Donnerstag, 21.11.2019

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Club-Arroganz im Hotel? Aue-Keeper rudert zurück

Männel rechnete am Freitagabend mit dem FCN ab - 19.10.2019 13:09 Uhr

Aues Torhüter Martin Männel sollte am Freitagabend die Oberhand behalten - und später Vorwürfe machen, die er direkt am Samstag revidierte. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / DaMa


So ein gehaltener Elfmeter in der neunten oder zehnten Minute der Nachspielzeit wühlt einen Torwart offenbar ziemlich auf. Nach seiner Parade verschwand Martin Männel vom FC Erzgebirge für ein paar Sekunden unter einem Berg aus Leibern, anschließend musste er noch die eine oder andere Ehrenrunde drehen nach dem 4:3-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg.

Später in der Interviewzone setzte Männel aber zur großen Abrechnung mit dem Club an: "Was ich so mitbekommen habe, sind die Nürnberger in ihrem Hotel in Bad Schlema ziemlich durchgedreht und haben die Angestellten dort als Bauern bezeichnet", soll er den dort wartenden Journalisten nach übereinstimmenden Berichten erzählt haben.

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"Sie haben damit eine Region verunglimpft. Es sind nicht nur die Leute, die sie dort meinen, sondern sie meinen damit auch uns als Mannschaft. Das vor dem Spiel zu hören, hat uns betroffen gemacht und war Zusatzmotivation."

Der Club dementiert

"Demut und Bodenständigkeit" würden dem einen oder anderen Nürnberger wohl fehlen, sagte der 31-Jährige, was der 1. FC Nürnberg so natürlich nicht stehen ließ. Pressesprecher Daniell Westgate dementierte auch am Samstagvormittag entsprechende Vorkommnisse; vor der Abreise seien sogar noch Bilder geschossen worden mit den drei zentralen Anprechpartnern im Hotel.

Auch Lukas Mühl kann sich "überhaupt nicht vorstellen", dass an Männels Vorwürfen etwas dran sein könnte. "Ich habe es 0,0 mitbekommen", sagte Mühl nach der Reservisteneinheit am Samstagvormittag, "ich war sehr überrascht wie alle anderen auch, was er uns da unterstellt."

Männel entschuldigt sich

Mühl weiter: "Wie ich unsere Mannschaft und jeden Einzelnen kenne, sind wir eine demütige und bodenständige Truppe, wir haben auf alle Fälle Respekt vor unseren Gegnern, egal ob das Aue ist oder Bayreuth."

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Auch Männel ruderte am Samstagvormittag zurück; gegenüber der Bild-Zeitung revidierte er seine Aussagen, zudem entschuldigte er sich via Enrico Valentini bei der Mannschaft, nachdem Club-Recherchen sogar das Gegenteil seiner Anschuldigungen belegten. "Ich habe den Eindruck erweckt, dass die Nürnberger Mannschaft ein undiszipliniertes Team sei. Das war nicht meine Absicht und aus der Emotion heraus."

Wolfgang Laaß

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