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Bergemann: "Kein Handball, keine Schule, kein Erlangen"

Der frühere HCE-Coach steckt im schönen Bregenz fest - 24.05.2020 14:06 Uhr

Ein Energiebündel am Spielfeldrand: Frank Bergemann, hier 2014 noch in HCE-Diensten gegen Wetzlar, heute in Tirol tätig. © Foto: Sportfoto Zink


Der Corona-Lockdown ist schuld an der für Bergemann so ungewohnten Situation. "Kein Handball, keine Schule, kein Erlangen", fasst er es zusammen. Schließlich hat er die Aufgabe als Sportlehrer am Albert-Schweitzer-Gymnasium nie aufgegeben.

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Probleme für den Berufspendler 

Auch wenn er in Österreich oder zuletzt in der Bundesliga bei HBW Balingen-Weilstetten als Coach tätig war, pendelte er einmal in der Woche zum Unterricht in die Hugenottenstadt. Zuletzt war er angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise nur alle zwei Wochen in Erlangen, "um die Kollegen zu entlasten, da ja wohl bis zu den Sommerferien kein Sportunterricht mehr stattfinden wird." Als Berufspendler habe er fahren dürfen, "aber manchmal war es ein bisschen schwierig, je nachdem, an wen man geraten ist."

Auch in Schwaz ermöglichen viele Ehrenamtliche den Erfolg

Rang fünf belegte Bergemann mit dem in Schwaz beheimateten Erstligisten Handball Tirol, als der österreichische Verband die Saison beendete - der größte Erfolg in der noch jungen Geschichte des Vereins. "Es war das erste Mal, dass wir ins obere Playoff gekommen sind - und wir hatten die beiden Top-Spiele vor der Nase, sprich gegen den Tabellenführer und den Zweiten, beides daheim. Wir wollten uns eine gute Ausgangsposition für das Viertelfinale ergattern", erzählt der Handballexperte. Natürlich sei er durchaus stolz auf diesen Erfolg, "viel mehr gefreut hat er mich für die vielen Menschen, die sich hier einbringen - es ist ein stark von ehrenamtlichem Engagement geprägter Klub", erzählt er über seinen aktuellen Arbeitgeber, für den er seit Februar 2018 tätig ist.

"Man beschäftigt sich mit Dingen, zu denen..." 

Kein Training, lange Wochen des Lockdowns – dennoch wird es Bergemann nicht langweilig. Fortbildung sei angesagt, so der Besitzer der Europäischen Mastercoach-Lizenz. "Man beschäftigt sich mit Dingen, zu denen man sonst nicht so kommt - und mit der Vorbereitung der nächsten Saison." Beide Torhüter und der Abwehrchef verabschieden sich, und Ersatz ist gefragt. "Man muss schauen, wie tief die Folgen durch diese ganze Corona-Geschichte sind - es geht ja auch um die Finanzierbarkeit, und da müssen wir sicher ein bisschen abbauen."

Bergemann ist auch als Trainer bekannt, der gerne und erfolgreich mit jungen Spielern arbeitet. Doch da habe sein heutiger Verein einen Standortnachteil. Anders als in Wien gebe es in Tirol nicht viele Handballklubs, entsprechend weniger junge Spieler. "Und dann haben wir hier ja auch noch Konkurrenz durch den Skisport, Skispringen und all die anderen Freizeitmöglichkeiten", nennt er einen weiteren Punkt.

Eine in Austria angereicherte Erfolgsliste 

Doch entmutigen lässt sich der Mann nicht, der einst die HG und CSG Erlangen trainierte, ab 2007 sieben Jahre lang den HC Erlangen, den er 2014 erstmals in die Bundesliga führte. Und die Erfolgsliste Bergemanns lässt sich noch anreichern, gerade damit, was er in Österreich erreicht hat: Bei seinem ersten Trainergastspiel in der Alpenrepublik holte er mit dem HC Hard 2003 die österreichische Meisterschaft. Dazu wurde er selbst zum "Trainer des Jahres" gewählt.

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Philipp Roser

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