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Club-Remis gegen Regensburg: Dem Anspruch nicht genügt

Die Erwartungen waren hoch, der Punktgewinn ist allerdings kein schlechtes Omen - 24.01.2018 17:03 Uhr

Konflikt auf dem Platz: Nach Abpfiff gerieten Georg Margreitter (li.) und Kevin Möhwald (re.) aneinander. © Sportfoto Zink / DaMa


Sie gifteten sich an, sie diskutierten. Ganz offensichtlich waren Club-Verteidiger Georg Margreitter und Kevin Möhwald nach Abpfiff unterschiedlicher Meinung. Eine Szene, wie sie bei vielen Mannschaften vorkommt und auch den emotional aufreibenden 90 Minuten auf dem Platz geschuldet war. Ganz zufrieden scheinen sie beim FCN, egal wie oft sie es nach der Partie wiederholten, aber doch nicht gewesen zu sein. Der FCN holte gegen Jahn Regensburg einen Punkt, was angesichts der Ergebnisse der Konkurrenz in Ordnung war, dem eigenen Anspruch aber nicht ganz genügte.

Zum neuen Jahr machte der FCN gleich neue Erfahrungen: Für den Club war es das erste Mal in der laufenden Saison, dass die Köllner-Elf zwei Tore in der ersten Halbzeit kassierte, und zudem der erste Halbzeitrückstand der Spielzeit. Die Gäste aus Regensburg machten sehr viel richtig, pressten früh und ließen der oftmals zu hektisch agierenden Nürnberger Mannschaft vor allem im Mittelfeld keinen Platz zum Atmen. Die 60 Prozent Ballbesitz der Rot-Schwarzen reichten nicht, um gegen die temporeichen Regensburger, die fast drei Kilometer mehr gelaufen sind als Nürnbergs Kicker, drei Punkte zu holen.

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Remis gegen Regensburg: Club kann den Jahn nicht knacken

Es wäre ein so wichtiger Dreier gewesen, am Ende teilten sie sich aber die Punkte: Der 1. FC Nürnberg wollte gegen Jahn Regensburg mit einem Sieg in die Restsaison starten, musste sich am Ende aber mit nur einem Zähler begnügen. Nach zweimaligem Rückstand kämpfte sich der FCN zwar wieder heran, für den entscheidenden dritten Treffer war allerdings nicht genug Benzin im Tank.


Kaderplaner Andreas Bornemann lockte im Winter drei neue Spieler an den Valznerweiher, die beiden Leihspieler Marvin Stefaniak (aus Wolfsburg) und Ulisses Garcia (aus Bremen) sowie den aus Leipzig verpflichteten Federico Palacios. Bei den Leihspielern ist dem Vernehmen nach keine Kaufoption mit in den Leihvertrag aufgenommen worden. Ein weiteres Indiz dafür, dass der Club sich gezielt für die Rückrunde verstärken und oben angreifen möchte. Ins Team für das Regensburg-Spiel schaffte es allerdings nur Stefaniak, der zwar ein ausbaufähiges, aber doch ordentliches Pflichtspiel-Debüt im Club-Trikot gab.

Auffällig war aber, dass das Zusammenspiel zwischen Linksverteidiger Tim Leibold und seinem offensiveren Kollegen Stefaniak nicht besonders gut funktionierte. Über Albion Vrenezi und den gebürtigen Nürnberger Jann George, die offensiv auf Regensburgs rechter Angriffsseite spielten, liefen die meisten gefährlichen Angriffe der Gäste. Sieben der zwölf Regensburger Flanken kamen über Nürnbergs linke Seite, unter anderem beide Treffer der Oberpfälzer fielen nach Zuspielen über diese Seite.

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2:2 gegen den Jahn: Maue Noten für den Wackel-Club

Der Club tat sich beim Restrundenstart gegen Jahn Regensburg über weite Strecken richtig schwer und war zweimal nicht unverdient im Hintertreffen. Dass die Rot-Schwarzen besonders in der Abwehr oft nicht auf der Höhe waren, verdeutlichen nach dem 2:2 die Club-Noten!


Positiv war am Dienstag immerhin, dass der Club trotz doppeltem Rückstand die Ruhe bewahrte. Zunächst durch das 1:1 durch Kapitän Hanno Behrens, der gegen den Jahn bereits sein siebtes Saisontor erzielte, und etwäs später durch den oftgescholtenen Edgar Salli. Der Kameruner war einer der aktivsten Nürnberger auf dem Platz, lieferte mit drei Torschüssen und einer Flanke eine engagierte Leistung und krönte diese mit dem Treffer zum 2:2. Etwas später hatte der Rechtsaußen sogar noch den möglichen Siegtreffer auf dem Schlappen, scheiterte in der 60. Minute aber an Jahn-Keeper Philipp Pentke.

Insgesamt blieb der Eindruck, dass mit einer konzentrierteren Leistung mehr drin gewesen wäre. Da Kiel, Ingolstadt, Sandhausen und Union aber ebenfalls Punkte liegen ließen, hat sich die Ausgangslage für den neunfachen Deutschen Meister kaum verändert. Der Club wird jetzt erstmal - da klingelt das Phrasenschwein - von Spiel zu Spiel denken müssen, wie auch Trainer Michael Köllner auf Facebook betonte: "Da gibt es keinen Selbstläufer. Auch wenn der eine oder andere gedacht haben mag, es könnten ein paar leichtere Spiele dabei sein, wird bis zum Schluss jede Partie hart umkämpft werden". Und der Club darf sich schonmal daran gewöhnen, dass Mannschaften sich vom Regensburger Matchplan, der Nürnberg so viele Probleme bereitete, ein bisschen abkupfern.

Alexander Aulila Online-Redaktion E-Mail

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