Samstag, 20.04.2019

|

zum Thema

Club-Gegner Berlin plagt eine rätselhafte Schwäche

Hertha und die zweite Halbzeit: Hauptstadt-Klub patzt oft in der Rückrunde - 18.01.2019 05:51 Uhr

Das ist die Frage: Bringt die Hertha des Ex-Nürnbergers Niklas Stark erneut den von Michael Köllner trainierten Club der Fall? © Sportfoto Zink / DaMa


So ist die Lage: Die "Alte Dame" , am Sonntag (15.30 Uhr, Live-Ticker auf ) erster Gegner des 1. FC Nürnberg in der Bundesliga-Rückrunde, verabschiedete sich als Tabellenachter mit 24 Punkten in die kurze Winterpause. Allerdings schwächelte die Elf von Trainer Pal Dardai am Ende des Jahres 2018 gewaltig: Im November gab es keinen einzigen Sieg, die letzten beiden Partien im Dezember wurden verloren. "Wie sagt man so schön: Der letzte Eindruck ist ja doch der, der bleibt - und der ist eine Katastrophe", wetterte Manager Michael Preetz nach dem 1:3 in Leverkusen zwei Tage vor Weihnachten. Auf ein Trainingslager im Süden verzichteten die Berliner. Beim Rückrunden-Härtetest präsentierten sie sich auch nicht in guter Form: Nach Niederlagen gegen Borussia Mönchengladbach (0:1) und Gastgeber Fortuna Düsseldorf (1:3) blieb nur der letzte Platz beim Telekom Cup.

Beeindruckend: Zu Saisonbeginn lief es blendend für die Hauptstadtkicker: Nicht nur der Club (1:0), auch Schalke (2:0), Mönchengladbach (4:2) und sogar der FC Bayern (2:0) mussten sich den Blau-Weißen geschlagen geben. Den Dortmundern boten sie ebenfalls die Stirn, trotzten dem späteren Herbstmeister in dessen Stadion ein 2:2 ab. Mit attraktivem Fußball ließen sie ihre Fans im Spätsommer sogar von der Königsklasse träumen.

"Je mehr wir darüber sprechen,..."

Ausbaufähig: Seit ein paar Jahren rätselt man bei Hertha BSC über eine markante Schwäche, die man fast schon als Fluch bezeichnen könnte: Nach einer ordentlichen, manchmal sogar richtig starken Vorrunde brechen die Berliner nach der Winterpause regelmäßig ein. Zuletzt gelang es ihnen in der Bundesligasaison 2009/10, nach dem Jahreswechsel mehr Punkte einzufahren als in der Vorrunde. Das belastet Trainer Dardai, der deshalb fordert: "Wir sollten gar nicht so viel darüber reden. Je mehr wir darüber sprechen und die Spieler es im Kopf haben, desto schwieriger wird es, daran etwas zu ändern."

 Im Fokus: Alter schützt vor Toren nicht: Kapitän Vedad Ibisevic (34) ist der Senior im Kader der Herthaner und zugleich auch deren gefährlichste Waffe. Mit sechs Treffern führt der Bosnier die interne Scorerliste an; ein weiteres der 26 Vorrundentore hat er vorbereitet. Mit 116 Treffern für Hertha, Hoffenheim und Stuttgart liegt Ibisevic, der seit 2015 für die Hauptstädter kickt, auf Rang vier bei den ausländischen Bundesliga-Goalgettern. An sein Karriereende verschwendet er keine Gedanken; gerne würde er seinen auslaufenden Vertrag verlängern.

Das Hinspiel: "So kann sich der Club sehen lassen", schrieb die NZ über das Bundesliga-Comeback des FCN nach über vier Jahren.Die Partie im Olympiastadion ging zwar mit 0:1 verloren, der Aufsteiger verkaufte sich aber teuer. Beim Tor des Tages von Ibisevic (27.) zahlte die Abwehr Lehrgeld, und auch bei der zweiten spielentscheidenden Szene in der 84. Minute war das Glück nicht auf der Seite der Gäste: Mikael Ishak scheiterte per Handelfmeter an Keeper Rune Jarstein und vergab so die große Chance zum 1:1.

Bilderstrecke zum Thema

Köllner umgegrätscht, Ishak verballert: Die Bilder zum Club-Auftakt

Keine Zähler zum Bundesliga-Start: Der 1. FC Nürnberg verliert am ersten Spieltag mit 0:1 bei der Hertha. In der Hauptstadt startete die Köllner-Elf zwar ordentlich, verlor in der Folge aber erst den Faden und dann das Spiel.


 Wer/Was ist neu? So gut wie gar nichts. Stürmer Alexander Esswein, früher auch beim FCN tätig, verabschiedete sich auf Leihbasis zum VfB Stuttgart. Ansonsten sind in der zweiten Transferperiode bis Ende des Monats keine Aktivitäten auf dem Spielermarkt geplant.

Dardai träumt ein bisschen 

Und sonst so? Herthas Coach Pal Dardai gehört wahrlich nicht zu den Paradiesvögeln oder Lautsprechern der Branche. Bisweilen sitzt ihm aber schon der Schalk im Nacken oder er ist für einen originellen Spruch zu haben. Erst kürzlich sinnierte der nach Freiburgs Christian Streich dienstälteste Bundesligatrainer, der seine Profis als disziplinarische Maßnahme schon mal die Kabine putzen ließ, über die Größe der Fußballtore. 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch ist ihm zu wenig. Der Ungar plädiert für eine Vergrößerung "um einen halben Meter nach oben und je einen halben Meter nach links und rechts - weil wir dann wieder häufiger Ergebnisse wie früher in der Bundesliga hätten: ein schönes 4:4 oder ein 5:3." 

Harald Büttner

21

21 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport