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Club-Coach Keller lobt Mannschaft: "Sehr aufnahmefähig"

Er setzt auf gute Kommunikation und eine positive Grundstimmung - 17.11.2019 13:28 Uhr

Hochkonzentriert geht Keller seine Aufgabe beim Club an. Seine ersten Eindrücke von der Arbeit mit dem Team sind gut. © Sportfoto Zink / Thomas Hahn


Nein, die Stadt habe er sich noch nicht angeschaut, erklärt Jens Keller im Interview mit fcn.de. "Ich bin hier, um zu arbeiten", stellt der 48-Jährige klar. Viel mehr als das Trainingsgelände kennt der neue Coach des 1. FCN also noch nicht. Da gefällt es ihm aber ziemlich gut. Und auch vom Interesse der Fans an seiner Person und dem Schicksal des Vereins ist der gebürtige Stuttgarter angetan: "Auf dem Trainingsplatz war schon recht viel los." Zahlreiche Anhänger tummelten sich am Spielfeldrand als Keller erstmals Regie bei einer Übungseinheit des fränkischen Zweitligisten führte. 

Die Entscheidung, nach Nürnberg zu kommen sei ihm nicht schwergefallen, berichtet Keller. Zugegeben, eine andere Aussage wäre auch mehr als überraschend, vor allem im Gespräch mit einem vereinseignenen Medium. Doch "der Verein, das Fanpotenzial und die Möglichkeiten, die man hier hat" haben den ehemaligen Schalke-Coach überzeugt. Von der Fanfreundschaft zwischen den Gelsenkirchenern und dem Club weiß Keller natürlich noch von seiner Zeit bei den Königsblauen. Die Gespräche mit Sportvorstand Robert Palikuca seien "sehr gut, ehrlich und offen" gewesen. Die Entscheidung zur Unterschrift fiel dementsprechend nicht schwer.

Das Warum ist entscheidend

Obwohl er eine Mannschaft übernimmt, deren letztes Erfolgserlebnis gut sechs Wochen zurückliegt. Am 30. September hat der Club zuletzt ein Spiel gewonnen, 4:0 besiegten die Franken damals Hannover 96. Die bisherige Saison der Niedersachen verlief ähnlich unbefriedigend wie die der Nürnberger. Folgerichtig haben beide Vereine inzwischen neue Trainer. In Hannover musste Mirko Slomka gehen, der Club setzte den glücklosen Damir Canadi vor die Tür. Mit Jens Keller soll es jetzt besser laufen, der setzt dafür auf eine "positive Grundstimmung" in der Zusammenarbeit mit seinen Profis. 

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Jens Keller: Der Arbeitstag des neuen Club-Trainers in Bildern

Am Mittwoch ist Jens Keller am Valznerweiher eingetroffen und legte sich am ersten Tag gleich richtig ins Zeug. Gut eine Woche mussten die Fans nach dem Rauswurf des Östereichers Damir Canadi warten bis Sportvorstand Robert Palikuca einen Nachfolger präsentierte. Keller soll der Verein aus der Krise führen. Im Anschluss an seine Vorstellung leitete er direkt seine erste Trainingseinheit.


Er erlebe "eine ruhige Mannschaft", die "sehr positiv, sehr aufnahmefähig" sei. Im Training setzt Keller auf gute Kommunikation und viel Wertschätzung, schließlich soll das angekratzte Selbstvertrauen seines Teams nicht noch mehr leiden. "Ich lobe die Spieler, wenn sie was gut gemacht haben und ich korrigiere sie, wenn sie etwas falsch gemacht haben. Aber immer auf eine positive Weise", erklärt er. Außerdem versuche er, seinen Profis immer zu verdeutlichen, warum sie sich in einer bestimmten Spielsituation so oder so verhalten sollen. "Dann kann ein Spieler das ganz anders umsetzen." 

"Wollen die Fans mitreißen"

Doch was sollen die Spieler eigentlich umsetzen, welche Spielphilosophie verfolgt der neue Coach? "Pressing und Umschaltspiel sind mir wichtig", sagt Keller, allerdings gehört er zu jenen Trainern, die ihr System an die Gegebenheiten im Kader anpassen. "Ich muss gucken, was zur Mannschaft passt." Um das abschließend zu beantworten, reichen die bisherigen Eindrücke noch nicht aus. Dass die Unruhe im Umfeld des Vereins groß ist, hat Keller aber während seiner ersten Tage in Nürnberg schon mitbekommen.

 

Er wirbt um Unterstützung für seine Mannschaft: "Nur gemeinsam kommt man aus einer schwierigen Situation heraus, wenn von außen Druck gemacht wird, ist das nicht förderlich für die Leistung der Mannschaft." Doch Keller nimmt auch seine Profis in die Pflicht, will Einsatz und Leidenschaft von ihnen sehen. "Es geht darum, dass wir leistungsbereit sind und die Fans mitreißen." Dass Frankenderby am 24. November wäre aus Sicht der Anhänger wohl ein guter Zeitpunkt, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. 

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