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Club-Profi Eduard Löwen glänzt bei der deutschen U21

Talent verdient sich Bestnoten im Nationaltrikot - und dennoch mahnt Köllner - 24.03.2018 16:23 Uhr

Torgefahr aus Nürnberg: Eduard Löwen (rechts) freut sich über seinen Treffer für die deutsche U21. Sein Ex-FCN-Teamkollege Cedric Teuchert ist der erste Gratulant. © Swen Pförtner/dpa


Der Blick ging schon Sekunden später gen Himmel, Eduard Löwen wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte für sein erstes Länderspieltor. Sehenswert per Kopf hatte der Profi des 1. FC Nürnberg am Donnerstagabend getroffen, zum 1:0 im EM-Qualifikationsspiel der deutschen U21 gegen Israel. Endstand 3:0.

Sein DFB-Trainer Stefan Kuntz hatte ihn vor die Abwehr gestellt – eine Position, die er beim Club nur noch aus der Ferne kennt. Michael Köllner sieht ihn in der Abwehrkette oder im offensiven Mittelfeld lieber, auch im Angriff hat sich Löwen schon ausgetobt. Vielseitig ist er, das muss man ihm lassen. Und auch auf der sogenannten Sechs konnte Löwen jetzt überzeugen; dfb.tv bescheinigte ihm eine "beeindruckende Leistung".

Beim Club lief es in letzter Zeit weniger beeindruckend; gegen Darmstadt musste er nach seiner fünften Gelben Karte pausieren, im Derby sah Löwen bei beiden Gegentoren nicht besonders gut aus. Der junge Mann pendelt nach wie vor und ziemlich regelmäßig zwischen Genialität und Wahnsinn – in welchen er, etwa mit Ballverlusten in der Nähe des eigenen Strafraums, dann auch seinen Förderer Köllner treibt.

Im Nationaltrikot wirkte Löwen am Dienstagabend hingegen ungemein seriös und abgeklärt – allerdings gegen eine wahrscheinlich nicht ganz zweitligataugliche Mannschaft. Trotzdem fiel auf, dass sich Löwen im durchaus illustren, namhaften Kreis erstaunlich selbstbewusst bewegte. Obwohl man nicht vergessen sollte, "dass er noch ein Spieler in der Lernphase ist", worauf sein Vereinstrainer auch gestern ausdrücklich hinwies, "Edu steht erst am Beginn seines zweiten Profi-Jahres".

"Edu ist ein Spieler, der Vertrauen braucht" 

Löwens Entwicklung in den vergangenen gut zwölf Monaten, seit seinem Debüt Anfang März gegen Bielefeld, sieht Köllner überwiegend positiv, wenn auch nicht uneingeschränkt. "Da ist schon noch Luft, da muss man auch schauen, dass er vorankommt." Manchmal scheint sein Ruf schon nachhaltiger zu sein als sein Spiel.

Nach dem 3:0 gegen Israel hat ihm Köllner mitgeteilt, "dass er gut unterwegs ist", zumal Löwen, dessen Vertrag in Nürnberg noch bis Juni 2020 läuft, ja auch noch das 2:0 von Cedric Teuchert mit präzisem Pass in die Tiefe eingeleitet hatte. Dass Auftritte wie am Donnerstag natürlich Begehrlichkeiten anderer Vereine wecken, kann Köllner durchaus nachvollziehen, setzt aber auf sein Bauchgefühl. "Edu kann das selber sehr gut einschätzen, er ist ein Spieler, der Vertrauen braucht und viel Spielzeit."

Wie das so ist, wenn man plötzlich zuschauen muss, kann ihm ja Ex- Kollege Teuchert erzählen. 

Wolfgang Laaß E-Mail

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