Bornemann pokert: Club sucht noch immer Neuzugänge

28.8.2018, 05:57 Uhr
Andreas Bornemann und Club-Coach Michael Köllner arbeiten bei der Suche nach Neuzugängen Hand in Hand.

Andreas Bornemann und Club-Coach Michael Köllner arbeiten bei der Suche nach Neuzugängen Hand in Hand. © Sportfoto Zink / DaMa

Sportvorstand Andreas Bornemann war in seiner Analyse hin- und hergerissen. Das 0:1 zum Bundesligaauftakt des 1. FC Nürnberg hatte manch offene Frage nicht eindeutig geklärt. Wie es um die Bundesligatauglichkeit der von ihm zusammengestellten Mannschaft steht, ist nach den ersten 95 Minuten im Fußball-Oberhaus nicht eindeutig zu beantworten. Und genau das ist Futter für die Zweifler.

Einen großen Unterschied konnte Bornemann zwischen seiner Mannschaft und jener der Berliner, für die ein mehr als doppelt so hoher Etat zur Verfügung steht, nicht erkennen. Deshalb ärgerte es ihn auch, dass "unser couragierter Auftritt gegen eine passive Mannschaft" nicht mit einem Punktgewinn belohnt wurde. "So viele Gelegenheiten gibt es in der Bundesliga nicht. Wenn die eigene Leistung stimmt und die Form des Gegners auch noch dazu passt, dann muss man etwas Zählbares mitnehmen", sagt der 46-Jährige. Doch viel Zeit, die Abgezocktheit des Gegners, dem die erste Chance bereits zum Siegtreffer genügte, zu adaptieren, bleibt Nürnberg nicht. Schon am Samstag empfängt der Aufsteiger den FSV Mainz 05 zum Heimspielauftakt.

Immerhin aber habe sich der Club getraut, den in der zweiten Liga gepflegten Spielstil mit viel Ballbesitz auch im Berliner Olympiastadion zu praktizieren: "Das muss der Mannschaft Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben." Auf der anderen Seite will Bornemann aber nicht verneinen, dass die Probleme, die sein Konstrukt infrage stellen, in der qualitativ noch zu dünn besetzen Offensive liegen. Lediglich eine nennenswerte Chance und ein verschossener Elfmeter konnte der 1. FCN verzeichnen.

Bis Freitag, 18 Uhr, hat der Sportvorstand noch Zeit, nach dem vergangene Woche vom belgischen Erstligisten KAA Gent verpflichteten Yuya Kubo noch ein oder sogar zwei weitere Offensivkräfte an den Verein zu binden. Das Profil ist wie beim Japaner klar umrissen: Leicht zu integrieren, offensivstark und er muss die Mannschaft ad hoc verstärken. "Auch wenn Kubo nicht unbedingt auf die Außenbahn gehört, hat man gleich gesehen, dass er uns weiterhelfen kann", war Bornemann mit dem Debüt des 24-Jährigen zufrieden. Nach nur vier Trainingseinheiten mit dem Team hatte Kubo bereits Bindung mit seinen neuen Kollegen aufgenommen. In zentraler Rolle dürfte er seine Spielmacherqualitäten noch mehr zum Ausdruck bringen können.

Bornemanns Kandidatenliste steht, nur die Anzahl variiert. "Manchmal muss man leider Gottes auch wieder einen von der Liste streichen, weil aus dem Wunschgedanken doch nichts wird", gesteht Bornemann. Während die etablierte Konkurrenz Spieler im Wert von mehreren Millionen hin- und herreicht, lässt er sich jedoch auch vier Tage vor dem Ende der Transferperiode nicht von Hektik anstecken: "Man kann das jetzt nicht anhand eines Fieberthermometers beschreiben und tagtäglich Wasserstände abgeben. Wir sind im Rahmen unserer Möglichkeiten handlungsfähig."

Und nur in diesem Rahmen will er sich auch weiterhin bewegen. "Wir haben nur die eine Chance: Wir müssen unsere Möglichkeiten akzeptieren und im Zweifel auch mal bereit sein, Nein zu sagen."

 

 

 

129 Kommentare