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Club-Trio hängt in der Luft - Meeske putzt Klinken

Hannover bietet angeblich 2,2 Millionen für "Lücke", der FCN will mehr - 14.07.2016 10:42 Uhr

Wirkt nachdenklich: Tim Leibold macht sich Gedanken über seine Zukunft. © Sportfoto Zink


Ganz so dringend, wie es zeitweise den Anschein machte, ist der FCN dann wohl doch nicht auf Erlöse durch Spielerverkäufe angewiesen. Seit Wochen ranken sich Gerüchte um das Angriffsduo Niclas Füllkrug und Guido Burgstaller sowie Linksfuß Tim Leibold. Passiert ist bisher: nichts. Alle drei stehen noch immer beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag, was weder am mangelnden Interesse anderer Klubs, noch am unbedingten Wille des Trios liegt, weiter in Nürnberg zu bleiben.

Vielmehr profiliert sich der Club-Vorstand um Andreas Bornemann als harter Verhandlungspartner. Denn Hannover 96 ist laut einem Bild-Bericht bereit, 2,2 Millionen Euro für Wunschspieler Füllkrug auf den Tisch zu legen, der FCN fordere aber 3,5 Millionen - eine beträchtliche Differenz. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass der Transfer sogar gänzlich platzen könnte.

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Zuletzt zierte das Logo des Möbelherstellers Wolf Möbel die Brust des 1. FC Nürnberg. In der Vergangenheit prangten einige höchst unterschiedliche Firmen auf dem rot-schwarzen Dress.


Ganz ähnlich verhält es sich im Fall Leibold: Laut kicker bietet der FC Ingolstadt "etwas mehr als eine Million Euro". Dem FCN ist das zu wenig, zu dieser Summe wird der emsige Schwabe nicht in die Audi-Stadt ziehen. Ausgang? Offen.

Auch in der Causa Burgstaller hat Bornemann das Freiburg-Angebot von rund einer Million Euro ausgeschlagen. Das Doppelte sollte es schon sein. Alles nur Poker, um die Preise in die Höhe zu treiben?

Finanzvorstand Michael Meeske drückt es so aus: "Wir haben den wirtschaftlichen Druck zuletzt etwas verkleinern können, er ist aber noch da." Und weiter: "Wir spüren einen positiven Trend, der uns allein aber kurzfristig noch nicht ausreichend hilft." Es deutet demnach noch immer viel auf die Notwendigkeit zusätzlicher Transfererlöse hin, um mittelfristig die eigenen Ziele erreichen zu können.

Dieser positive Trend, von dem Meeske dennoch spricht, ist nicht zuletzt auf seine Person zurückzuführen. Seit seinem Amtsantritt im September 2015 ist vieles nicht mehr so wie vorher. Unter anderem bemüht sich der Nachfolger von Ralf Woy wieder verstärkt um Firmen in der näheren Umgebung. Selbst zu Schaeffler soll er Kontakt aufgenommen haben, um die Vorzüge seines Fußballvereins anzupreisen. "Wir müssen die regionale Wirtschaft wieder stärker für den Club gewinnen", sagt Meeske – und kann bereits erste Vermarktungserfolge vermelden.

So ist der Hospitality-Bereich im Frankenstadion für die neue Zweitliga-Runde schon zu 80 Prozent ausgelastet, was einer Steigerung um etwa 15 Prozent entspricht. Zudem konnte kürzlich ein zusätzlicher Premiumsponsor unter Vertrag genommen werden; die erhöhte Nachfrage spült dem 1. FC Nürnberg fast eine Million zusätzlich in die nach wie vor leeren Kassen.

Auch die Suche nach einem neuen Hauptsponsor - im Gespräch ist die Nürnberger Versicherung - begleitet Meeske maßgeblich, "das läuft federführend über meinen Tisch", versichert der Kaufmännische Vorstand. Einige Unternehmen, erzählt er, sollen sogar in jeder Hinsicht überrascht gewesen sein, dass plötzlich mal wieder jemand vom 1. FC Nürnberg persönlich mit ihnen sprechen wollte.

Es scheint tatsächlich lange mehr schiefgelaufen zu sein, als Zahlen auszudrücken vermögen.

psz, la E-Mail

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