Erste Team-Medaille seit 2000

Bogenschützinnen um Feuchterin Charline Schwarz jubeln über Bronze

25.7.2021, 11:02 Uhr
Jubel bei den deutschen Bogenschützinnen um die Feuchterin Charline Schwarz. Das Team holt Bronze bei Olympia in Tokio.

Jubel bei den deutschen Bogenschützinnen um die Feuchterin Charline Schwarz. Das Team holt Bronze bei Olympia in Tokio. © Swen Pförtner, dpa

Nach dem Schuss ins Glück fiel Lisa Unruh ihren Teamkolleginnen in die Arme. Nach 21 Jahren hat es endlich wieder geklappt. Die deutschen Bogenschützinnen gewannen bei den Olympischen Spielen in Tokio Bronze und sorgten damit für die erste Team-Medaille seit Sydney 2000. Unruh (Berlin), Michelle Kroppen (Jena) und Charline Schwarz (Feucht - Bogenschützen Feucht e.V.) besiegten am Sonntag im Yumenoshima Park im kleinen Finale Belarus mit 5:1 (55:48, 53:51, 55:55). Für das deutsche Olympia-Team war es am zweiten Finaltag die zweite Medaille, nachdem zuvor die Wasserspringerinnen Lena Hentschel und Tina Punzel über Platz drei gejubelt hatten.

Die Bogenschützinnen waren am Sonntag glänzend aufgelegt. Nach einem 6:2 (55:54, 47:54 52:49, 55:50) gegen Taiwan sorgten Unruh und Co. mit einem deutlichen 6:2 (52:48, 51:48, 49:54, 55:49) gegen die favorisierten Mexikanerinnen im Viertelfinale für eine Überraschung. Beim 1:5 (54:54, 48:51, 52:57) gegen die russischen Bogenschützinnen im Halbfinale war es aber ausgerechnet Unruh, die im vorentscheidenden zweiten Satz patzte. Sonst wäre womöglich sogar das Finale drin gewesen.

Gegen Belarus dominierte das deutsche Team dagegen zwei Sätze lang das Geschehen, ehe die Osteuropäerinnen aufdrehten. So brauchte Unruh im dritten Satz im letzten Schuss eine 10 und die beste deutsche Athletin lieferte einen Paradeschuss ab.

Durch dritten Platz wurde Aufwärtstrend der Sportart weiter bestätigt

Durch den dritten Platz wurde der Aufwärtstrend der Sportart weiter bestätigt, nachdem Unruh bei ihrer Olympia-Premiere bereits Silber im Einzel geholt hatte. Bundestrainer Oliver Haidn erhofft sich durch die Erfolge einen Push für den Bogenschießsport in Deutschland. Vor allem fordert er bessere Bedingungen. "Damit wir im Konzert der Großen auf Dauer mithalten können, benötigen wir ein Zentrum mit einer 70-Meter-Schießhalle sowie einem Bogenschießplatz im Freien direkt daneben." Nur so kann man ganzjährig trainieren. Denn im Vergleich zu Südkorea hinkt Deutschland noch weit zurück. Bei den Asiatinnen herrschen Bedingungen wie im deutschen Profi-Fußball - auch finanziell.

Star des deutschen Teams ist Unruh. Die Polzeimeisterin, zuletzt beim Weltcup in Paris noch Siebte, hat den Bogensport in Deutschland populär gemacht. Endlich ist sie aber nicht mehr nur Einzelkämpferin, nun hat es auch im Team funktioniert. In Tokio hat Unruh auch ihren Mann Florian an der Seite, der bei den Männern dabei ist. Das Paar hatte im September 2020 geheiratet.

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