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Bitterer Ausklang: Bamberg verliert Derby gegen Bayreuth

Im 80. Oberfranken-Duell geht es für die Gastgeber schnell bergab - 30.12.2020 22:31 Uhr

Glücklich kann er nicht sein mit der Niederlage im prestigeträchtigen Derby: Bambergs Trainer Johan Roijakkers.

30.12.2020 © Tobias Hase/dpa


Hauptgrund für die fünfte Bamberger Saisonniederlage war ein klarer Leistungsabfall nach starken sechs Anfangsminuten. Gegen Bayreuths wechselnde Verteidigungsarten verlor Brose Bamberg völlig seinen Rhythmus und kam am Ende nur auf eine magere Trefferquote von 32,9 Prozent (26 Prozent Dreierquote). Vor dieser Begegnung war der Gastgeber mit 51,8 Prozent der getroffenen Würfe Ligaspitze. Die Kontrahenten aus der Wagnerstadt wirkten nach der Trennung von US-Boy Ryan Woolridge befreiter und zogen den Bambergern in der Defense den Zahn.

Zum Spiel: Obwohl die ersten Zähler der Partie durch Matthew Tiby (Dreier) auf das Konto der oberfränkischen Gäste gingen, legte Bamberg gut los. Aufbauend auf diesen 0:3-Rückstand starteten die Roijakkers-Jungs mit einem 13:0-Run. Allen voran Dominic Lockhart feuerte dabei gut von "downtown" und steuerte zwei Distanztreffer zur schnellen zweistelligen Führung (13:3, 4.) seiner Farben bei. Auch danach fand Bayreuth nicht statt, sodass die Bamberger - weiter getragen von Lockhart und Christian Sengfelder - noch bis auf 20:6 (6.) davonziehen konnten.

Bayreuth kontert Bambergs starken Auftakt

Erst Mitte des ersten Viertels, als Medi-Coach Raoul Korner mit Topscorer Frank Bartley und Osvaldas Olisevicius mehr Offensivpower ins Spiel brachte, fanden die Wagnerstädter langsam aber sicher ihren Rhythmus. Zusätzlich stellte der österreichische Headcoach auf eine Pressverteidigung, die sich danach in eine Zone zurückzog, um und brachte Bambergs Offensivmaschine damit völlig zum Erliegen. Völlig von der Rolle mussten die gastgebenden Oberfranken nun den gegnerischen Lauf (13:0) hinnehmen, der Bayreuth noch im ersten Viertel zurückbrachte.

Broses Korbjäger taten sich auch in den zweiten zehn Minuten schwer, um gegen Bayreuths Verteidigungsvariante zum Erfolg zu kommen. In der eigenen Abwehr agierte man solide, brachte dabei aber insbesondere Andreas Seiferth und Frank Bartley nicht unter Kontrolle. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der mit einer hauchdünnen 39:38-Führung für Brose Bamberg in die Halbzeit ging.

Bamberg findet nicht mehr ins Spiel

Auch zum Start des zweiten Durchgangs hatte sich Bayreuths Cheftrainer Raoul Korner taktische Kniffe (zb. große Aufstellung mit Tiby und Olisevicius auf den Flügelpositionen) überlegt, um Bamberg weiter zu irritieren - was zunächst auch weiter gelang. Die Domstädter schafften es zu selten, den Ball in gute Positionen in Korbnähe zu bringen, wo David Kravish eigentlich wieder eine starke Allroundvorstellung bot. Stattdessen suchte man immer wieder sein Heil aus der Distanz - von wo insbesondere Devon Hall (2/12) die Lampen ausschoss. Bayreuth im Gegenzug agierte cleverer, sodass sich auch über das gesamte dritte Viertel hinweg kein Team nennenswert absetzen konnte - 56:54 für Bayreuth vor der letzten Viertelpause.

Mit Beginn der finalen zehn Minuten drohte die Begegnung dann zugunsten der aufopferungsvoll kämpfenden Bayreuther zu kippen. Drei Dreier in Serie von Walker, Doreth und Olisevicius bescherten den Gästen plötzlich die erste eigene zweistellige Führung (65:54, 33. Min.). Im Bamberger Angriff fehlte es weiter an Ideen, Kreativität und Fortune im Abschluss, sodass man mit fortschreitender Spielzeit und weiter anwachsendem Rückstand zusehends an Boden verlor. Kampflos wollten sich die Brose-Jungs aber auch mit einem 13-Punkte-Rückstand nicht geschlagen geben und bließen zur Aufholjagd. Doch näher als auf fünf Punkte (64:69, 40) konnten Broses-Korbjäger nicht verkürzen und mussten das Kalenderjahr mit einer enttäuschenden 67:73-Derbyniederlage beenden.

Brose Bamberg: Lockhart (14 Punkte), Sengfelder (11), Kravish (10), Fieler (10), Hall (9), Vitali (6), Ogbe (4), Hundt(3), Odiase, Grüttner Bacoul

Medi Bayreuth: Bartley (15), Seiferth (14), Olisevicius (11), Doreth (8), Tiby (8), Pardon (6), Walker (5), Jalalpoor (3), Bruhnke (3)

Benjamin Strüh

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