Bereit für Dresden: Burgstaller dreht's gegen Augsburg

29.7.2016, 20:58 Uhr
Der geht rein! Guido Burgstaller bleibt vom Punkt cool - das 2:1 gegen Augsburg.

Der geht rein! Guido Burgstaller bleibt vom Punkt cool - das 2:1 gegen Augsburg. © Sportfoto Zink / WoZi

Die Generalprobe ist gelungen! Der Club hat durch einen beachtlichen, aber nicht besonders aussagekräftigen Erfolg gegen den FCA seine Testsspielreihe siegreich abgeschlossen.

Anfield und die Suche nach dem Anschluss

Das wunderbar selbstironische und natürlich nicht ganz falsche Motto der vergangenen Saison steht immer noch auf dem Mannschaftsbus des FC Augsburg. "In Europa kennt uns keine Sau", so tourten die Schwaben über den Kontinent, um letztlich denkbar knapp an der berühmten Anfield Road in Liverpool auszuscheiden.

Auch den 1. FC Nürnberg hat der erst 2011 in die Bundesliga aufgestiegene Traditionsverein drei Jahre später überholt; während sich die Schwaben etablieren konnten im Oberhaus und ihr Glück sogar im internationalen Geschäft versuchen durften, kämpft der Club seitdem eine Klasse tiefer um den Anschluss.

Am Samstag beginnt in Dresden die nächste, bereits dritte Saison in der Zweiten Liga in Folge. Zur Einstimmung lud man sich am Freitagabend den FC Augsburg ein ins eigene Stadion; 67 Tage nach dem verlorenen Relegationsrückspiel schien der FCN zunächst noch den Relegationsmodus drin zu haben, der sich, freundlich formuliert, vor allem über defensive Stabilität definiert.

Salli staubt ab

Erst nach der Pause wachte der Club auf, in Führung gingen aber die Gäste durch einen von Verhaegh verwandelten Foulelfmeter. Edgar Salli staubte drei Minuten später zum 1:1 ab, den Endstand besorgte Guido Burgstaller per Strafstoß (75.).

Nürnbergs Trainer musste auf Ondrej Petrak verzichten, der sich am Vormittag leicht verletzt hatte. Für ihn rückte der erst 19-jährige Lukas Mühl vor die Abwehr und erledigte seine Aufgaben zuverlässig. Hanno Behrens, der später mit einer Schulterverletzung ausschied, rückte nach vorn in eine offensive Viererkette neben Enis Alushi. Als einzige Spitze mühte sich Burgstaller.

"Die Vorfreude ist riesengroß"

Dass dieser einer sein könnte für die Bundesliga, ließ sich zunächst bloß erahnen, auch seine Kollegen können bestimmt noch zulegen in den nächsten Tagen. "Die Vorfreude ist riesengroß", sagte Alois Schwartz vor dem Anstoß; warmer Applaus begleitete seine Premiere im Frankenstadion, am heutigen Samstag schaut er sich Dynamo Dresden im letzten Test gegen Werder Bremen an.

"Wichtig ist für uns, dass wir schnell eine Mannschaft werden", sagte Schwartz, eine schnelle Mannschaft wäre auch nicht übel. Im Aufbau verschleppten die Nürnberger in der ersten Halbzeit häufig das Tempo, so dass sich der Gegner nach Ballverlusten in Ruhe sortieren konnte. An der Balance zwischen Risiko und Torabsicherung gilt es noch zu arbeiten, aber es ist ja noch etwas Zeit.

Nach dem müden 1:1 gegen den Chemnitzer FC hatte er öffentlich die Einstellung seiner Profis hinterfragt, die sich gestern Abend steigerten. Fünf Tage zuvor habe sich sein Club "nicht von der besten Seite gezeigt", meinte Schwartz, der aber natürlich lange genug im Geschäft ist, um Auftritte wie die letzten beiden richtig einordnen zu können.

Alushi setzt Achtungszeichen

Es ist noch Vorbereitung, für Salli und Alushi fängt die laufintensive Phase sogar erst an. Die beiden Neuen müssen konditionell noch zulegen, besonders der zuvor vereinslose Alushi hinterließ bei seinem 66-minütigen Startlelf-Debüt aber einen recht munteren Eindruck. Mit dem 30-Jährigen habe man "einen erfahrenen Spieler geholt, der uns im Mittelfeld verstärken kann", wie Schwartz hofft. Die Ansätze sind ordentlich. Wie beim ganzen Club, bei dem sich Behrens - wie später bekannt wurde - eine Schultereckgelenkzerrung zugezogen hatte, ohne dass dies seinen Einsatz beim Saisonauftakt in Dresden gefährden würde.

Nürnberg: Schäfer; Brecko, Margreitter, Bulthuis, Sepsi – Mühl (85. Hovland) – Leibold (66. Gislason), Behrens (72. Möhwald), Alushi (66. Sylvestr), Kempe (46. Salli) – Burgstaller.

Augsburg: Hitz, Verhaegh (61. Teigl), Gouweleeuw (61. Rieder), Janker, Stafylidis (46. Opare)– Kohr (46. Koo), Baier (74. Kacar) - Ji, Altintop (46. Usami), Caiuby (61. Werner) – Matavz (61. Finnbogason).

Schiedsrichter: Hartmann (Krugzell). – Zuschauer: 8434. – Tore: 0:1 Verhaegh (60., Foulelfmeter), 1:1 Salli (63.). 2:1 Burgstaller (75., Foulelfmeter).

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