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BVB schockt Neymar und PSG - Bittere Pleite für Klopp

Deutsches Team jubelt, deutscher Trainer hat am Ende den großen Kater - 18.02.2020 23:13 Uhr

Ist weiter steil auf dem Weg zum kommenden Weltstar: Erling Haaland trifft auch in Europa wie am Fließband - und macht auch vor den Superstars von Paris St. Germain nicht Halt. © Photo by Ina Fassbender / AFP


Der 19 Jahre alte Norweger schoss beim 2:1 (0:0)-Sieg im Achtelfinal-Hinspiel am Dienstagabend gegen Paris Saint-Germain mit dem 2017 im Unfrieden aus Dortmund geschiedenen Tuchel in einer rasanten Schlussphase beide BVB-Tore (69. und 77. Minute). Es waren seine ersten Treffer in der Königsklasse für die Borussia. In der Vorrunde hatte Haaland bei sechs Einsätzen bereits acht Mal für RB Salzburg getroffen. In der Bundesliga hat er nach fünf Spielen für den BVB acht Tore auf dem Konto. Der BVB fährt nun mit einer guten Ausgangsposition zum Rückspiel am 11. März in Paris. Tuchel, dessen Team nach 23 Pflichtspielen trotz des Treffers von Neymar (75.) erstmals wieder verlor, dürfte im Falle eines erneuten Ausscheidens im Achtelfinale trotz eines bis 2021 laufenden Vertrages bei PSG vor einer offenen Zukunft stehen. Der PSG-Coach, der 2017 Dortmund nach einem zerrütteten Verhältnis mit der Vereinsführung verlassen hatte, wählte ebenso wie Favre eine Taktik, die auch von Respekt vor der Qualität des Rivalen zeugte.

Bei gegnerischem Ballbesitz war vor allem kompakte Defensive angesagt. Beide Teams zogen sich meist weit in die eigene Hälfte zurück und versuchten so, die Offensivreihen des Kontrahenten erst gar nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Taktisch wertvoll, mitreißend aber erstmal nicht. Zu mehr als einer Chance durch einen Freistoß in der elften Minuten durch den wie auch Weltmeister Kylian Mbappé enttäuschenden Neymar reichte es bei den seit numnmehr 24 Spielen ungeschlagenen Gästen nicht. Tuchel wirkte alles andere als zufrieden, dirigierte seine Mannschaft immer wieder von der Seitenlinie aus. Für die überraschende PSG-Dreierkette in der Abwehr brauchten die Dortmunder nur in der Anfangsphase ein wenig Eingewöhnungszeit.

Allerdings bleib auch vonseiten der Borussen ein echtes Feuerwerk erstmal aus. „In diesem Stadion können sich ganz besondere Dinge entwickeln“, sagte Tuchel vor dem Anpfiff. In den ersten 45 Minuten entwickelte sich ein leichtes Plus für die Dortmunder, die vor allem von Jadon Sancho angetrieben wurden. Der Engländer vergab aber auch zwei Chancen, als er in der 14. Minute nach einem Konter selbst abzog, anstatt noch mal abzuspielen und in der 27. Minute, als er mit einem Rechtsschlenzer PSG-Keeper Keylor Navas zu einer Parade zwang. Ans Außennetz klatschte der Ball in der 35. Minute bei einem Schuss von Haaland. Er bekam durch die zurückhaltendere BVB-Spielweise erstmal nicht so viele Bälle, seine Stärken konnte Haaland so zunächst nicht ausspielen. Insgesamt zeigte sich der BVB auch dank des sehr präsenten Nationalspielers Emre Can aber die deutlich bessere Leistung in Hälfte eins. Fand auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der sich die Partie zusammen mit Bundestrainer Joachim Löw anschaute. „Bis jetzt macht es Dortmund ganz gut“, sagte Bierhoff in der Pause beim Sender DAZN. Für PSG gab's weniger Lob: „Die Spielen das hier so ein bisschen gelangweilt runter.“ Bis zur 65. Minute. Da ließen Mbappé, Neymar und Angel di Maria ihr Können kurz aufblitzen. Roman Bürki war aber zur Stelle.

Die BVB-Fans atmeten durch. Und jubelten nur kurze Zeit später. Flanke von der rechten Seite durch Achraf Hakimi, Direktabnahme von Sancho, die aber geblockt und abgefälscht wurde. Den Abstauber ließ sich Haaland aus kürzester Distanz nicht nehmen. Im Schneidersitz wie ein Buddha im BVB-Trikot ließ sich der Norweger feiern. Was unspektakulär begann, wurde doch noch packend vor 66.099 Zuschauern. Denn auf der Gegenseite brillierte in seiner besten Szene Mbappé mit seiner Geschwindigkeit und Ballkontrolle und legte den Ball auf Neymar auf. Doch dann passierten diese besonderen Dinge im BVB-Stadion, die auch Tuchel vorher schon gefürchtet hatte. Aus 20 Meter katapultierte Haaland den Ball unhaltbar ins PSG-Tor.

Pleite für Klopp

Titelverteidiger FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp müssen im Champions-League-Achtelfinale ums Weiterkommen bangen. Der Premier-League-Tabellenführer unterlag am Dienstag im Hinspiel mit 0:1 (0:1) bei Atlético Madrid und braucht im Rückspiel in gut drei Wochen an der Anfield Road einen Sieg für den Viertelfinal-Einzug. Saúl Ñíguez brachte die Gastgeber früh in Führung (4. Minute), anschließend verteidigten die Rojiblancos das 1:0 leidenschaftlich. Nach einer Ecke nach wenigen Minuten herrschte kurzzeitig Unordnung im Liverpool-Strafraum – das nutzte Saúl eiskalt aus und schob aus kurzer Distanz zur Führung ein. Die Reds, die die Gruppenphase als Erster vor dem SSC Neapel beendet hatten, taten sich anschließend schwer, ins Spiel zu finden. Die kompakt stehende Defensive des Vierten der spanischen Primera División machte es Liverpool schwer. Das von Klopp aufgebotene Offensiv-Trio aus Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mané hatte einen schweren Stand und blieb bis auf wenige Ausnahmen wirkungslos. Trotz optischer Überlegenheit und mehr Ballbesitz gelang den Reds nicht das wichtige Auswärtstor.

dpa

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