Donnerstag, 22.08.2019

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Chapeau! Palacios' Club beeindruckt nicht nur Paris

Die von FCN-Coach Canadi eingeforderten Automatismen "greifen langsam" - 22.07.2019 05:48 Uhr

Seine mit Ballgewandtheit und Entschlossenheit kombiniertes Tempo stellte auch Paris' Multi-Millionen-Euro-Truppe vor Probleme: Federico Palacios. © Sportfoto Zink / WoZi


 Federico Palacios, so wurde rund um den Valznerweiher zuletzt kolportiert, sollte beim FCN eigentlich keine Rolle mehr spielen. Zumindest in näherer Zukunft. Der 24-Jährige galt dem Vernehmen nach als aussichtsreicher Kandidat dafür, noch aus dem Aufgebot des Altmeisters genommen und verliehen zu werden.

Doch am Samstag, als das Starensemble von Paris Saint-Germain in Nürnberg zu Gast ist, dreht ausgerechnet der Deutsch-Spanier, der seit Beginn der Sommerpause verheiratet und seit Januar des Vorjahres beim Club ist - mächtig auf. Beim finalen Test vor dem Dresden-Match am Samstag ist es Palacios, der nach der Pause Damir Canadis Handschrift, im Pressing-Verbund hochstehend und nach Ballgewinn schnell nach vorne zu spielen, in den Live-Ticker setzt. Keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung dringt der 1,70-Meter-kleine Offensivallrounder ein erstes Mal couragiert in den PSG-Strafraum ein, zielt aus zentraler Position und zwölf Metern aber drüber.

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In der 52. Minute ist es erneut der wuselige Ex-Leipziger, der nahe der rechten Eckfahne eine Nürnberger Großchance initiiert: Auf Palacios' Beinschuss lässt Ishak, der in Durchgang eins früh den ersten Hochkaräter der unterhaltsamen Partie hat, einen weiteren folgen. Lukas Jäger platziert die Kugel am rechten Kreuzeck vorbei. Nach einer beidseitigen Wechselarie - auch Paris-Brillant Kylian Mbappe, der in einer abseits des Ishak-Hochkaräters zugunsten der Gäste doch recht einseitigen ersten Hälfte zweimal den Pfosten trifft und Sarabias Führungstor sensationell vorbereitet, ist mittlerweile vom Feld - gibt eine wiederum starke Aktion des Club-Quirls den Hausherren die ultimative Möglichkeit, auszugleichen. Bei einem flott vorgetragenen Konter tanzt Palacios mit Anlauf, Mut und erfreulicher Ballgewandtheit vom rechten Strafraumeck kommend in den Sechzehner. Und zwingt den kürzlich noch in Dortmund tätigen Abdou Diallo mit einem cleveren Chipball geradezu zum Handspiel. In dessen Folge gelingt Enrico Valentini mit Schuss- und Nervenstärke vom Punkt das 1:1, das so auch im Spielbericht stehen bleibt.

Was das Traum-Resulat in Nürnbergs letztem Test vor Zweitliga-Start in Dresden bedeutet, bleibt abzuwarten. In Durchgang eins verteidigt der FCN gegen Paris' Multimillionäre leidenschaftlich und halbwegs kompakt. Angesichts der präzisen Ballzirkulation der Hochgeschwindigkeitsfußballer aus Frankreichs Capitale gelingt das nicht immer. Vom Ergebnis her aber immerhin besser als Auftaktgegner Dresden, der wenige Tage davor gegen PSG in ein 1:6 einwilligen muss. 

Ein Lob ist noch kein Sieg 

Angesichts Nürnbergs toller zweiter Hälfte war auch das Spitzenteam von der Seine ein Stück weit beeindruckt. "Gut", lobte Weltmeister Julian Draxler, der als noch junger Schalker den FCN einst aus dem Pokalwettbewerb geschossen hat, sei der Club gewesen. Und ergänzte auf der zur Mixed-Zone umfunktionierten Laufbahn, dass Nürnberg in der Vorbereitung "schon weiter" sei als das Tuchel-Team. Wie viel weiter der FCN ist, wird man am Samstag in Sachsen sehen.

 

"Das positive Ergebnis", von dem Club-Keeper Mathenia im Nachgang sprach, wollte dessen Trainer nach Abpiff jedenfalls "nicht überbewerten“. Dass die “Mechanismen langsam greifen“, sagte Damir Canadi nach dem PSG-Coup gleichwohl. “Die Mannschaft entwickelt sich, jetzt müssen wir dranbleiben“, konstatierte Nürnbergs neuer Trainer. Und richtete da schon den Blick auf den Auftakt im Rudolf-Harbig-Stadion. Auf den Zweitliga-Start, bei dem der FCN bei Bestätigung der Paris-Leistung durchaus Chancen auf die ersten Punkte hat. Vielleicht auch dank Federico Palacios, der beim Club eigentlich keine Rolle mehr zu spielen schien. 

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apö

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