Club-Allrounder Löwen: "Manchmal muss ich mich zwicken"

Nach seiner Auswechslung wird Eduard Löwen von Trainer Michael Köllner geherzt.

Nach seiner Auswechslung wird Eduard Löwen von Trainer Michael Köllner geherzt. © Sportfoto Zink / WoZi

Am Freitag hatte Club-Trainer Michael Köllner offenkundig noch keine Ahnung, auf welcher Position er Löwen gegen Duisburg aufbieten würde. Klar war nur, dass er in der Startelf nicht fehlen würde. Denn egal auf welcher Position: Der 21-Jährige kam fast überall schon zum Einsatz und machte meist aus der Mannschaft eine noch bessere. Im Hinterkopf schlummerte der in Idar-Oberstein geborene Deutsch-Russe bei Köllner als Ersatz für den am Knie verletzten Angreifer Mikael Ishak.

Schon bei der U21 des FCN hatte Löwen seinen damaligen wie heutigen Coach als angriffslustigen und ballsicheren Allrounder von sich überzeugt. Dass es schließlich der vorderste Part in einer offensiven Mittelfeldraute wurde, lag an Kevin Möhwalds Fehlen wegen einer Oberschenkelverhärtung. "Ich bin jetzt fast jede Position gewohnt, von daher ist es nichts mehr Neues für mich", interpretierte Löwen auch diesen Part ohne zu fremdeln. Immerhin ist es seine Lieblingsposition. Dürfte er entscheiden, würde er sich selbst genau dort regelmäßig aufstellen. "Er ist der Trainer, ich bin der Spieler. Ich muss die Entscheidungen annehmen", spielt Löwen aber nicht nur wie ein Musterschüler, er denkt auch so.

Genialer Moment zur Entscheidung

Mit seiner herausragenden Technik und seinem von Spiel zu Spiel wachsenden Selbstvertrauen sorgte er gestern in einer auf der Kippe stehenden Partie mit einem genialen Moment für die Entscheidung. "Der Ball fällt mir schön auf den Fuß, ich gehe das Risiko ein, treffe ihn schön und er schlägt im Eck ein", rekapitulierte der 21-Jährige jene Szene, als er den Ball nahe der Strafraumgrenze nach einer Faustabwehr des Duisburger Keepers nur scheinbar intuitiv direkt abfasste.

Doch so selbstverständlich wie es aussah, traf er diese Entscheidung nicht. "Ich habe schon kurz überlegt, ob ich den Ball erst noch annehme." Aber das Risiko, ihn dabei zu verlieren, schien ihm zu groß. Er hielt einfach drauf, und der Ball landete von ihm abgefeuert zum vierten Mal in dieser Spielzeit im Tor. "Ich habe schon spekuliert, ob es heute wieder klappt." Um sich an seinen bis dato letzten Treffer zu erinnern, musste er schon an den siebten Spieltag zurückdenken: "Ich bin sehr froh, dass es wieder geklappt hat", ergänzte Löwen, der erst vor einem Jahr sein Zweitliga-Debüt gegeben und seitdem eine rasante Entwicklung auch in der U21-Nationalmannschaft genommen hat. "Es ging schon sehr, sehr schnell. Dafür bin ich sehr dankbar. Manchmal muss ich mich schon noch zwicken, um zu realisieren, wie schnell das wirklich ging."

Doch weder seine Blitzkarriere noch die Tabellenführung mit dem Club lassen den gläubigen Christ abheben. "Es ist schön, Spitzenreiter zu sein. Aber egal ob als Erster oder Zweiter, wir wollen aufsteigen. Jetzt können wir uns noch nichts davon kaufen, wichtig ist, dass wir am Ende da vorne stehen." In welcher Rolle er dazu beitragen kann, entscheidet Köllner weiter von Fall zu Fall.

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