fans können sich sicher sein, dass wir in den letzten sechs Wochen alles dafür tun werden, um so viele Punkte wie möglich zu holen."

Vielleicht gelingt Edgar Salli oder Adam Zrelak ja mal wieder ein "dreckiges Tor" (Köllner), notfalls auch mit der berühmten Bauernspitz, vielleicht wirkt sich der "positive Druck" (nochmal Köllner) auch endlich positiv aus. "Natürlich fängt man an, nachzudenken", sagt Hanno Behrens, "wir haben eine junge Mannschaft, viele haben nicht viel Erfahrung im Profibereich."

Egal, er bleibt dabei: "Wir müssen jetzt jedes Spiel angehen, als wenn es das letzte wäre."

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Wolfgang Laaß

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